Music Kolumne | verfasst 05.08.2014
Keine halben Sätze
Proband: Shawn The Savage Kid
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: Shawn The Savage Kid; Leistung: Doppelstatus als Produzent und Rapper.
Text Sonja Memarzadeh , Fotos Tobias Hoffmann/PhyreWorX / © hhv.de mag
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Das wilde Kind in mir kommt zum Vorschein, wenn ich ein Averna Sour getrunken habe.

Anders als ich, kann mein Alter Ego besser auf Leute zugehen.

Als Kind wollte ich niemals Astronaut werden …

… und jetzt will ich niemals Politiker werden!

Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn man auf Nationalitäten scheißen würde.

Die originellsten Samples für meine Beats finde ich im Internet (grinst). Ich digge schon auch gerne, dabei stößt man aber einfach auch so viel Trash und das meiste brauchbare gibt es wohl auch schon. Wobei: Die originellsten Samples findet man wahrscheinlich auf Reisen! Man kommt mit den unterschiedlichsten Leuten ins Gespräch und plötzlich hat der Onkel dann mal in einer Band gespielt, die nur ein einziges Album gemacht haben, das nur in Guatemala vertrieben wurde.

Ich würde töten für einen Beat von Hudson Mohawke, vielleicht auch von Flume.

Die deutsche Beat-Landschaft … Es gibt so viele Beats, die ich so, sooo schrecklich finde. Oft klingen die für mich fast schon wie Volksmusik oder Hüttenrock, so stadionmäßig, mit ganz billigen Harmonien. Ich rappe schon gerne auf Beats von anderen Leuten, aber wenn mir jemand seine Sachen schickt, muss ich meistens sagen, dass ich davon nichts haben will. Nicht weil es unbedingt schlecht ist, sondern einfach, weil ich nicht drauf flashe.

Wenn ich rappe, dann rappe ich und alles um mich herum ist erst einmal egal. Ich kann dann einfach abschalten und mein Kopf ist total gechillt.

»Ein MC braucht auf jeden Fall Eier.« (Shawn The Savage Kid) In meinem nächsten Leben werde ich geboren als Faultier. Ich bin schon ein gemütlicher Mensch und versuche soviel Stress wie möglich von mir fern zu halten. Einfach auch mal Ruhe genießen. Ich kann auch sehr gut alleine sein, ich brauche nicht die ganze Zeit Action. Ich bin halt eher der Chiller. (grinst)

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt eine Revolution zu starten, als hmm… ich glaube als Jetzt! Es gibt immer genug Gründe. Ich beschäftige mich auch gerne in meinen Texten mit politischen Themen. Auch durch mein Studium bin ich für solche Themen sensibilisiert.

Mit meiner ersten Millionen würde ich mir auf jedem Kontinent eine kleine, gemütliche Wohnung in einer schönen Hauptstadt kaufen.

Pessimismus ist etwas für Leute mit Selbstmitleid.

Ein perfekter Rhyme ist wie das letzte Puzzlestück zu einem wunderschönen Puzzle. Das ist ein richtig geiler Shit!-Moment. Das ist einfach toll, wenn dir genau das, was es noch bräuchte im richtigen Moment kommt und dann hast du es plötzlich da stehen und denkst ›Ouh Shit!‹

Ein MC braucht auf jeden Fall Eier!

Ohne Melik würde ich mich vermutlich nicht so wohl in Wien fühlen, wie ich es jetzt tue und hätte vermutlich nie mit Showdown Records zu tun gehabt!

Als ich das Goa-Mädchen zum ersten mal sah, war ich überwältigt (lacht). Das Goa-Mädchen ist ja nicht nur ein einzelnes Mädchen, sondern eine Summe von verschiedenen Mädchen herunter gebrochen auf eines.

Fußball ist für mich wie eine Droge, die ich täglich in irgendeiner Form konsumieren muss.

Ich habe absolut keinen Schimmer von BWL, Mathematik, VWL und allem was mit Zahlen zu tun hat.

Meine neue EP ist auf jeden Fall cool. Abwechslungsreich, einen Schritt weiter und einfach noch ne Schippe mehr.

Ich würde über Leichen gehen für nichts, glaube ich. Vielleicht um meine Liebsten zu beschützen.

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