Music Kolumne | verfasst 27.08.2014
Aigners Inventur
Juli/August 2014
Nach einer kurzen Sommerpause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Common, FKA Twigs, The Bug, Rustie und FaltyDL.
Text Florian Aigner

Shabazz Palaces - Lese Majesty Find it at hhv.de:2LP | 2LP Der Fokus war ein anderer als ich mit Kollege Philipp Kunze krude Diagnosen für Shabazz Palaces extrem ambitioniertes, oft unzugängliches, aber immer gebendes neues Album aufstellte, aber im Inventurskontext muss es mal gesagt werden: dass sich Rapper mit Ü40 noch einmal so radikal neu erfinden wie der ehemals bei Digable Planets aktive Künstler, das gibt es selten bis nie. Umso unglaublicher ist »Lese Majesty« auch zwei Monate nach Erscheinen.
 

common nobody smiling Find it at hhv.de:2LP | CD Man kann das nämlich auch anders machen. So wie Common beispielsweise, der auf »Nobody’s Smiling« enorm davon profitiert, dass sich No I.D. in den letzten Jahren als zweite große Konstante neben Alchemist etabliert hat, wenn den Großkopferten der Sinn nach Nostalgie-Realness steht, ohne dabei direkt ihre Nahright-Hits zu halbieren. Doof nur, dass Common, der Rapper, mich 2014 etwa so lange bei der Stange hält wie eine Vaginalpilzreklame. So verlasse ich »Nobody’s Smiling» mit einem Vers von Big Sean auf den Lippen, einer Portion Selbsthass und der erneuten Gewissheit, dass Vince Staples chronisch unterbewertet wird.
 

Dilated Peoples - Directors Of Photography (2014) Find it at hhv.de:2LP | CD Für Evidence, den alten Schnarchsack, habe ich erstaunlicherweise ja immer noch erstaunlich viel Liebe, vermutlich weil auf dem schon in Audiogalaxy-Tagen immer nur herumgeprügelt wurde. Da steht er nun aber wieder, näselt sich mit seinem alten Dilated Peoples-Team um Iriscience und DJ Babu durch Boom Bap-Produktionen, wie man sie heute kaum besser selektieren kann. Selbst Premo scheint für »Directors of Photography« in einen Jungbrunnen gefallen zu sein und wacht direkt im Jahr 2002 wieder auf. Mit dem Gewissen, dass ich mir stattdessen doch noch mal die letzte French Montana-Single anhören soll und danach dieses Album direkt wieder vergessen haben werde…
 

D.I.T.C. - The Remix Project Cover Find it at hhv.de:2LP | CD …wende ich mich mit dem Gefühl chronischen Zwangspubertärismus den nächsten Helden des alten Jahrtausends zu. D.I.T.C. haben nämlich einige ihrer größten Hits remixen lassen, von Dinosauriern wie Diamond D, Showbiz oder – natürlich – Premo, aber auch die Zukunftsverweigerer Marco Polo, Apollo Brown und 9th Wonder durften sich austoben. Richtig hängen bleibt überraschenderweise vor allem Binks Neubearbeitung von »The Enemy« und die Einsicht, dass sich Big L 2001 Roc-A-Fella hätte anschließen müssen, so denn Harlem, die alte Danger Zone, mitgespielt hätte.
 

Rustie - Green Language Find it at hhv.de:2LP | CD Kommen wir zum nächsten Highlight: Rustie hat sich bekanntermaßen mit »Glass Swords» ein Denkmal gesetzt. Das Problem mit den kalten Füßen löst er auf »Green Language« mit weniger Zuckerzufuhr und Vocals. Natürlich ist die Grundstimmung immer noch so hyperaktiv wie ein Siebenjähriger im Cola-Rausch nach 9 Stunden Nickelodeon, aber es fällt schon auf wie Rustie diese Adrenalinausbrüche etwas reduziert, seinen EDM-Not-EDM-Synths mehr Zeit gibt sich zu entwickeln und mit Danny Brown, D Double E und Gorgeous Children auch noch die perfekten Gäste in den Candy Shop einlädt. Anders als bei »Glass Swords» schafft er es aber merkwürdigerweise nicht den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten, zu schwach ist das letzte Drittel des Albums. Essentiell ist das stellenweise nichtsdestotrotz, aber eigenverantwortlich zu portionieren.
 

The Bug - Angels & Devils Find it at hhv.de:2LP | CD Auch toll: The Bug. Der hat ein neues Album gemacht, auf dem er zunächst morastigen Apokalypsepop von Inga Copeland, Liiz Harris und Gonjasufi machen lässt, dem Andy Stott’schen Fatalismus nicht unähnlich, bevor er auf der zweiten Albumhälfte alles über den Haufen wirft und eine wahnwitzige Grime-Noise-Bombe nach der anderen zündet, ehe die langjährigen Vertrauten Warrior Queen und Flowdan Dub und Reggae jeglicher Romantik berauben. Nochmal: toll.
 

FKA twigs - LP1 Find it at hhv.de:LP | LP Es mag in unserem Hobbypsychologen-Dialog etwas untergegangen sein: aber eigentlich fand zumindest ich das ersten Album von FKA Twigs gelungen. Zickig, prätentiös, aber eben auch musikalisch so wichtig, dass man bei all seiner aalglatten Inszenierung nicht vergessen sollte, dass FKA Twigs in diesem Popkontext, in dem das ja alles stattfindet, unverzichtbar ist.
 

wife between Find it at hhv.de:LP | LP Musikalisch gar nicht so weit davon entfernt ist »What’s Between«, James Kellys Album für Tri Angle, auf dem er als Wife vielleicht das poppigste, weil Vocal-lastigste Album der notorisch sediert klingenden Tri Angle-Schmiede veröffentlicht. Langsam, mäandernd – eh klar, aber stimmlich viel involvierter als wir das von den meist für ihre ätherisch-distanzierten Produktionen bekannten Labelkollegen kennen.
 

jim e-stack belongFind it at hhv.de:2LP Darf ich zu Protokoll geben, dass ich von den Fähigkeiten Jim E-Stacks durchaus überrascht bin? Mir primär als XLR8R-Download-Provider und Soundcloud-Bootleg-Institution aufgefallen, vermengt der Amerikaner auf »Tell Me I Belong« äußerst lässig und gekonnt diverseste Genres und ist gerade in den leiseren Zwischentönen dabei höchst überzeugend, egal ob er auf »Run« den Daphni-Impersonator gibt oder mit »Reassuring« eine wunderschön schmalzige House-Ballade mit Jacques Greene-mäßigen Vocalsamples auftischt. Gut, »Without You« überspannt den Bogen dann, aber mit »Wake« und »Somewheres« entschuldigt sich Jim E-Stack ja dann gleich doppelt charmant. Also im Repeat-Modus, in dem sich dieses Album erstaunlich wohlfühlt.
 

moire shelterFind it at hhv.de:2LP So, nicht FKA Twigs, nicht Rustie, nicht Shabazz Palaces, nein: Moire macht mal eben so das Album des Monats. Über Werkdiscs erschienen, ist Moire vielleicht der klassischste House-Entwurf, den der ewige Dekonstruktivist Actress bisher hat veröffentlichen lassen. »Shelter« bewahrt sich dabei diese seltsame, britische Prismen-Wahrnehmung, selbst der geradeste Viervierteltakt wirkt immer als würde er sich in jeder Sekunde auflösen. Gerade das hat Moire gar nicht nötig und am Ende klingt das ein bisschen so als wäre Actress mit Omar-S und Big Strick beim Dragster-Rennen gewesen und hätte auf dem Rückflug nur Maurizio gehört.
 

gavin guthrieFind it at hhv.de:2LP Noch schnörkelloser geht es auf Gavin Guthries Doppel-LP für Creme zu, auf der der Texaner seine als TX Connect veröffentlichten Acid-Banger noch um proggigen Legowelt-Techno und eine überragende Slo-Mo-Coda erweitert, alles immer schön analog und kurz vor der Übersteuerung. Mag ich, wisst ihr.
 

FaltyDL - In the Wild LP Find it at hhv.de:2LP | CD Auch warenkorbwürdig ist »In The Wild«, auf dem FaltyDL so skizzenhaft wie nie zuvor produziert, dabei aber erstaunlicherweise so fokussiert wie nie klingt. Den Tanzflur komplett aus dem Blick, aberwitzige Drum-Patterns hinter sich lassend, knüpft er hier einen Flickenteppich aus unbequemem Ambient, wahnwitzigen Interludes und Genre-Clusterfucks, der auf dem Papier nicht funktionieren sollte, im Albumformat aber tatsächlich enorm fesselnd ist.
 

Mono/Poly - Golden Skies Find it at hhv.de:LP | CD Ebenfalls positiv überrascht war ich von »Golden Skies«, der ersten Mono/Poly Veröffentlichung, bei der ich das Gefühl habe, dass der Brainfeeder sein gesamtes Potential ausschöpft. Gleich zu Beginn zeigt er wo MoWax in diesem Jahrhundert hätte ankommen können, danach immer wieder beatlose Szenerien, Harfen, asiatische Gongs, Headfuckery auf hohem Niveau, ehe er selbst die grellste Synths in diese Schwelgereien einreiht. Ich wusste gar nicht, dass ich für so etwas 2014 noch empfänglich bin, aber hier wird Dampf mit einer Prise Salz gebildet.
 

jj v Find it at hhv.de:LP | LP Weniger gimmicky als sonst kommt das neue JJ Album daher, die Rap-Referenzen sind subtiler eingewepflegt und »V« ist in erster Linie ein emotional doppelbödiges Indie-Mädchen-Album, für das Mann sich öffnen kann, aber nicht muss. Mich stört aber diese krude Vice-Überreflektiertheit, die den ganzen Schmonz hier etwas zu cool konterkariert. Wenn schon Mädchenmusik, dann bitte aufrichtig und ohne All White Everything Codes.
 

raveonettes 2014Find it at hhv.de:LP Man könnte den Raveonettes ähnliches vorwerfen, aber irgendwie bleibe ich da Apologet, auch wenn »Pe’ahi« mitnichten die große Veränderung ist, die uns Waschzettel und ernstzunehmende Journalisten nahe legen wollen. Klar, die ganz simple Rock’n’Roll-Schnodderigkeit wurde zugunsten ambitionierterer Instrumentierung stellenweise ad acta gelegt, aber das ist immer noch so surfig und harmonisch wie man es Außenstehenden wie mir verkaufen muss. Wäre ich da tiefer in medias res, ich wäre vielleicht gelangweilt.
 

spoon soulFind it at hhv.de:LP Und weil ich im kontemporären Klampfen-Masturbations-Zirkus mit meiner Furcht vor echten Drummern immer noch Außenstehender bleibe, muss ich mich bei Spoon und »They Want My Soul« auf das Urteil erfahrenerer Schwielenhände verlassen: soll wohl gut sein.
 

wildest dreams lpFind it at hhv.de:LP Was ich wiederum verstehe ist DJ Harveys Classic Rock Projekt Wildest Dreams, weil ich zumindest meinen David Bowie gehört und das The Doors-Latinum mit Ach und Krach bestanden habe. Ich würde dem zwar jede Map Of Africa-Wiederbelebung oder Sarcastic Disco-Huldigung vorziehen, aber mit solch zeitlosem Machismo weiß ich wenigstens wie man umgehen muss.
 

Die hier vorgestellten Schallplatten haben wir Euch bei uns im Shop zusammengestellt. Gehe zu Aigners Inventur Juli/August 2014 im hhv.de Shop.
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Palmbomen II
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A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
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Records Revisited
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Feindliche Übernahme
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Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
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Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
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Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
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Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
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Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
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DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
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Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
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John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
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Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
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Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
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Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
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Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
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LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
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Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
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Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
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Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
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Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
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Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
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Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
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Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
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Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
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