Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Records Revisited
Sigur Rós – Ágætis byrjun (1999)
Sigur Rós versprachen mit ihrem zweiten Studioalbum »Ágætis Byrjun« »einen guten Anfang«. Daraus wurde ein klares Highlight in der Diskografie einer Band, die Ehrfurcht vor der Schönheit des Fremden weckt.
Text Kristoffer Cornils
Records_revisited_sigur-ros_agaetis-byrjun__1024x685px

»We are not a band, we are music… We are simply gonna change music forever, and the way people think about music. And don’t think we can’t do it, we will«, kündigte die Band Sigur Rós im Jahr 1999 vor Release des Album »Ágætis Byrjun« auf ihrer Homepage an. Große, gar großspurige Worte. Dazu verspricht der Schriftzug auf dem Booklet-Cover im pappenen CD-Schuber: »Ég gaf ykkur von sem varð að vonbrigðum… þetta er ágætis byrjun«, zu Deutsch: »Ich habe euch Hoffnung gegeben, die sich in Enttäuschung gewandelt hat. Dies ist ein guter Anfang.« Eine rückblickende Entschuldigung für das zerfahrene Debüt »Von« (zu Deutsch: Hoffnung) und das dazu veröffentlichte Remix-Album »Von brigði« (ein Wortspiel, das sich entweder als »Variationen zu Von« oder »Enttäuschung« lesen lässt).

Gleichzeitig ist es das ambitionierte Statement zu einem Album, das den Pitchfork-Rezensenten Brent DiCrescenzo zu den Worten »To term this music ›post-rock‹ would be an insult; Sigur Rós are pre-whatever comes this century.« hinriss. Auf hochnäsige Claims folgte ein nicht minder lautes Echo. Nicht nur die Kritik feierte das auf dem isländischen Label Smekkleysa veröffentlichte Album, das 2015 um viel Bonusmaterial als Box-Set neu aufgelegt wird: Es verkaufte sich ausgezeichnet, die Band wurde mit Preisen bedacht und insbesondere die Singles »Svefn-g-englar« und »Ný Batteri« waren häufig in Fernsehserien zu hören.

Der Reiz der Andersartigkeit
Das ist verwunderlich, sehr sogar. Denn wie der alienhafte Engelembryo auf dem dunkelblauen Coverartworkj hat die Musik von Sigur Rós einen befremdlichen, beinahe abjekten Charakter. Vom »Intro« und dem abschließenden Stimmungsstück »Avalon« abgesehen ist keiner der Songs auf »Ágætis Byrjun« kürzer als sechs Minuten, kein Stück orientiert sich an konventionellen Songstrukturen und der ätherische Falsett-Gesang von Sänger Jón Þór »Jónsi« Birgisson lässt auch eingängige Hooks nicht zu.

Nein, die Faszination an Sigur Rós rührt ganz woanders her: Es ist eben die Andersartigkeit ihrer Musik, die deren Reiz ausmacht. »Sigur Rós sind gleichzeitig Opfer und und Täter, sprechen wir vom Island Syndrom.« Dass die Gitarre mit dem Bogen gespielt wird, dass die Lyrics stellenweise keinen Sinn ergeben (»Vonlenska«, zu Deutsch etwa »Hoffnungsländisch« nannte die Presse das) und Videos wie das zu »Svefn-g-englar« den Fokus auf das Wundervolle, Fantastische verrückten. Sprechen wir vom Island Syndrom, also der latenten Stigmatisierung der Insel als einem sagenhaften Ort, dessen Kultur Früchte wildromantischster Prägung produziert, sind Sigur Rós gleichzeitig Opfer und und Täter. Dabei zeigte sich die Band ihrer eigenen Rezeption gegenüber selbst immer nüchtern bis desinteressiert.

Freiheiten statt Geheimnisse
Als sich das Quartett einmal mit den wohl schlechtesten Interviewfragen der Geschichte des Musikjournalismus konfrontiert sahen, vergolten sie das mit den wohl schlechtmöglichsten Antworten auf diese. Fast schien es, als wollten die Isländer zu ihrer Musik gar nichts sagen, als könnten sie das nicht einmal. Dass sich die Fans von Sigur Rós ernsthaft der Entzifferung und sogar Übersetzung der semantisch leeren Töne widmen, die Jónsi auf »Vonlenska« von sich gibt, ringt ihnen regelmäßig nur ein müdes Lächeln ab. So reichhaltig das Sinnangebot von Sigur Rós auch scheint: Die Band verweigert sich der Exegese durch Bodenständigkeit und Schulterzucken.

Auf die palindromischen Strukturen von Tracks wie »Starálfur« oder anderer Spielereien (das »Intro« enthält zum Teil rückwärts abgespielte Passagen des Titelstücks, »Avalon« ist die ein ganzes Viertel langsamere Version eines Parts aus »Starálfur«) angesprochen, erntete die Presse für gewöhnlich ebenfalls höchstens leere Phrasen, die als genau solche markiert waren. »Es gibt keinen Grund, den Leuten etwas darüber zu erzählen. Das ist die künstlerische Freiheit, die du hast. Wir haben es so gemacht, wie wir es wollten«, antwortete Bassist Georg Hólm in einem Interview auf die Frage nach den musikalischen »Geheimnissen« des Albums.

Zwischen Rezeption und Produzentenhaltung
»Ágætis Byrjun« entzieht sich über anderthalb Jahrzehnte nach Veröffentlichung seiner exotisierenden Rezeption und der vermeintlich gleichgültigen Haltung seiner Produzenten. Was das Album aus dem um die Jahrtausendwende seinem Höhepunkt zustrebenden Post-Rock-Diskurs, sondern rückblickend auch Sigur Rós‘ eigener Diskografie herausstechen lässt, ist sein einzigartiger Umgang mit Traditionen und Stilmitteln. Zu sagen, die zehn Tracks wären wunderschön und würden über ihre mehr als 70 Minuten Laufzeit eine einzigartige Atmosphäre schaffen, reicht zur Beschreibung kaum aus.

»Ágætis Byrjun« ist eine kompositorische Meisterleistung, die bis auf die an ein Sonar erinnernden Synthie-Bleeps am Anfang von »Svefn-g-englar« ohne Elektronik auskam und Elemente aus Jazz, Minimal Music, spätromantischer Orchestermusik, Noise, Rock, Pop und, ja, ohrenbetäubender, wunderschöner Stille integrierte. Sigur Rós haben sich das Fremde erst angeeignet – und anschließend etwas Befremdliches daraus gemacht. Was nämlich die eigentlich, nachhaltige Faszination an Sigur Rós’ eigentlichem Debüt ausmacht, ist die Leistung der Band, sich das Fremde erst angeeignet und anschließend daraus wieder Befremdliches geschaffen zu haben. Dass Sigur Rós zwar sicherlich kein breitenwirksames Umdenken über Musik angeregt oder aber den Sound des kommenden Jahrhunderts formuliert hat, spricht im Grunde für sie: Noch immer verbrennen sich EpigonInnen der Band die Finger, wenn sie aus demselben Topf naschen wollen. Noch immer ist »Ágætis Byrjun« in seiner Komplexität und Dichte unerreicht.

Reintegrierte Fremdheit
So leider auch im Falle der Band selbst. Schon das minimalistischere Nachfolgealbum »( )«, das gänzlich auf »Volenska« eingesungen wurde (sprich: ohne Lyrics daherkommt) litt unter seiner atmosphärischen Zweiteilung und der Nachfolger »Takk« konnte sich nicht recht zwischen Post-Rock, Pop und Pomp entscheiden. Es waren die letzten großen, großartigen Alben einer Band, die sich daraufhin einem zwingenden, gefühlsüberladenden Orchester-Pop widmeten, der nur kurzfristig die Effekte erzielen konnte, die »Ágætis Byrjun« bis heute evoziert: die Ehrfurcht vor der absonderlichen Schönheit reintegrierter Fremdheit.

Das Album »Agaetis Byrjun« von Sigur Rós findest Du bei HHV Records: Vinyl 2LP 20th Century Edition | 2LP+CD | 2LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 17.06.2013
Sigur Rós
Kveikur
Mit ihrem siebenten Album »Kveikur« liefern Sigur Rós musikalische Schönheit in Reinform – perfekt ausbalanciert zwischen Ruhe und Sturm.
Music Kolumne | verfasst 02.10.2020
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Review | verfasst 01.05.2011
Radiohead
The King Of Limbs
Thom Yorkes Gesang kommentiert lakonisch eine kompositorisch arme Platte, die sich mit einem interessanten Konzept zu entschuldigen weiß.
Music Review | verfasst 04.05.2012
Jack White
Blunderbuss
Nach Alben mit den Raconteurs und Dead Weather musste Jack White auf seinem Solodebüt weniger Kompromisse eingehen. Ob es geholfen hat?
Music Review | verfasst 31.05.2013
Vampire Weekend
Modern Vampires Of The City
Vampire Weekend stellen ihrem elitären Preppy-Look wieder weltoffenen Pop gegenüber. Echte Hits aber gelingen diesmal nicht.
Music Review | verfasst 28.02.2008
Vampire Weekend
Vampire Weekend
Vier angesnobbte College-Absolventen aus New York versuchen sich an der weißesten Version von Afro-Pop seit Paul Simons »Graceland«
Music Review | verfasst 15.07.2014
Jack White
Lazaretto
Zum Genie gehört der Wahnsinn. Das zeigte Jack White vor ein paar Jahren eindrucksvoll. Auf »Lazaretto« aber leider nicht mehr.
Music Review | verfasst 17.07.2015
Ratatat
Magnifique
Vor zehn Jahren waren Ratatat die Band der Stunde. Seitdem haben sie ihren Sound kaum weiterentwickelt. »Magnifique« macht trotzdem Spaß.
Music Review | verfasst 24.01.2017
The xx
I See You
Ohne sich zu wiederholen, veröffentlichen The xx mit ihrem drittel Album »I See You« wiederum ein zeitgenössisches Stück Popmusik.
Music Review | verfasst 24.06.2017
Radiohead
OK Computer OKNOTOK 1997-2017
Vor zwanzig Jahren ist »OK Computer« von Radiohead erschienen, also erscheint zum Jubiläum eine erweitere Neuauflage.
Music Review | verfasst 19.07.2019
Thom Yorke
Anima
War das zu erwarten? Thom Yorke hat mit »Anima« sein bislang eingenständigstes künstlerisches Statement als Solokünstler abgegeben.
Music Essay | verfasst 24.03.2011
Radiohead
Das Prinzip Radiohead
Während sich derzeit die Journaille über die ästhetische Größe des neuen Radiohead-Werkes The King Of Limbs die Köpfe zerbricht, fragt sich unser Autor Daniel von der Vring, wieso man diese Band nicht so richtig doof finden kann.
Music Porträt | verfasst 18.10.2017
King Krule
Endstation: Tiefseegraben
King Krule wird seit seinem LP-Debüt zugeschrieben, er sei die Stimme einer Generation. Vorwiegend ältere Zeitgenossen sehen das so. Was lässt sie das so sehen? Eine Analyse anhand einiger Textstellen aus King Krules neuem Album, »The Ooz«.
Music Kolumne | verfasst 22.02.2018
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Kolumne | verfasst 07.09.2019
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.