Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Text Kristoffer Cornils
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1 Das Leben hinter den Masken
Drake war wirklich nicht der Erste, der mit der Eleganz einer vom Gegenwind gebeutelten Mülltüte einen Tanz hinlegte. Auch wenn seine stockigen Schunkel-Moves vor wohltemperierten Ambilight-Background im Video zu »Hotline Bling« das Jahr 2015 dominierten, findet sich ein Vorläufer im vorangegangenen: Als die Future Islands im März 2014 bei Talk Show-Host David Letterman ihren Song »Seasons«, vorstellten, sorgte das nicht etwa deshalb für Gesprächsstoff und Begeisterung, weil die musikalische Leistung herausragend gewesen wäre. Was hingegen die Gemüter erregte, waren die Gummigelenk-Moves von Sänger Samuel Herring. Wie bei Drake ging es rechts runter, links runter und der Kopf schien zu machen, was er wollte. Zusätzlich holte Samuel Herring noch alle Feuerzeug-in-the-air-Pathos-Gesten der Rockgeschichte raus. Da schwollen die Halsadern an, bis sie kurz vorm Platzen waren. Dazu die Vocals: Gutturales Growlen nah am Death-Metal-Gekehle. »Buddy, come on!«, schrie Letterman überwältigt, noch bevor der letzte Ton verklungen war. Überraschung, Begeisterung, Sprachlosigkeit über so viele echte Gefühle. Eine Kapitulation vor dem authentischen Ausdruck.

Auf Drakes »Hotline Bling«-Video wurde anders reagiert. Breiter zum einen, denn die inszenierte Awkwardness ist in mehr als einem Jahr aus dem Late Night-Dunkel ins Spotlight geschliddert. 2015 hörte Pop großflächig damit auf, sich um Authentizität und Echtheit zu scheren. Womöglich, weil die Welt um uns so echt wurde, dass es weh tat. Vor allem aber wurde auf »Hotline Bling« reagiert wie auf Drake immer reagiert wird: Mit Memes, Memes und noch mal Memes. Drake weiß das, und vielleicht sogar legt er es darauf an. Das Video zu »Hotline Bling« wurde um ein Vielfaches erfolgreicher als der eigentliche Song, der es nicht einmal auf den ersten Platz der Billboard Hot 100-Charts schaffte. Spott, Häme und der Fremdschamgenuss über so viel artifiziellen Quatsch.

Gegeneinander gehalten könnten die beiden Videos bis auf den überdrehten Tanzstil ihrer Protagonisten unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite die Überdosis Authentizität des Future Island-Sängers, auf der anderen abgeklärte slickness Drizzys. Dabei allerdings fußt der emotionale-Erpressungs-Rap von Drake womöglich auf mehr genuinen Gefühlen als Samuel Herrings keuchendes Körperpathos. Beide schaffen es jeweils im selben Zug, echt und unecht in einem zu sein. Ein Paradox.

Was sich bei den Future Islands Anfang 2014 erstmals sichtbar abzeichnete, gipfelte im letzten Jahr mit Drake – und nicht allein ihm. 2015 hörte Pop großflächig damit auf, sich um Authentizität und Echtheit zu scheren. Womöglich, weil die Welt um uns so echt wurde, dass es weh tat.

Denn wann sprechen wir eigentlich von Realität? Vor allem dann, wenn wir über die schlimmen Dinge des Lebens reden. 2015 waren das ganz schön viele, auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Die schlechten Nachrichten hörten nicht auf, sie wurden nur noch schlimmer. Es gab vor ihnen und ihren Konsequenzen kein Entrinnen. Eskapismus schien deswegen keine Option mehr.

Pop stemmte sich weder dagegen noch verflüchtigte es sich. Stattdessen tanzte es vor glatten Neonwänden, und seufzte: »You used to call me on my cell phone«. Es reicht nicht mehr, gehört zu werden und zu hören. Es muss gesehen werden. Pop braucht seine Bilder, schrieb auch Diedrich Diederichsen in seinem Mammutwälzer »Über Pop-Musik« und es fällt schwer, dem zu widersprechen. Je mehr die Welt jedoch von Bildern geprägt wird, desto mehr wird Pop von ihnen abhängig. Je mehr diese Bilder manipuliert und verdreht werden können, desto unechter wird »Pop-Musik«. Ob sie will oder nicht.

Die Körper treten deshalb in den Vordergrund. Es sind nur keine echten mehr. Sie behaupten es auch nicht. Sie werden inszeniert und sie mutieren.

In einem anderen Aufsehen erregenden Video des Jahres 2015 ist ein weißer Schluffi zu sehen, der um einen Rolls Royce tanzt. Seine ganze Erscheinung ist mehr als bizarr: Braids, Grillz, schamhaariger Nackenbart, weites Shirt und enge Jeans, die Füße stecken in Yeezy-Merch. Post Malone legte im Februar mit »White Iverson« den Raktenstart des Jahres hin. Nicht etwa, weil er ein Klischee ist – sondern weil er alle Klischees auf einmal ist. Ein zum Leben erweckter tumblr-Account aus der Trailer Park-Zone des Internets. »White Iverson« dreht sich zu einem Drittel um die Basketball-Leidenschaft Post Malones, zu einem Drittel um den titelgebenden Spieler, reproduziert zu einem weiteren Drittel hedonistische Rap-Klischees von »Bitches« und »Weed« und hat im Gesamten keine nennenswerte Message.

»White Iverson« sagt hingegen sehr viel darüber aus, wie unwichtig es geworden ist, die Codes bestimmter Subkulturen mit Leben zu füllen, sprich die im Rap immer schon wichtige realness zu verkörpern. Post Malone ist das Gegenteil von Authentizität. Er ist alles andere als echt. Die schwammigen Gefühle, die in »White Iverson« durch eine leere Ästhetik gepresst wurden, allerdings schon. »It makes me happy«, singt Post Malone und bleibt in seinen genius.com-Annotationen zum Song eine Erklärung darüber schuldig, was genau ihn eigentlich glücklich macht. Hauptsache Gefühl. Drake hingegen drückt in »You & The 6« ein umso authentischeres Problem aus, dass ihm nämlich die gelebte Authentizität abgesprochen wird: »I used to get teased for being Black / And now I’m here and I’m not Black enough«. Post Malone hingegen muss sich, anders als Eminem zu seinen Zeiten, kaum dafür rechtfertigen, dass seine Karriere die white fruit of Black roots ist.

2 Vom Absonderliche zum Normalzustand
Künstler wie Drake und Post Malone schauspielern sich selbst. Hinter der Maske ließ es sich 2015 leichter leben, zumal kaum noch jemand nach dem fragt, was dahinter liegt. Schrecken, Begeisterung – das alles weicht schneller als zuvor der Gewöhnung. Als die Future Islands im April 2015 zu David Letterman zurückkehrten, um ihren Song »The Chase« zu performen und Samuel Herring ein ähnliches Pathos an den Tag legte, wirkte das nicht mehr außergewöhnlich. Kein »Buddy, come on!« von Letterman, sondern nur noch ein lapidares »There you go!«. Danke für die Showeinlage, jederzeit wieder – ruf uns nicht an, wir melden uns bei dir. Das Absonderliche war plötzlich zum Normalzustand geworden, die Überraschung blieb folglich aus.

Drake und Post Malone sind Jahrzehnte und eine gründliche mediale Umwälzung von der Behauptung Chuck Ds entfernt, Rap sei »CNN for Black people«. Zwar gibt es die alte Schule noch, sie muss aber immer kunstfertiger werden, um mithalten zu können. Während Kendrick Lamar oder Vince Staples die Lebensumstände der schwarzen Community auf ihre Art massentauglich verdichten und Haftbefehl selbst vom Feuilleton für seine (vermeintlich) authentische Gossenprosa gefeiert und auf post-strukturalistische Machtanalysen hin gedeutet wird, sind übersteigerte Kunstfiguren von Kollegah bis Money Boy und seinen etlichen Epigonen die Lieblinge der deutschen Mittelschicht jüngeren Alters.


Money Boys Karriere begann treffender Weise in der scripted reality des Privatfernsehens sowie als YouTube-Viral und beschäftigt eine riesige Zielgruppe, von der nicht immer ganz klar ist, wie ironisch oder aufrichtig sie den aufgedunsenen Österreicher wirklich abfeiern. Zumal der 34-jährige Sebastian Meisinger selbst wohl kaum noch wissen kann, wo seine Persona aufhört und die eigene Identität anfängt. So distanziert und ironisch sich Money Boy gibt: Er verwächst umso enger mit seiner Rolle. Wie bei Future Island macht die bloße Wiederholung das Absonderliche zum Normalzustand, wie bei Post Malone wird das Fremde irgendwann zum Eigenen. Was auch immer hinter Mbeezys Maske liegt, wird langsam von ihr aufgesogen. Denn solange irgendwo ein videofähiges Smartphone in der Nähe ist, dreht Meisinger den Swag auf. Es ist immer ein videofähiges Smartphone in der Nähe.

Die uns umgebene Technik ist mittlerweile dermaßen in unser Leben integriert, dass Holly Herndon nicht zu Unrecht behauptet, der Laptop sei vielleicht das intimste Instrument unserer Zeit. Vor gar nicht allzu langer Zeit sah das ganz anders aus. Cher machte Mitte der 1990er Jahre Autotune bekannt, weil sie ihre eigene Stimme scheiße fand. Zu einer Zeit, als artifizieller Eurodance Hochkonjunktur hatte, passte sich das ästhetisch ein, zwischen ihr und ihrem Publikum aber klaffte das Uncanny ValleyUncanny Valley
Eine Studie, die u.a. gezeigt hat, dass Menschen völlig künstliche Figuren anziehender und akzeptabler finden als Figuren, die zunehmend realistischer werden.
kilometerweit auf. Autotune bedeutete für Cher die Flucht vor der Realität des eigenen Körpers und für ihr Publikum einen kleinen Schock. Heutzutage kommt ein Future, der über sehr reale Themen rappt, gar nicht mehr ohne ihn aus – das absonderliche Markenzeichen ist zu seiner Essenz geworden. Bei Post Malone fällt sie überhaupt nicht mehr auf.

Anders Kendrick Lamar, der im Finale von »To Pimp A Butterfly« einen kongenialen Kompromiss wählt und in ein Zwiegespräch mit 2Pac eintritt, das gleichzeitig (selbst-)verklärend wie ernüchternd ist. 2Pac ist tot, er kann nicht antworten. Es ist eine bizarre, vollkommen künstliche Situation. Das gemeinsame Lachen von Kendrick Lamar und dem Idol ist ein schmerzhaft post-dramatischer Einschnitt in eine Platte, die ihre Melodramatik aus der harschen Alltagsrealität bezieht. »What’s your perspective on that?«, lautet Lamars letzte Frage an Pac, sie bleibt unbeantwortet. Die Vergangenheit schweigt sich über die Zukunft aus. Was Allen Iverson für Post Malone ist, das ist das Gespenst 2Pac für Kendrick Lamar: Das unerreichbare Ziel einer sehr echten Sehnsucht. Pop hat 2015 also aufgehört, Antworten auf simple Fragen zu liefern. Manchmal antwortet sie gar nicht mehr.

Selbst im authentizitätsangereicherten Punkrock lieferten mit The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die und Self Defense Family zwei Bands neue Alben ab, die eigentlich keine Bands mehr sind, sondern sich als lose Kollektive mit rotierender Besetzung verstehen. Das bietet keine Identitätsfläche mehr.

Die ehemals fixen Identitätsflächen schmelzen und verflüssigen sich. Es gab 2015 viel Wasser zu hören, etwa auf Holly Herndons Album »Platform« oder in den Lyrics von Kelela. Das Fluide ist auch der Modus, in dem sich every critic’s darlings Arca und Jesse Kanda bewegen. Ähnlich die Musik von zum Beispiel Lotic, der sich zwar durch Sampling eindeutig in queere, von people of colour geschaffene Traditionen einreiht, sich ästhetisch aber nicht verschubladen lässt. Instrumental Grime war eines der Buzzwords des Jahres, es handelt sich um einen ziemlich diffusen Begriff. Eine definitorische Käseglocke, unter deren Rand es durchsickert. Genres, Subkulturen und ihre Codes sind keine Bezugssysteme mehr, sondern nur noch Referenzpunkte. So wie etwa Post Malones Braids und Grillz auf eine schwarze Hip Hop-Kultur verweisen und seine Hose auf eine weiße Hipsterigkeit. Ein ganzheitliches Bild kann das eigentlich nicht ergeben und doch tanzt dieser Typ am Ende der Echtzeit melancholisch um einen geliehenen Rolls Royce.

3 Körper, Haltungen und Körperhaltungen
2015 spielten sich die dringendsten Identitätskonflikte am Körper ab. Zumeist in einem Bereich, in dem soziales Konstrukt mit vermeintlicher biologischer Realität aneinander reiben: Wenn sich Björk für das Cover von »Vulnicura« eine Vagina in die Brust einbauen lässt, ist das eine konfrontative Ansage an überholte Konventionen in Sachen Gender. Ihr könnt mich zwar an- und sogar durch mich hindurchsehen, ihr seht mich aber nicht. Viel zwiespältiger zeigt sich indes die jüngere Generation. » Kelela betont, dass ihr Körper für den Betrachter virtuell bleibt«, schrieb Philipp Kunze an dieser Stelle in seinem Essay zu ihrem Video »A Message« . Ähnlich FKA Twigs’ Video zu »M3LL155X«, in welchem sie als aufblasbare Gummipuppe dem male gaze begegnet. Indem sich die Körper verflüssigen und völlig entäußern, treffen sie essentielle Selbstaussagen, die nicht selten allgemeine Verhältnisse auf den Punkt bringen. Twigs allerdings ging noch einen Schritt weiter und inszenierte einen Werbefilm für Google Glasses als Kunstprojekt – oder umgekehrt? Der Unterschied liegt in der (Körper-)Haltung: Die Björk-Mutantin auf dem »Vulnicura«-Cover steht aufrecht und konfrontativ da, das Cover von »M3LL155X« trifft zwischen Abwehrhaltung und Selbstaufgabe keine Entscheidung. Ein paradoxes peekaboo: Ihr könnt mich zwar an- und sogar durch mich hindurchsehen, ihr seht mich aber nicht.

Noch schwieriger wurde die Frage der Haltung beim Kollektiv PC Music. Während auf der einen Seite stilisierte Figuren wie QT schon per Namen auf so wenig Speicherplatz wie nur irgend möglich zusammengestaucht werden, ist die Musik kaum mehr als der Jingle für die hauseigene Merch-Abteilung. QT ist weniger Mensch oder Musikprojekt als vielmehr Maskottchen des eigenen Energiedrinks. SOPHIE veröffentlichte sein Debütalbum »Product« statt rein als immateriellen Datei-Download gleich als Produktpalette, deren Angebot – das u.a. einen im eleganten Schwarz gehaltenen Doppeldildo enthielt – angeblich sofort ausverkauft war. Der Clou: Derweil PC Music das Artifizielle und Abstrakte zelebrieren, ist das immer an sehr echte Dinge gebunden, von denen zumindest einige erhältlich waren, wie etwa der Energy Drink. Bei anderen wiederum handelt es sich um genau das, was dem Meta-Genre Vaporwave seinen Namen verlieh: Vaporware. Objekte, die zwar existieren – allerdings nur in der Theorie. Hauptsache, ein Fetisch wird getriggert.

Dass PC Music eigentlich ein großer Marketing-Coup von Red Bull seien, bestritten SOPHIE und A. G. Cook ausgerechnet gegenüber dem Authentizitäts-vernarrten Rolling Stone unter der vielsagenden Headline »PC Music Are for Real«. For real sind sie in ihrer Begeisterung für ihr Tun genauso wie Post Malone, wie bei dem kann die Überdosis von Codes den Kapitalismus jedoch höchstens spiegeln, nicht aber ihn kritisieren. Deutlich wurde das in der Kollaboration von PC Music und dem Major-Label Columbia. Der Generalvorwurf des Ausverkaufs wurde 2015 kaum noch erhoben, im Falle von PC Music wäre das sowieso müßig gewesen: Ausverkauf ist bei ihnen zum erklärten (künstlerischen) Ziel geworden.

Wie kann eine authentische, echte Haltung noch klingen oder aussehen? Brauchen wir vielleicht doch wieder Protestsongs? Sollten wir uns nicht vereinnahmen lassen? Das sind Fragen, über die Daniel Lopatin aka Oneohtrix Pointer Never in unserem Interview nur müde schnaufte. Lopatin schert sich einen Scheiß drum, ob ihn jemand wegen seiner Verbindungen zu Red Bull kritisieren könnte. Mit seinem diesjährig erschienenen Album »Garden Of Delete« stellt er außerdem den Mythos vom rebellischen Ausbund von Authentizität in Frage: Grunge wird von Lopatin als fabrizierte Lüge enttarnt, die solange wiederholt wurde, bis sie fester Teil der Realität wurde. Er will die Lüge zurückerobern, um sie zu enttarnen. Das ist die Zuspitzung dessen, worum es bisher ging: Das Inauthentische wird dermaßen überzogen, dass es wieder zum Spektakel wird. Letterman soll wieder ein erregtes »Buddy, come on!« schreien, statt gütlich »There you go!« zu brummen.

Wo Lopatin sich zynischer Manipulation hingibt, versucht Holly Herndon es anders anzugehen. Als »Trägersignal«, also eine Art trojanisches Pferd, versteht sie ihre Musik und fungiert selbst als solches: Obwohl ihr Gesicht auf dem Cover zu sehen und von außen allein ihr Name auf ihrem zweiten Album »Platform« zu lesen ist, verweist die Platte über zahlreiche Features auf eine Vielzahl anderer Personen und Ideen. Eine positiv formulierte Antwort auf die Übervernetztheit unserer Tage und nichtsdestotrotz eine Haltung. Eine, die das Gute zu sehen oder besser noch sichtbar zu machen versucht. Unecht wirkt das höchstens, weil wir von Realität meistens dann sprechen, wenn wir von den schlimmen Dingen des Lebens reden.

Haltung nahm Holly Herndon auch im Video zu »Home« ein, das ähnlich nah am Exzess operiert wie die Future Islands bei Letterman oder »Hotline Bling«: Über sechs Minuten starrt Herndon direkt in die Kamera, setzt sich und vor allem ihrem Publikum einer Überdosis Intimität, soll heißen Authentizität aus. Obwohl es keine (physische) Nähe zwischen uns gibt, meinen wir sie doch zu spüren. Wie bei einem Skype-Gespräch allerdings, in welchem sich die Redenden zwar ansehen, nie aber einander in die Augen schauen können. »It feels like you see me«, singt sie, »When you look at me/You’re somewhere else« Kelela. Das ist die (schlimme) Realität der Kommunikation mit Pop-Stars, auf einen Nenner zusammengestrichen: Obwohl es keine (physische) Nähe zwischen uns gibt, meinen wir sie doch zu spüren. »It makes me happy«, sang schließlich auch Post Malone und was ihn da eigentlich glücklich macht, das ist ziemlich egal.

Dem gegenüber aber steht das Verlangen nach Einfachheit und Echtheit, ob es der Analog-Hardware-Fetisch im Techno ist oder der anhaltende Vinyl-Boom, in dessen Rahmen gerne vom »warmen« Sounds des Mediums gesprochen. Warm wie ein lebendiger, echter (Klang-)Körper. Auch die »Lügenpresse«-Schreie des (selbsterklärten) deutschen Packs entspringen der Verzweiflung, keine simplen Antworten mehr zu bekommen, die es in einer komplizierten Welt wie unserer zwar nie gegeben hat, die aber in einer weniger komplexen medialen Situation auf vermeintliche Wahrheiten zugespitzt werden mussten. Propaganda-Blogs, Verschwörungstheorien, obskure YouTube-Kanäle haben deshalb Hochkonjunktur, weil sie genau das versprechen: Simple Antworten mit Wahrheitsanspruch. Zu Kendrick Lamars »What’s your perspective on that?« lassen sich dort reihenweise Repliken finden.

Authentizität mag in unserer kapitalistisch durchdrungenen Gesellschaft eine Währung sein. Pop zeigte uns im letzten Jahr jedoch, dass auf der Rückseite der Medaille kein Wert notiert ist. Es gibt nichts mehr hinter der Maske. Wer bleibt denn nun er selbst – Sebastian Meisinger oder Money Boy? Hatte Diedrich Diederichsen noch 2014 geschrieben, dass es beim Popstar »unentscheidbar [sei], ob der Protagonist eine wirkliche oder eine erfundene Figur ist«, muss das nach 2015 revidiert werden: Wirkliche und erfundene Figur sind miteinander verschmolzen, flüssig geworden. Am Ende der Echtzeit wird das Selbst aufgegeben. Damit erst wieder Aussagen über das Selbst getroffen werden können. Es sind lediglich keine einfachen, simplen Antworten. Weil wir in keiner einfachen, simplen Welt leben.

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Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Review | verfasst 31.10.2014
Arca
Xen
Grell, grimmig und bissig ist dieses Album ein ekliger Finger, der dich lockt. Aber du musst folgen und du wirst.
Music Review | verfasst 17.12.2015
Arca
Mutant
Arca hat den Sound von FKA Twigs als auch den von Björks jüngster Platte geprägt. Seine eigenen Arbeiten sind nun auf »Mutant« nachzuhören.
Music Review | verfasst 13.04.2017
Arca
Arca
Arca war lange ein faszinierendes Konzept. Das ist es jetzt nicht mehr. Es ist jetzt eine tatsächlich fühlbare Realität.
Music Review | verfasst 24.09.2020
Arca
&&&&&
Start des Postgenres: Arcas »&&&&&« war Prototyp für die Generation Deconstructed Clubmusic.
Music Porträt | verfasst 06.11.2014
Arca
Raus aus der Komfortzone
Es gibt viele Gründe, warum Kanye West nicht die Pappnase ist, für die ihn alle halten. Denn auf »Yeezus« hat er den Produzenten Arca für einige Tracks geholt. Nun erscheint »Xen«, die erste komplette eigene Platte des 24-Jährigen.
Music Kolumne | verfasst 08.07.2020
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.