Music Essay | verfasst 19.04.2016
Humor im Deutschrap
Darum finden alle SSIO witzig
Deutschrap ist so komisch wie nie zuvor. Er ist es mal freiwillig, mal unfreiwillig, für jeden Geschmack was dabei. Nur ein Rapper aber besitzt eine Art von Humor, auf die sich scheinbar alle einigen können: SSIO. Warum?
Text Johannes Bär , Fotos Martin Pohle
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Deutschland 2016. Georg Kammerer hat erst kürzlich treffend beschrieben, wie schlecht es um die deutsche Comedy steht. Nun lässt sich Humoristisches glücklicherweise nicht nur im offiziellen deutschen Quatschgewerbe finden, sondern auch anderswo. Jene, die natürlich wissen, dass Louis C.K. es immer besser macht als seine deutschen KollegInnen, lassen Dieter Nuhr oder »heute-Show« getrost links liegen. Und verlassen sich stattdessen: auf die deutsche Rapszene.

Obwohl Humor schon immer ein wichtiges Stilmittel im Hip Hop grundsätzlich, und speziell im Rap war, zeichnet sich dort besonders in den letzten Jahren ein Trend zum Komischen ab. Das liegt zunächst an der Beschaffenheit des Genres selbst, das sich mit komischen Konzepten eine entscheidende Gemeinsamkeit teilt: Beide leben davon, dass sie überzeichnen, reduzieren und typisieren.

Witze leben von der Überzeichnung der komischen Objekte, auf die sie abzielen – RapperInnen von der Überstilisierung ihrer Kunstfiguren. Kein anderes musikalisches Genre bringt von vornherein soviel komisches Potential mit sich und ist fernab seiner eigentlichen Kunst (der Musik) so unterhaltsam.

In einem Kosmos bestehend aus kuriosen Kunstfiguren, die provozieren, allerhand Unfug treiben und permanent aufeinander prallen, muss notwendigerweise Komisches entstehen. So verfolgen Tausende gebannt »epische« Interviews auf YouTube oder Social-Media-Klamotten wie kürzlich die um Fler und Kollegah am Berliner Alexanderplatz.

Humor ergibt sich vor allem durch die Interaktion der Rapper untereinander, dem Online-Publikum und dessen Kommentarkultur. Komische Potentiale und die erhöhte Aufnahmebereitschaft der Konsumenten, die sich dadurch generieren lässt, haben Rapper und die Strippenzieher im Hintergrund natürlich längst erkannt und forcieren sie gezielt.

So kommt keine großangelegte Promo-Phase mehr ohne Humor aus, auch wenn das Beworbene schließlich deutlich unkomischer ausfällt als seine Reklame. Eine Media-Markt-Werbung kann schließlich so witzig sein wie sie will, der Toaster, den man letztlich deswegen kauft, ist es nicht. Und so ist es eben auch bei Kollegah.

Natürlich findet man Witziges in der deutschen Rapszene auch außerhalb der bloßen Interaktion. Auch auf Textebene begegnet man vermehrt bewusst gemachter Komik. Oder wenigstens der Intention, komisch sein zu wollen. So gab es in Reminiszenz an die frühen 00er Jahre wieder vermehrt Scherzkapellen wie die Orsens, Trailerpark und dergleichen.

Es gab Xatar, Zugezogen Maskulin, Fatoni und Dexters »Yo, Picasso«. Audio88 und Yassin haben sich mit »Normaler Samt« endgültig aus ihrer depressiven Lethargie erhoben und zu ihrem Humor gefunden. »Eine Media-Markt-Werbung kann schließlich so witzig sein wie sie will, der Toaster, den man letztlich deswegen kauft, ist es nicht. Und so ist es eben auch bei Kollegah.« Auch die deutsch-österreichischen Cloud-, Trap-, SwagrapperInnen um LGoony, Hayiti, Crack Ignaz und den »Feministen und Ehrenmann« Yung Hurn liefern durchaus Komisches ab. Und erinnern zugleich mit ihrem Nihilismus und der absichtlichen Vermeidung von Sinnaufgeladenem an die Dada-Bewegung.

Das Spektrum an Humoristischem im deutschsprachigen Rap ist also erheblich diversifiziert. Ob man nun Yassin, der mit Blähungen und Hartz-4-Ernährung auf dem Konzert seiner Hater auftaucht, witzig findet, sich einen Schmunzler nicht verkneifen kann, da sich hinter Flers blauen Augen mutmaßlich ein Jochbeinbruch verbirgt, oder man herzhaft über die Orsens lachen kann – es bleibt immer Geschmacksache. Humor ist eben ein subjektives Phänomen.

Und dennoch: Auf den Humor von SSIO scheinen sich alle einigen zu können. Alle, ausnahmslos alle, die man befragt, weil man zufällig einen Text darüber schreiben soll, finden den Typen witzig. Er ist sozusagen der Loriot des Deutschraps.

Wieso hat eigentlich niemand wirklich etwas gegen SSIO und wieso finden wir ihn überhaupt so witzig?

Um zu verstehen, warum SSIOs Humor so gut funktioniert, warum er so viele hinter seinem Humor versammeln kann ohne Allgemeinplätze abzufragen, muss zunächst Humor als Phänomen genauer betrachtet werden.

Was ist also eigentlich Humor, wieso finden wir an etwas Komischem Gefallen und lachen letztlich darüber?

Humor lässt sich zunächst einfach als Disposition beschreiben. Er ist die Haltung eines Individuums den Dingen gegenüber und meint die Fähigkeit der Beschissenheit der Welt etwas entgegenzusetzen. Während nun also Humor etwas ist, das man hat, muss Komik (z.B. ein Witz) gemacht werden.

Sie braucht immer ein Überraschungsmoment und ist ein Spiel mit Erwartungshaltungen, die sie zu unterlaufen versucht. Komik lebt von Inkongruenz und Ambivalenz. Sie wirft also Widersprüche auf, über die dann letztlich gelacht werden können. Wenn etwas innerhalb einer erwartbaren Situation eben dieser zuwiderläuft, kann das komisch sein. Im Gegensatz zum Humor, der sich aus dem Subjekt selbst generiert, hängt Komisches immer an Objekten, die in ihrer Widersprüchlichkeit von der relativen Wirklichkeit der Wahrnehmenden abweichen.

Ein guter Witz, könnte man sagen, stellt die Wirklichkeit in einer überzeichneten Art und Weise dar und weist somit auf das tatsächliche Absurde unserer Alltäglichkeit, die wir sonst nicht wahrnehmen – eben weil sie alltäglich ist. In jedem Witz und in jedweder Komik muss also etwas Wahres bzw. etwas wahrhaft Menschliches sein.

Es kann z.B. schon witzig sein, wenn jemand von einer gängigen Konvention abweicht oder sich in einer uns bekannten Situation (unserer Meinung nach) unangemessen verhält. Lustige Tiervideos und Memes funktionieren so. Tiervideos erscheinen uns nur dann als besonders witzig, wenn wir im Verhalten der Tiere entgegen ihrer Anlage menschliche Züge zu erkennen glauben. Und auch Memes (»that moment when…«) erinnern uns in überzeichneter Form daran, wie wir in einer ähnlichen Situation reagieren würden oder vielleicht sogar schon reagiert haben.

Im Optimalfall teilen sich komisches Objekt und auffassendes Subjekt für das Funktionieren von Komik den gleichen Bezugsrahmen, d.h.: Erzählt man einen Witz, sollten die Empfänger des Witzes über das gleiche Vorwissen verfügen. Eure Eltern werden demnach das Fler-Interview, über das ihr herzhaft lachen konntet, mangels Zugang zur Jugendkultur, kaum lustig finden. Sich wohl aber darüber freuen, dass ihr über irgendwas lacht.

SSIO gelingt es wie keinem anderen, gemeinsame Bezugsrahmen mit dem Hörer aufzubauen und sie mit Dingen zu füllen, mit denen sich HörerInnen identifizieren können. Dazu kommt: das Geschick, mit dem er solche Dinge aufgreift.

Sowohl Rapmusik als auch Komik leben von Referenzen, die von ihren RezipientInnen erkannt werden müssen – funktionieren aber nie nur durch bloßes Kopieren, sondern immer nur dann, wenn sie ihrer Referenz neue Facetten abringen. Dadurch, dass bei SSIO nichts außer der Sound selbst sich der Bezugsquelle (Raps golden era nämlich) verschreibt, kann ihm nicht passieren, was seinen Straßenrapkollegen in der Regel oft passiert: Sie werden ironisch gefeiert.

Wurden Haftbefehl und Celo & Abdi noch oft belächelt, ironisierend als »Assis« abgefeiert und als Ghetto-Kuriositäten herumgereicht, funktioniert das bei SSIO einfach nicht. Die Kunstfigur bricht ihre Klischee-beladenen Aussagen stets selbst-referentiell.

Dadurch ergeben sich andere Ambivalenzen und Lesarten. Entscheidend sind dabei zwei Dinge: a) was die RezipientIn als die Ordnung empfindet und b) wie sie die im Text/Video vollzogene Abweichung von dieser bewertet. Hält sie die Abweichung von der Ordnung als versehentlich, distanziert sie sich. Die Folge: das komische Objekt wird ver-lacht. Dieses Lachen ist dann der kollektive Gewaltakt einer Mehrheit, die eine bestimmte Ordnung für richtig hält, gegenüber einer scheinbar unangepassten Minderheit.

Exemplarisch kann man SSIOs gemeinsamen Track mit Haftbefehl heranziehen, »Pissstrahlen auf 808 Beats«. Während Haftbefehl über »Kilos« rappt und mit seinen Antiamerikanismen nahtlos ans Konspirative aus »Unzensiert« anknüpft, lässt SSIO Facebook-Gangster bauchtanzen und zwingt Gargamel und Schamhaargel in einem Reim zusammen, dass einem die Haare zu Berge stehen.

Mangelnde Distanz auf der einen, eine Menge davon auf der anderen Seite. »Mit Bushido möchten die meisten kein Bier trinken gehen. Schon deshalb kann er nur schwerlich witzig sein.« Während Hafti schon alleine durch das, was er ernsthaft dazustellen scheint (seinen Habitus und den gewohnten realisierten Sprachmix) per se vom gesellschaftlichen Status Quo abweicht und somit als komische Figur wahrgenommen werden kann, entzieht sich die Kunstfigur SSIO dieser Lesart. SSIOs Part, der sich zwar inhaltlich um dasselbe dreht, textlich aber alles ins Absurde gleiten lässt, weicht einerseits von der relativen gesellschaftlichen Konvention ab, andererseits aber auch von regelhaften Norm von Street-Rap bzw. Gangstarap selbst (die selbst ja von ironisch Feiernden als »verkehrt« wahrgenommen wird). Er treibt die Abweichung bewusst voran und kann somit keine lächerliche Figur mehr sein, wohl aber eine Komische.

Es wird nicht nur mit SSIO gelacht, sondern mit ihm über andere Straßenrapper. Warum aber?

Die meisten Hip-Hop-Medien halten seine ironische Haltung zur Straßenrapszene für den Grund. Das hieße aber, dass er sich eben davon distanzierte. Was er aber nicht macht. Er lässt zwar immer wieder Selbstironie durchschimmern, die sich aber wie das Wort schon suggeriert, immer nur auf die eigene Person bezieht, nie aber auf die Straßenrapszene als solches. SSIO bemüht zwar alle gängigen Themen dieses Subgenres (dealen, pumpen, ficken) und überzeichnet diese – dabei distanziert er sich aber nie von der Szene, sondern nur von sich selbst. Im Gegensatz zu beispielsweise Haftbefehl, der weder in seinen Texten weder zur Kunstfigur noch zu den Texten Distanz herstellt. Die Folge davon: Mit SSIO kann sich ein Großteil identifizieren – während Hafti eher auf Blockbuster-Niveau unterhält.

SSIO macht vor nichts halt, vor keinem Klischee, keinem Stereotypen, aber vor allem nicht vor der eigenen Persona. Textlich ist das allermeiste großer Unfug. SSIO ist durchgehend infantil-vulgär unterwegs, sich für keinen Kalauer zu schade. Da riechen Haze-Knospen wie »Arschlöcher von Südamerikanerinnen« – man lässt’s ihm durchgehen. Weil schon im Vorfeld klar definiert ist: Etwas anderes braucht man nicht zu erwarten.

Vulgärhumor, Kalauer und Teenagerscherze. Wo ist der Witz, und wenn dort einer ist, wieso scheint er sich nicht bereits nach einem Song zu erschöpfen?

Anhand einiger Beispiele lässt sich der Humor des Rappers am besten festmachen. In fast allen Videoauskoppelungen, die es von SSIO gibt, sind Sketche nach klassischem Schema eingewoben.

In dem Video zu dem Song »Unbekannter Titel« aus »Spezialmaterial« ergibt sich ein Referenzwitz aus solch einem Sketch, der unvermittelt innerhalb des Videos (ab Minute 1:31) eingeschoben wird. SSIO klingelt dort an einer Tür, sein Bonner Kollege Obacha öffnet. Eine klassische Dealer-Transaktion bahnt sich an (»Hast du die Sachen dabei?«). Er betritt die Wohnung und packt seinen Rucksack aus. Wider Erwarten kommen nun keine Drogen zu Tage, sondern eine Packung Crunchips Oriental, was von Reaf mit Ausrufen der Begeisterung zur Kenntnis genommen wird. Es folgen Chocomel (»Mein Herz bleibt stehen«) und Koalas, nur um dann letztlich doch Shit aus dem Beutel zu holen.

Ein klassischer, eigentlich strukturell konservativer Gag, der die Erwartungshaltung seines Publikums ganz einfach unterwandert und somit universelle Komik entwickelt. Jeder könnte theoretisch darüber lachen. Auf der zweiten Ebene ist es natürlich astreiner Kifferhumor, der ein ordentliches identifikatorisches Potential mit sich bringt. Ein ganz wichtiger Punkt. Der Betrachter kann zur Situation und den handelnden Personen Bezug nehmen. Dadurch findet er das Gesehene lustig – niemals aber lächerlich. Ein Bushido kann also beispielsweise schon deshalb nicht genuin witzig sein, da er einfach nicht als sympathisch empfunden wird. Man möchte kein Bier mit ihm trinken gehen.

SSIOs Videos erinnern stark an den früheren Eminem und dessen obligatorische Scherzvideos, die er traditionell zu den ersten Singleauskopplungen seiner jeweiligen Alben veröffentlichte.

Wie eben bei Eminen zeichnen sich auch SSIOs Videos durch eine extreme Detailverliebtheit aus und sind derart überladen, dass sich dort immer wieder Neues entdecken lässt. Die Komik ergibt sich sodann aus der Mischung aus zahlreichen Referenzen in Bild und Text, die immer ambivalent sind und mehrere Lesarten zulassen. Man kann in der Fülle an Gags, die beide am Fließband produzieren, dieses oder jenes übersehen, das Gesehene als Kalauer abtun (bzw. über diesen kichern) oder herzhaft lachen, versteht man die jeweilige Referenz.

So kann man sich darüber freuen wenn in der ersten Szene des »0,9«- Videos der angedeutete Blowjob in der Badewanne ausfällt, sich bei der untertitelten, asynchronen Bild-Text-Relation an regnerische Mittage mit Kinox.to erinnern. Genauso kann man die Cockpit-Szene (»Hakim, was machst du in meinem Flugzeug – Jeff, ich heiße Jeff«) übersehen, als Nonsens abfeiern, oder wissen, dass sich bei dem Schauspieler um den aus der nächtlichen Trashwerbung für ein Dating-Portal handelt, der dort den gleichen Spruch bringt.

Die Witzigkeit SSIOs lebt also von vielem. Besonders aber ergibt sie aus der Kunstfigur selbst, die sympathisch ist, in Interviews aus dem Nähkästchen plaudert, nichts und besonders sich selbst nicht ernst nimmt, in Verbindung mit der Musik, den Texten und Videos.

Obwohl SSIO mit »0,9« nahtlos an alte Erfolge anknüpft und eigentlich nichts geändert hat (er selbst rappt, dass es sich seit drei Alben beharrlich nur um »Drogen, Huren und immer um Mecces« drehe), gelingt es ihm weiterhin zu überraschen – und dadurch komisch zu bleiben.

Die Witzigkeit SSIOs ist also vielfältiger als zunächst angenommen und erschöpft sich nicht einfach in infantiler Vulgärpoesie.

SSIO arbeitet mit Ambivalenz und Inkongruenz und kann somit auf mehreren Ebenen die Erwartungen unterschiedlicher Hörergruppen unterlaufen. In der Mischung aus sympathischer Kunstfigur, die die verschiedensten identifikatorischen Potentiale mitbringt, den Videos, die aus an klassischen Sketchen, Slapstick und vielen referentiellen Details bestehen und dem ernsthaft betrieben Unernst, der immer wieder zu komischen Widersprüchen führt, liegt der Reiz. SSIO verkörpert das neuerworbene Selbstvertrauen postmigrantischen Raps in Deutschland als popkulturelles Genre, der nun auch mal einen Witz auf die eigenen Kosten macht und vertragen kann. Der Konsens über seinen Humor in der Szene rührt daher, dass er in seiner Bandbreite wohl jedem, der irgendwie rapmäßig sozialisiert worden ist, etwas bietet, über das gelacht werden kann. Man kann ihn als Parodie auf Straßenrap verstehen, sich als Kiffer mit ihm identifizieren, sich an Nonsens und Pennälerscherzen erfreuen, oder an den zahlreichen Referenzen ergötzen.

Der Spaß hat kein Ende: Bei hhv.de gibt es Tonträger von (fast) allen im Artikel auftretenden Künstlern
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Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?