Music Porträt | verfasst 20.10.2016
Katie Gately
Die Errungenschaften der Menscheit
Katie Gately definiert Fortschritt als den Weg zwischen A und B. Ihre Karriere verlief keineswegs geradlinig, ihr Album »Color« ist Pop und Chaos zugleich. Mit wenig Mitteln und viel Aufwand will sie uns eins sagen: Du bist nicht allein.
Text Kristoffer Cornils , Fotos Jasmine Safaeian / © Tri Angel Records
Jasmine_safaeian_9879-web
Rubriken_sticker_detail_01

Telefongespräche sind das reine Chaos. Es braucht Vorstellungsvermögen und, noch wichtiger, Empathie, um das Gegenüber zu verstehen. Telefonieren ist kurz gesagt emotionaler Höchstleistungssport. Katie Gately aber mag es, zu telefonieren. Einerseits, weil sie schon viel durch die USA gezogen ist und so mit den wichtigen Menschen in ihrem Leben in Kontakt bleiben kann. Andererseits vielleicht aber auch, weil es für sie kaum etwas Faszinierenderes gibt als Klang, Technik und ihren Zusammenhang mit menschlichen Gefühlen.

Telefongespräche sind auch eine bequeme Art, im Sitzen zu reisen. »Fortschritt, das heißt für mich, von A nach B zu kommen«, sagt Katie Gately in Los Angeles und wird in Berlin gehört. Was aber bedeutet das, von A nach B zu kommen? Früher hatte Katie Gately ein Laufband in ihrem Studio, sie produzierte ihre Musik im Gehen – und blieb dabei doch am selben Fleck. Das ist mittlerweile kaputt, ihre neue Platte entstand im Sitzen und doch hat Gately vorher aufgeräumt. Neue Wohnung, neues Studio, eine kleine Aufnahmekammer, in dem sie ungestört vom Straßenlärm ihr wichtigstes Instrument aufnehmen kann: ihre Stimme.

Ihr zweites Release, ein 14-minütiger Track auf dem Label Blue Tapes, besteht nur aus manipulierten und geschichteten Aufnahmen von Katie Gatelys Stimme. »Naja, das ist eben kostenlos«, sagt sie trocken. »Du brauchst nicht lernen, deine Stimme zu verwenden und es ist ein Instrument, das nur du spielen kannst.« Schon auf ihrer Debüt-EP für das Label Public Information machte sie mit kleinsten Dingen viel Lärm. »Ice« etwa, ein knirschender Track mit über drei Minuten Länge, basierte auf einer einsekündigen Aufnahme von – natürlich – Eis. Wenig Material, viel Aufwand und noch mehr Effekt – das kennzeichnet das Gros ihrer Veröffentlichungen aus.

Katie Gatelys eigener Backkatalog scheint so gar nicht ihrem Verständnis von Fortschritt zu folgen. »Als ich Björk meinen Remix gesendet habe, habe ich fast gekotzt., so nervös war ich.« (Katie Gatley) Von A nach B geht es nicht, sondern eher über Umwege kreuz und quer. »Die haben mich auf Soundcloud gefunden, wo meine ganze EP zu hören war, und schrieben mich an: ›Nimm die runter, wir bringen das auf Platte raus!’‹Na gut, okay, meinte ich, machen wir das halt«, lacht Katie Gately über den ersten Kontakt mit Public Information. »Aber selbst jetzt denke ich: ›Moment mal, wie bitte?‹ Ich habe damals nur aus Spaß mit all dem angefangen und keinen blassen Schimmer von der Musikwelt.« Pläne hatte sie keine, hauptsächlich kümmerte sie sich damals noch um das Sounddesign von Filmen. Musik war für sie zuerst eine Testumgebung. »Ich konnte sie in einen persönlicheren Fluss bringen, als das bei Filmen möglich wäre, wo deine eigenen Emotionen keine Rolle spielen.«

Emotionen sind nicht nur am Telefon der Fixpunkt von Katie Gatelys Schaffen. Vor ihrer Karriere als Produzentin und vor ihren Filmarbeiten studiert sie Philosophie und legte den Schwerpunkt auf Musik, genauer auf den Zusammenhang von Musik und Emotionen. »Ich bin wahnsinnig fasziniert und auch verblüfft darüber, dass wir Musik hören und dabei etwas fühlen. Das tun wir nämlich auch bei rein tonalem Klang, hinter dem keine semantische Bedeutung steht. Da ist etwas Unheimliches dran, zumindest ist es absolut nicht logisch.« Die streng logischen Erklärungsmuster der Philosophie befriedigten die Studentin dementsprechend nicht, ihre Forschung wurde konkreter: Den Master machte sie in Los Angeles und spezialisierte sich dabei auf Film und Tonschnitt.

Hands-On-Mentalität hin oder her, Katie Gately hat trotzdem eine ganze Menge über ihr Obsessionsthema nachgedacht. »Von Menschen gemachte und sogar maschinell erzeugte Klänge bewegen mich wohl deshalb, weil sie nicht da waren, bevor wir kamen.« Das ist einer von diesen Sätzen, die Katie Gately gerne wie beiläufig fallen lässt, in denen sich aber jahrelanges Nachdenken konzentriert. »Es erinnert daran, was wir alles getan und geschafft haben. Wir nehmen das als normal hin, aber es ist absolut außergewöhnlich. Sound erinnert uns an die Errungenschaften der Menschheit.« Sie könne darüber aber nun wirklich keinen Aufsatz schreiben, lacht Katie Gately danach wieder.

Das muss sie auch gar nicht, stattdessen nimmt sie Platten auf. Color heißt ihr neues Album. Es erscheint bei Tri Angle. Es war eines in der Reihe von Katie Gatelys Wunschlabels, Illusionen machte sie sich aber keine. Bis sich dann dessen Gründer Robin Carolan selbst bei ihr meldete. Nicht das erste Mal, dass sie aus heiterem Himmel ein Traumangebot bekommt, das letzte fiel sogar eine Nummer größer aus. »Ich dachte, irgendwer spielt mir einen richtig bösen Streich«, erinnert sich Katie Gately mit einem Lachen. Aber nein doch: Sie hatte tatsächlich eine E-Mail von Björk erhalten, die um einen Remix bat. Sie glaubte es erst, als die Stems nachkamen. Ein einmaliges Angebot mit einem kleinen Haken: Katie Gately hatte zuvor noch nie einen Remix angefertigt. »Als ich ihr den geschickt habe, habe ich fast gekotzt., so nervös war ich.«

Für »Color« stapelte Katie Gately Sound auf Sound, Spur auf Spur. Einerseits allein deswegen, weil sie sich so Mixing besser beibringen wollte. Andererseits aber wollte sie herausfinden, wie weit sie gehen konnte. »Ich wollte so extrem werden, dass ich vielleicht jemandem das Gefühl geben kann: ›Oh, ich bin doch nicht allein mit diesen explosiven Gefühlen‹«, erklärt sie. So überwältigend und technisch das Album auch klingen mag, darin hallt viel Menschlichkeit nach – und soll es auch. »Ich habe versucht, eine komplett aus den Angeln gehobene Version meiner selbst in Musik zu übersetzen«, sagt Katie Gately. »Normaler Weise müssen wir uns im Alltag benehmen und zurückhalten. Wenn du aber ein Kind siehst, das Farbe an die Wand schleudert, ein Rad schlägt und zwanzig Kekse in sich reinstopft – das ist doch das, was wir alle gerne machen würden!« So klingt »Color« einerseits wie die poppigste Platte, die Katie Gately je gemacht hat – und trotzdem wie das reine, empathische Chaos. Einem Telefongespräch nicht unähnlich.

Das Album »Color« von Katie Gately findest du bei hhv.de auf LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.10.2016
Katie Gately
Color
Katie Gately zeigt auf »Color« wie man scheinbar chaotische Sounds und Gesang in das richtige Mischungsverhältnis bringt.
Music Review | verfasst 02.09.2013
Forest Swords
Engravings
Eines der besten Alben des Jahres kommt von einem Musiker, der nicht unbedingt einer sein will. Forest Swords hat einfach mal gemacht..
Music Review | verfasst 01.10.2014
Vessel
Punish, Honey
»Punish, Honey« klingt wie eine Reflexion von Shinya Tsukamotos »Tetsuo«, zusammengehalten von einem Gespür für Komposition und Songaufbau.
Music Porträt | verfasst 25.10.2013
Forest Swords
Popmusik interessanter machen
Er sucht mit seinem Sound eine Linie zwischen Zugänglichkeit und Individualität. Forest Swords seziert Popmusik und setzt sie mit sehr viel Fingerspitzengefühl wieder zusammen.
Music Bericht | verfasst 10.03.2014
Forest Swords
Live am 6.3. in der Baustelle Kalk in Köln
Man erlebte einen gelungenen Auftritt von Forest Swords in einem besonderen Veranstaltungsort in Köln. Betonen aber muss man vor allem die Wirkung eines Instrumentes, das nicht zu Forest Swords Set gehörte.
Music Bericht | verfasst 12.05.2014
Vessel & Heatsick
Live am 8.5. im Berghain in Berlin
Es dürfte schwer fallen, ein gegensätzlicheres Programm erfolgreich im selben Club zu vereinen, als dies bei der Veranstaltung »Certain People #18« im Berghain in Berlin der Fall war.
Music Porträt | verfasst 31.01.2013
Ryan Hemsworth
Auf den Spuren von Shlohmo
Ryan Hemsworth ist Teil einer neuen Generation von Produzenten, die die Grenzen zwischen Hip Hop und Electronica ins Unendliche ausloten. Inzwischen reißen sich die Rapper um die Beats des Kanadiers. 2013 könnte sein Jahr werden.
Music Porträt | verfasst 18.02.2013
Deko Deko
The Sound of Deconstruction
Wenn sich zwei Ex-Punkrocker aus Leipzig als Vorband von »We Have Band« auf der Bühne im Berghain wieder finden, muss eine ernsthafte Dekonstruktion stattgefunden haben. Der gesamte Ansatz der Konzeptband Deko Deko ist Dekonstruktion.
Music Porträt | verfasst 21.02.2013
Flume
Musik wegen Cornflakes-Schachtel
Der junge Australier Harley Streten verdreht einer Vielzahl an Menschen derzeit den Kopf, die ein Ohr für Instrumental HipHop, Downtempo und Elektronik haben. Seine besten Einfälle hat er nach dem Surfen.
Music Porträt | verfasst 28.02.2013
Rhye
Aufrichtig gegen das Klischee
Wenn Liebe und Sex für ein breites Publikum dargestellt wird, dann ist das Ergebnis leider oft eine Liebeskomödie von Schweighöfer. Rhye singen von nichts anderem und driften trotzdem nicht ins Klischee ab – wie schaffen die das?
Music Porträt | verfasst 07.03.2013
Gavlyn
Wissen, was man wert ist
Gavlyn hat 2012 mit »What I Do« einen veritablen YouTube-Hit abgeliefert. Als Folge dessen absolvierte sie Anfang 2013 ihre erste kleine Europa-Tournee, bei der sie sich auch der hiesigen Presse stellte.
Music Porträt | verfasst 14.03.2013
Lady
Tell The Truth
Lady verkörpern das Prinzip Truth & Soul. Mit Platten wie diesen setzt das Label also weniger auf die Reproduktion eines alten Sounds, sondern auf die Rückkehr zu menschlichen Bedürfnissen, die in der Musik ausgedrückt werden.
Music Porträt | verfasst 25.06.2013
Ta-Ku
»Beziehungen sind die Quelle meiner Kreativität«
Wann immer der australische Produzent Ta-Ku Zeit findet, macht er sich an das Bauen neuer Beats. Die besten Einfälle kommen ihm Nachts, wenn er nach Hause kommt und die Eindrücke des verlebten Tages noch frisch sind.
Music Porträt | verfasst 17.07.2013
Dirty Beaches
Vorwärts zum alten Ich
Mit seiner Musik durchwühlt Dirty Beaches dir Vergangenheit. Nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil darin zwischenzeitlich etwas verloren ging: die Naivität. Für sein neues Album hat er sie wiedergefunden.
Music Porträt | verfasst 22.08.2013
Castle
Das Kind im Rapper
Mit North Carolina assoziiert man nach wie vor Little Brother. Zehn Jahre nach deren Backpack-Inferno zeigt nun Castle, dass im »Tar Heel State« immer noch mehr als Billo-Synths und Styroporbecher zwischen Kick und Snare platziert werden.
Music Porträt | verfasst 16.09.2013
Low Leaf
Vibration und Schöpfung
Um Low Leafs Sound zu beschreiben, muss man Musikstile heranziehen, die man sonst nicht zusammengebracht hätte. Aber was gehört schon zusammen und was sind Gegensätze, wenn etwas Größeres über allem steht?
Music Porträt | verfasst 22.10.2013
Jessy Lanza
Sie und Er
Was haben Chart-R&B und Warp Records gemeinsam? Nichts möchte man denken. Wären da nicht Jessy Lanza und Junior Boy Jeremy Greenspan, die aus R&B, Disco, Post-Alles und Electro-Pop das sexieste Album des Jahres gemacht haben.
Music Porträt | verfasst 05.11.2013
FKA Twigs
Hoffnung für alle
Zwei EPs. Acht Songs. Mehr hat die Welt bisher nicht von FKA Twigs auf Schallplatte zu hören bekommen. Und trotzdem gilt die 25-jährige Britin als diejenige, deren Musik uns alle glücklich machen könnte.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.