Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Text Florian Aigner, Pippo Kuhzart, Kristoffer Cornils

Jahresrückblick 2016 Es ist kein Geheimnis: die Re-Saturnisierung von Vinyl habt ihr primär euren Vätern zu verdanken, die sich dort zwischen lebensgroßem Andreas Bourani-Pappmaché und Ich+Ich-»Best-Ofs« immerhin noch einigermaßen geschmackssicher zum achten Mal »Beggar’s Banquet« kaufen und gleichzeitig dafür sorgen, dass euer auf 22 Stück limitiertes Calypsodronewavebliphouse-Whitelabel erst 2022 einen Termin im Presswerk bekommen hat.

Doch bei all dem First World-Gejammer über Record Store Day-Ungerechtigkeiten und der Fetischisierung von Vinyl als Deko-Gegenstand: so viele gute und jahrelang gewunschlistete Reissues wie 2016 gab es noch nie, vor allem nicht aus der sogenannten Peripherie. Alleine aus Afrika und Asien hätten wir locker 50 essentielle Platten nennen können, die in diesem Jahr wiederveröffentlicht wurden.

So fielen am Ende auf Grund dieser Obergrenze dutzende Platten unter den Tisch, die ihr eurem Vater mitbestellen solltet. Die verbliebenen wurden aber im patentierten wutdemokratischen Verfahren redaktionsintern als absolut unverzichtbar deklariert und in alphabetische Reihenfolge gebracht.

Abdou El Omari - Nuits d'ete LPFind it at hhv.de: LP Wie viele exotische Orgeln brauche ich noch? Das darf man sich schon mal fragen, wenn die Reissues aus Afrika mal wieder Geld- und Jutebeutel zu sprengen drohen. Die Antwort können wir nicht in aller Endgültigkeit geben, nur so viel: die hier brauchst du. Abdou El Omaris »Nuits d’Été« kommt mit mehr Staub, mehr Percussions und mehr Vocals als der Rest. Philipp Kunze
 

Aged in Harmony - You're A Melody 3x7"Find it at hhv.de: 3×7inch Ja, ja, Floatie wieder. Lässt auf seinem Reissue-Label lieber drei Siebenzoller für fast 30 Euro pressen, anstatt alles bequem auf eine Platte zu packen. Wer sich bei Aged in Harmonys »You’re A Melody« allerdings vong Geldbeutel und Bequemlichkeit leiten lässt, verpasst was. Zum einen natürlich den Themesong der Floating Points’schen Party-Reihe, aber auch eine wunderschöne Soulballade gen Ende. Florian Aigner
 

Arthur Verocai - s/tFind it at hhv.de: LP und CD Arthur Verocais selbstbetiteltes Debüt ist sowas wie »The Redeemer« unter den Reissues: jeder kennt es, jeder findet es geil, und trotzdem schmückt sich jeder gerne damit so von wegen Distinktionsmerkmal, so von wegen Ich hab’ Geschmack! Was hier auf nur knapp 30 Minuten passiert, ist aber auch von vorne bis hinten fantastisch. Instrumente, Genres, ein Album, das die ganze Zeit spielt, ohne dass man als Hörer dabei je abgeschüttelt würde. Philipp Kunze
 

Autechre - AmberFind it at hhv.de: Amber | Incunabula | Tri Repeat Die heilige Trias der Post-Techno-Ära revisited. Bevor Autechre sich großen Quatschigkeiten und zu viel Weed hingaben, kanalisierten Rob Brown und Sean Booth auf »Incunabula«, »Amber« und »Tri Repetae« die Enttäuschungen der ravenden Gesellschaft in düsterschwangeren Tönen, die trotzdem kräftig strahlten. Am grellsten auf »Amber«, diesem sich morphenden Poem über die Limitierungslosigkeit von Dub Techno. Es braucht eben doch nicht immer eine fünfstündige Platte für maximalen Transzendenzgewinn. Kristoffer Cornils
 

Beach Boys - Pet Sounds Find it at hhv.de: LP Wenn ein Song selbst durch ein BBC-All-Stars-Cast nicht zerstört werden kann und ein Album nach dem tausendsten Reissue nach Verstreichen eines halben Jahrzehnts (!) immer noch willkommen ist, müssen sich seine Macher weder um die Rentenvorsorge noch den Nachruhm Sorgen machen. »Pet Sounds« von The Beach Boys ist mehr als die auf Bach-Niveau verzahnte Schönheit von »God Only Knows« oder das cutesy Cover. Es bleibt ein definitives Meisterwerk vom Anfang der Popgeschichte, dessen Geschichte immer wieder neu erzählt und doch nie erschöpft wurde. Kristoffer Cornils
 

 Becker / Stegman / Zeumer - Ich Träume So Leise Von Dir Find it at hhv.de: LP Okay, den unangenehmen Slap Bass mussten wir ignorieren und auch über die traurige Tatsache hinwegsehen, dass es ein niederländisches Label, Music From Memory, brauchte, um diese Perle von Becker / Stegman / Zeumer aus Wuppertal aus den Archiven zu fischen. Instrumentals, die wie Porzellan-Delphine und geleckte Einhörner vor einem pinken Sonnenuntergang schimmern, und dazu Lyrik von Isabel Zeumer, die nach Aschenbecher und Lippenstift klingt, der sich schon mit Rotwein vollgesogen hat. Philipp Kunze
 

Bohren & Der Club Of Gore - Sunset MissionFind it at hhv.de: 2LP Die beste Jazz-Unterhaltung diesseits von Helge Schneider liefern immer noch Bohren & Der Club Of Gore. Große und vor allem betörend lange Gesten aus dem Geiste von Badalementis Grabgesängen, eine »Sunset Mission« ohne Wiederkehr. Wenn Traurigkeit in Verzweiflung umschlägt, hilft nur grotesk zu werden, sagte der Dichter Alfred Lichtenstein mal. So klingt die Musik dazu. Kristoffer Cornils
 

Boris - PinkFind it at hhv.de: 3LP Es gab Zeiten, in denen waren Boris besser als Musik an sich und »Pink« entstand genau in dieser Phase. Die Amps auf eleven, die Füße auf beiden Seiten des Bühnenrands und die Zunge wedelte in der Zugluft. Dazwischen Gitarrenflächen, die das vermutlich effektivste Heroin-Surrogat nach Methadon anboten oder Feedback-Noise, der die Tapete von den Wänden kratzte. Boris konnten damals alles und haben deswegen in rund 70 Minuten mal einfach alles gemacht. Unerreicht geblieben sind sie außerdem, ausdrücklich auch von sich selbst. Kristoffer Cornils
 

Caroline K - Now Wait For Last Year Find it at hhv.de: LP Dreiunddreißigkommaperiodedrei Prozent Krautrock-Sensibilität, dreiunddreißigkommaperiodedrei Prozent Industrial-Attitude, dreiunddreißigkommaperiodedrei Prozent reinster Eigensinn: Caroline K hat als (Ko-)Produzentin eine ganze Menge Alben zu dem gemacht, was sie heute sind und bis zu ihrem Tod im Jahr 2008 doch nur ein einziges selbst aufgenommen. »Now Wait For Last Year« wurde dieses Jahr von Blackest Ever Black und Klanggalerie – die es 2013 bereits auf CD gebrannt hatten – auf Vinyl geschnitten. Die denkbar sinnigsten Abschussrampen für diesen High-End-Depressionssound zwischen Weltflucht und -schmerz. Auf subtile und dauerhafte Art überwältigend, dieses Album. Ach so, der mikroskopische Rest übrigens ist reine Seele. Kristoffer Cornils
 

Chayell - It's Never Too HotFind it at hhv.de: LP Mal wieder eine dieser Singles, die erst von DJ Harvey für den Reissue-Markt interessant gemacht werden mussten. Chayells »It’s Never Too Hot« ist verschleppter Tropical New Beat aus – natürlich – Belgien, wie gemacht für einen Tolouse Low Trax Remix auf der großartigen B-Seite und das volle Balearen-Programm auf der A. Florian Aigner
 

Claude Rodap - Syn-KaFind it at hhv.de: LP Wem dieses von der unfehlbaren Invisible City Crew getragenen Soca- und Zouk-Revival manchmal zu wenig Kanten hatte, für den könnte Claude Rodaps »Syn-Ka« ein guter Ausgangspunkt sein. Nicht zu käsig, viel tropischer Fusion Funk, aber eben auch diese unverschämt leichtfüßigen karibischen Zupfgitarren und Hängematten-Feels, für alle, die dem offensichtlichen aus Prinzip nicht trauen. Florian Aigner
 

The Cosmic Jokers - s/tFind it at hhv.de: Blue Vinyl | Yellow Vinyl Manuel Göttsching (Ash Ra Tempel), Klaus Schulze (Tangerine Dream), Jürgen Dollase und Harald Grosskopf (beide Wallenstein), alle bei Produzent Dieter Dirks am jammen, LSD soll’s auch gegeben haben. Mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen, um eine Ahnung davon zu bekommen, was auf »The Cosmic Jokers« abgeht. Philipp Kunze
 

Count Ossie - GrounationFind it at hhv.de: LP | CD Zum Halbjahr hatten wir noch die andere Count Ossie gelistet, jetzt ist es »Grounation«. Aber es trifft dieselbe Beschreibung zu: Mantrischer Gesang, Niyabinghi-Trommeln, dort ein Bläser, hier ein Örgelchen, mit seinen jazzigen Anleihen absolut revolutionär für den damaligen Reggae. Platte auflegen, Unkraut jähten, und hier und da eine Pause machen, um den »most high« anzubeten. Philipp Kunze
 

 Dashiell Hedayat - Obsolete Find it at hhv.de: LP Gong-ifizierter Psych-Folk mit Gainsbourgismen aus dem Jahr 1971, das Hippietum gerade noch so mitnehmend, aber schon allerhand weltliche Probleme spürend? Wir sind unten mit dir, Dashiell. Nicht nur weil Hunee neulich auf allen Kanälen multiple Orgasmen protokollierte als er »Long Song for Zelda« von Dashiell Heydayats letztem Album, »Obsolete«, entdeckte. Florian Aigner
 

DJ Screw - 3 N Da Mornin Find it at hhv.de: LP Ein Traum von mir: ich hänge mit Z-RO und irgendwelchen anderen Schnupfen-Boys auf DJ Screws Couch (no Danish design) ab und zocke Playstation. Screw geht wie immer mit Schlüssel schlafen und wacht zwei Tage nicht auf (Codein), weshalb die Schnupfen-Posse und ich eingesperrt bleiben und unseren Magen zwei Tage mit Chips zumüllen und unsere Seele mit heißen Playstation-Spielen. »3 in Da Morning« zu hören, kommt der Realisation dieses Traums noch am nächsten. Gab’s als Kassette, gab’s als CD, gibt’s jetzt endlich auch auf LP. Philipp Kunze
 

Dubsuite - EigenlebenFind it at hhv.de: LP Mit dem Release-Titel ist im Grunde schon alles gesagt, mit dem Projektnamen dann noch viel mehr. Dub als Suite, die in alle Richtungen treibt, sich wie eine mutierende KI am klanglichen Spektrum entlang morpht. »Eigenleben« wird zwar in der Vinyl-Versionen in zwei Hälften geschieden, der Dubsuite von Holger Flinsch und Martin Müller tat aber selbst das keinen großen Schaden an. Das würde der Algorithmus spielen, wenn du ihm das Wort »Klangfetischismus« diktiertest. Kristoffer Cornils
 

Gas - Box SetFind it at hhv.de: Vinyl Box Anders als die Jamaika-Sehnsüchtler von Basic Channel beziehungsweise Rhythm & Sound waren die Voigt Bros schon immer regional orientiert, sei es nun als Kölsche Frohnaturen oder Verwalter der deutschen Spätromantik. Wolfgang Voigts Gas-Projekt mit einer – kurz Luft holen – fucking 10-fach-LP-Box in den Himmel zu heben respektive sie dort zu beerdigen ist zwar knallerhaft idiotisch, letztlich aber die einzig logische Konsequenz eines Werks, das Ambient, Dub, Wagner und Techno mit einer Stringenz zusammen führte, die jahrhundertlang für sich stehen wird. Und sei’s auch nur, weil niemand jemals wieder so bescheuert sein wird. Never change, Wölfi. Kristoffer Cornils
 

Giuliano Sorgini - Zoo FolleFind it at hhv.de: LP Giuliano Sorgini hat viele Soundtracks gemacht, kaum einer scheint aber mit so viel Herzblut und getrieben von irren Ideen entstanden zu sein wie »Zoo Folle«, einem 1974 erschienenen wenig beachteten Plädoyer gegen Tierquälerei und generell mehr Geilness auf dem Planeten. »Jazz-Flute-Madness« steht hierzu auf Discogs, ach und ein Median von 523.67€. Normal. Florian Aigner
 

Haruomi Hosono – Cochin Moon Herber Rückschlag für zu spät gekommene Hosonoisten: natürlich war dessen 1978 erschienenes »Cochin Moon« auch 2016 wieder im Handumdrehen verschwunden und ohnehin nur in Japan zu beziehen. Das nervt, denn wer Hosono nur als Mitglied des Yellow Magic Orchestras kennt, bekommt hier im Minutentakt WTFs vorgesetzt: Indien als Inspirationsquelle zitierend, ist »Cochin Moon« weniger Futurismus denn akademisch verkleideter Klassik-Kitsch in der einen, verkopfter, aber groovender Proto-Warp-Rock in der anderen Sekunde. Meieieilenstein. Florian Aigner
 

Iannis Xenakis - Legend d’Ér Iannis Xenakis lernte während der griechischen Studentenaufstände hören, danach wurde er eigentlich nur zunehmend brutaler. »Legend d’Ér« agiert so dermaßen nah an der Unhörbarkeit, dass es alle Noise- und Industrial-Stränge nicht nur vorwegnahm, sondern geradezu überflüssig machte. Stochastische Angriffe aufs Trommelfell, please don’t try this at home. Da klingt selbst die domestizierte Version noch wie ein Angriff auf alle Knotenpunkte des Nervenzentrums. Kristoffer Cornils
 

J Dilla - Donuts Find it at hhv.de: 2LP Überflüssig, überhaupt noch etwas über J Dillas große Nahtodarbeiten zu schreiben. Begnügen wir uns also damit: Seine »Donuts« wecken gerade wegen ihrer Unvollständigkeit ein Verlangen nach mehr und sind dennoch selbst zehn Jahre danach noch so meilenweit voraus, dass immer nur der Respin bleiben wird. Dilla forever. Kristoffer Cornils
 

Jose Mauro - ObnoxiousFind it at hhv.de: LP Vom Militär verschleppt, in einem Verkehrsunfalls ums Leben gekommen, viel ist nicht bekannt über José Mauro. Zwei Alben gibt es von ihm, wobei das zweite, »A Viagem Das Horas« Outtakes vom ersten enthält. Dieses erste heißt »Obnoxious«. Ein rebellisches Album, ein Album, mit dem sich der junge Mauro aufgelehnt hat. Und das nicht so klingt. Stattdessen: schwerelose Arrangements, Rasseln, Streicher, kleine Geräusche, orchestraler Pomp und Intimität; die pure Leichtigkeit, Grashalm kauen und Frauen nachgucken, aber alles unter gewitterdunklem Himmel. Philipp Kunze
 

Lena Platonos - Sun MasksFind it at hhv.de: LP Zwischen all dem semigeilen Liebhaberkomplettierungsquatsch auf Josh Cheons Dark Entries-Label brillierte in diesem Jahr Lena Platonos’ »Μάσκες Ηλίου« alias »Sun Masks« mit unprätentiösem Avantgarde-Anspruch, der keineswegs im Griechenland des Jahres 1984 zu vermuten gewesen wäre. Da Vangelis allerdings zu der Zeit schon in London die Knöpfe schrubbte, nahm Platonos ein Album auf, das zwischen surrealer Poesie und elektronischem Geblubber mit 808-Taktung den perfekten Kompromiss fand und sich erstes seiner Zunft nennen durfte. Kristoffer Kornils
 

Mabrak - Drum TalkFind it at hhv.de: LP | CD Nach der Reissue von Dadawahs »Peace And Love« ist Mabraks »Drum Talk« die nächste essentielle Reggae-Neuauflage von Dug Out. Dubbig, hölzern, ätherisch; Musik, um nackt zu sein und die Natur als heilige Mutter zu verstehen. Philipp Kunze
 

Madlib - Shades Of BlueFind it at hhv.de: LP | CD Madlibs Können als Beatbastler und Something-Of-Everything-Konducta wird sich auf Ewigkeiten mit Geistesbruder J Dilla messen müssen, seine »Shades Of Blue« indes steht in Sachen Jazz-Worship-durch-die-Hip-Hop-Brille immer noch allein da. So sehr er vielleicht auch an der Coffeetablisierung dieses Ansatzes durch Ninja Tune und allem voran so ironielosen Bleichgesichtern wie Bonobo Mitschuld trägt: Madlibs Blue Note-Cut-Up ist in geschmacklicher Hinsicht weiterhin über jede epigonale Vergewolllüstigung erhaben. Kristoffer Cornils
 

Manuel Göttsching - E2-E4 Find it at hhv.de: LP Manuel Göttschings »E2-E4« ist der definitive missing link zwischen Steve-Reich-Minimalimus und Carl Craigs Detroit-Träumereien, eine merkwürdige Anomalie der Jam-Session-Geschichte obendrein. An einem Tag und quasi in einem Rutsch nahm der Ash Ra Tempel-Gitarrist ein Album auf, das selbst zu seinem 35-jährigen Jubiläum im Jahr 2016 irgendwas zwischen Tanzbegierden und Reflex-Munchies evozierte. Eine Platte, die nicht nur wichtig geworden, sondern auch geil geblieben ist. Kristoffer Cornils
 

Noel Ellis - s/tFind it at hhv.de: LP Fragen zu Noel Ellis selbstbetiteltem Album aus dem Jahre 1983 beantwortet direkt das Intro. Ein großer Reggae-Song, hymnisch und trotzdem mit einer mysteriösen Beschwertheit, die man selten so hört auf den etlichen Selassie-Anbetungs-Songs. Philipp Kunze
 

Marijata - Pat Thomas presents.. Find it at hhv.de: LP### Wer den Blog Voodoo-Funk verfolgt, der hat seit fünf Jahren Anlass, die Reissue von »Pat Thomas introduces Marijata« aus dem Jahre 1976 zu erwarten. Jetzt ist sie endlich da, die Neuauflage eines Albums, das nur so von Power strotzt. Grimmiger Funk, karibische Upfliftment-Vibes und durchaus auch Pop-Allüren. Peace-Zeichen treffen auf geballte Fäuste, Treibenlassen auf vorpreschende musikalische Wucht. Philipp Kunze
 

 Philippe Chany - Rive Gauche Find it at hhv.de: LP Was ich vor »Rive Gauche« nicht wusste: Das Einzige, was David Byrne für mich noch unantastbarer gemacht hätte, wäre eine echte Discoplatte gewesen. Auf Französisch. Glücklicherweise hat das Philippe Chany bereits 1983 erkannt. Florian Aigner
 

PIL - Second EditionFind it at hhv.de: LP Dub, Post-Punk, New Wave, leck’ mich am Fiedel, das ist so allmächtig, so groß, so dunkel, so einnehmend, gerade »Albatross« ist ein ess-en-tielles Stück Musik. Wer kein Bock, kein Geld, und kein Platz hat, sich eine Metallbox zu kaufen, der ist mit PILs »Second Edition« im Gatefold-Cover bestens bedient. Sollte man besitzen jedenfalls, in irgendeiner gottverdammten Form. Philipp Kunze
 

 Pink Floyd – Ummagumma Find it at hhv.de: 2LP | LP Wenn schon die Presswerke mit weithin erhältlichen Platten verstopfen, dann zumindest mühsam neu gemasterte Pink Floyd-Alben aus ihrer Prä-Stadion-Mid-Barfuß-Phase. Die geilste davon ist ohne Frage das Live-Album »Ummagumma«, deren Overall-Brontalität sowohl auf dem Front- wie auf dem Back-Cover schon genug bewiesen wäre und zuzüglich mit »Set The Controls For The Heart Of The Sun« die beste Live-Version des besten je von LCD Soundsystem zitierten Song ever bietet. Preis naja, Leistung ja. Wenn du nicht bereits, dann musst du jetzt. Kristoffer Cornils
 

Plaza Hotel - Bewegliche ZieleFind it at hhv.de: LP Gescrewter Post-Punk mit DAF- und Can-Beteiligung? Plaza Hotels »Bewegliche Ziele« ist quasi das inoffizielle Salon des Amateurs-Testimonial und jetzt endlich wieder erhältlich. Bitte immer mindestens auf -8 spielen. Florian Aigner
 

Raja Zahr - Drums Of LibanonFind it at hhv.de: 12inch Erster Gedanke zu Raja Zahrs »Drums Of Lebanon«: Geil, endlich eine Platte bei der man brünftige Tanzflurbewegungen als ekstatisches Schlangenbeschwörungsritual verkaufen kann. 1980, Libanon, Flöten-Madness und Drum-Geklöppel, Schranz für Menschen mit String-Regalen. Und da dachte ich kurz, ich hätte schon alles gehört. Florian Aigner
 

Rolf Trostel - Two FacesFind it at hhv.de: LP Im ersten Moment dürfte »Two Faces« vor allem durch »It Is War In Europe« auffallen, einem von Samo DJ editierten und in John Talabots sehr bekannter DJ Kicks verewigten, elegischen Stück, das hinter all der vordergründigen dystopischen Verstimmung elegant barockes Handwerk mit Cut-Up-Techniken verbindet. Dabei ist auch der Rest von »Two Faces« eine Offenbarung, von den beiden anderen Rolf Trostel-Alben, die ebenfalls über Bureau B wiederveröffentlicht wurden, ganz zu schweigen. Florian Aigner
 

Sir Waziri Oshomah & His Traditional Sound Makers - Volume 3Find it at hhv.de: LP Selten jemanden gehört, der Highlife so zurückhaltend denkt wie Sir Waziri Oshomah & His Traditional Sound Makers. »Volume 3« war ein spätes aber ein großes Highlight dieses Jahr. Vier Stücke bloß, alle geil, alle ähnlich, komplett durchhörbar, einmal, zweimal, dreimal am Stück. Philipp Kunze
 

 Hareton Salvanini - SP73 Find it at hhv.de: LP Wieder Brasilien, wieder unfassbar musikalisch. Als »A lesser-known Arthur Verocai« bepressetextet Mr. Bongo Harteon Salvanini, Grund genug sich die Finger hiernach zu lecken. »S.P./73« ist ein wunderschönes Album, grobkörnig, vignettiert, kleinkammrig und großartig arrangiert. Philipp Kunze
 

Plain White Record SleeveFind it at hhv.de: Sexedelic | Psychedelic Dance Party Ein typischer Jess Franco-Moment: nichts passiert, nichts passierte, nichts wird je passieren, und trotzdem zoomt die Kamera dramatisch zum Close-Up auf ein, meistens weibliches, Gesicht. »Sexedelic« und »Psychedelic Dance Party« sind Manfred Hübler and Siegfried Schwabs Soundtracks zu einem solchen Moment bzw. Musik, die in gleich drei 70er B-Movies des Kultregisseurs verwendet wurde: »Vampyros Lesbos«, »The Devil Came From Akasava«, »She Killed In Ecstasy«. Weirder, unangepasster und manchmal auch unhörbares und lächerliches Zeug, mit den entsprechenden Bildern im Kopf. Wichtiges Material aber. Philipp Kunze
 

Shadow - Sweet Sweet DreamsFind it at hhv.de: LP Bald ist nichts mehr übrig auf meiner Wunschliste, so wahnwitzig wie sich die Spirale gerade dreht. Als nächstes also Shadow und »Sweet Sweet Dreams«, eine legendär teure Soca-Platte, deren größter Hit »Let’s Get It Together« zwar oft genug in Edit- oder Bootleg-Form bezogen werden konnte, aber weil hier mitgedacht wurde, kompensiert man das einfach, in dem mit »D’Hardest« gleich der nächste Beta-Unblocker für Record Fairer als Bonus Track inkludiert wurde. Irre. Florian Aigner
 

Source Direct - The Crane Find it at hhv.de: 12inch Zwischen all den Retro-Breaks und Metalheadz-Revivals (big up, Goldie MBE!) des Jahres 2016 sorgte(n) Source Direct per 20-Jahres-Jubiläums-Auflage für Atemwegsverengungen bei all denjenigen, die neben zwei Ohren und einem Herz auch paranoide Wahnvorstellungen vorweisen können. Wichtig allein schon weilwegen Drum’n’Bass darf nicht den Erstsemesterpartys für Agrarwissenschaftler überlassen werden. »The Crane« ist das Wappentier im Kampf gegen die Egalwerdung eines ganzen Genres. Kristoffer Cornils
 

Susumu Yakota - Sakura Find it at hhv.de: LP+CD Dass nach dem traurigen Tod Susumu Yokotas im letzten Jahr in diesem die Presswerke den Betroffenheitskaufbedürfnissen zuarbeiten würden: leider vorhersehbar, leider überfällig. »Sakura« ist ein barockes Eklektro-Ambient-Album aus der Sakamoto-Schule für gefühlige Understatement-Genies, eine Platte also, die den Groschen langsam sacken lässt, idealer Weise an teeverhangenen Sonntagnachmittagen mit Platzregen vor den bejalousienten Fensterscheiben. Kristoffer Cornils
 

Suzanne Ciani - Buchla Concerts 1975Find it at hhv.de:LP Diodendiva Suzanne Ciani gewann in diesem Jahr ein One-Way-Ticket aus dem Obskuritätenkabinett der Musikgeschichte, das sie direkt ins Scheinwerferlicht der Frickelcommunity katapultierte. Bonuspunkte gab es einerseits für die spulige Kollaboration mit der eigenen Erbverwalterin Kaitlyn Aurelia Smith und andererseits für die Neuauflage der »Buchla Concerts 1975«, mit welcher Ciani lässig mit 40 Jahren Abstand alle Fetischpraktiker der Bleep’n’Blop-Szene auf die letzte Bank zum Nachsitzen verwies. Kristoffer Cornils
 

The System - Almost GrownFind it at hhv.de: 12inch In einer gerechteren Welt ist »Almost Grown« so groß wie »It’s My Life«, »Don’t You Want Me« oder »Close To Me« und The System verlangen 2016 auf ihrer fünften Reunion-Tour sportliche 95 Euro pro Stehplatz. Warum es anders lief, erklären vielleicht die anderen Songs auf dieser EP, ebenfalls großartig, aber so verschroben, dass dieses Stück 80s-Pop-Historie vor diesem Jahr nur im Red Light Records / Music From Memory-Umfeld kanonisiert wurde. Zumindest für uns gerade noch rechtzeitig. Florian Aigner
 

 Telefon Tel Aviv - Fahrenheit Fair Enough Find it at hhv.de: LP Wenige Album aus der Digitalisierungsfrühphase um die Jahrtausendwende klingen heutzutage noch ernsthaft ernstnehmbar, »Fahrenheit Fair Enough« allerdings macht die Ausnahme. Als musikalischer mixed bag zwischen Post-Rock-Vibes, Post-IDM-Geklöppel und flirrenden Shoegaze-Reminiszenzen mit voll authentischem Gitarrengeklimper ist Telefon Tel Avivs Erstling auch ein verstorbenes Gründungsmitglied und 15 Jahre später erneut eine Wohltat angesichts der Bosheit der Welt. Kristoffer Cornils
 

 Terrence Dixon - From The Far Future Find it at hhv.de: 2LP+7inch Terrence Dixon verabschiedete sich vor Jahren per Facebook-Post vom Musikbusiness und hustelte in den Folgejahren wieder so hart wie eh und je, soll heißen härter als die meisten anderen aus The D. Die Neuauflage seiner Debüt-LP »Far From The Future« zeigte eine fast vergessene und weniger verbissene Seite Dixons, der damals schon im Loop einen Ersatzgott gefunden und noch nicht alle Hoffnung verloren hatte. Ein bouncendes, bockiges Biest, voller Liebe für das Kommende. Genie ist eben auch nur Tragik in Spiegelschrift. Kristoffer Cornils
 

This Heat - Deceit Find it at hhv.de: LP Die großen Verstörungstheoretiker in den Zeiten nach Punk waren nicht die glatt gebürsteten Mancunians von Joy Division, sondern die trockenen fresh outta art school Londoner von This Heat. Während mit deren selbstbetitelten Album sowie Drummer Charles Bullens Lifetones-Projekt noch andere Feinheiten der zerstörungslüsternen Post-Punk-Ära griffbereit gemacht wurden, ist die Neuauflage von »Deceit« die eindringlichste Erinnerung daran, dass This Heat auch 35 Jahre später immer noch Lichtjahre voraus sind. Kristoffer Cornils
 

 V.O.-  Mashisa Find it at hhv.de: LP Ich hätte ja gerne Kunzes Gesicht gesehen, als er gezwungen wurde für diese Liste in V.O.s »Mashisha« reinzuhören. Kontextbefreit und ohne DJ-Set-Einbettung schmeckt die – nach »Disco Illusion« vielleicht bisher am hysterischsten erwartete Invisible City Platte – vermutlich tatsächlich wie Baklava in Red Bull aufgelöst. Keiner aber dieser gefühlt hundert launigen tropischen Boogie-Dinger konnte dieses Jahr im richtigen Moment eine glückliche in eine selige Crowd verwandeln wie dieser südafrikanische Fund aus dem Jahr 1990. Florian Aigner
 

Vivien Goldman - Resolutionary (Songs 1979-1982) Find it at hhv.de: LP Zeitgleich zu den Kollegen This Heat (siehe oben) brachte Vivien Goldman Punk mit Dub zusammen, wie es zu dieser Zeit kaum andere schaffen. Ihre Musikkarriere ließ sich nach »Launderette« unbegreiflicher Weise hinter sich und konzentrierte sich stattdessen aufs Schreiben oder darauf, mit den geilsten Menschen des Universums herumzuhängen oder nebenbei Beinahenamensvetterin Westwood in Sachen Outfit zurück auf die Erstsemesterparty zu schicken. Geilheit wird auf der Vivien Goldman-Skala gemessen und neben »Resolutionary« tummelte sich wenig über der Nullergrenze. Kristoffer Cornils
 

Yasuaki Shimizu - Kakashi Derweil das letzte Mariah-Album 2016 in die dritte und letzte Neuauflagenrunde ging und die Welt immer noch gespannt auf ein angedeutetes Reissue von Midori Takadas »Through The Looking-Glass« wartet, wurde aus derselben Suppe neben Aragons selbstbetitelter LP zumindest Yasuaki Shimizus »Kakashi« verfügbar gemacht, wenngleich auch nur für kurze Zeit. Ein Meisterwerk im Konjunktiv: Hätte, würde, könnte, sollte eigentlich auf dem Curriculum jedes ehrbaren Bildungssystems ganz oben stehen. Dennoch ist das hier Musik, die niemals irgendwer hätte erfinden können – und die trotzdem genauso passiert ist. Kristoffer Cornils
 

 Yishak Banjaw - Love Songs Volume 2 Find it at hhv.de: LP Obacht! Bevor hier jemand den inneren Jürgen Elsässer in sich entdeckt und irgendwas von wegen nicht noch ein äthiopisches Casio-Dudel-Album nölt: »Love Sounds Vol.2« ist anders. Also ok, eigentlich nicht wirklich, aber weil Yishak Banjav diese 1986 eingespielten One Takes auch mit dezenten synthetischen Drums vermengt, ist der vom Pressetext sinngemäß zusammengesponnene imagine Hailu Mergia doing Cold Wave – Quatsch gar nicht so absurd wie angenommen. Florian Aigner
 

Zyx - Trust No WomanFind it at hhv.de: LP Es bleibt unmöglich, Dark Entries-Komplettist zu sein und gleichzeitig noch einer geregelten Arbeit und/oder einem gesunden Sozialleben nachzugehen, aber manchmal wird diese Nachlässigkeit auch bestraft. So hätten wir beinahe ZYX’ »Trust No Woman« übersehen, eines der besten Wave-Alben, die dort bisher wiederveröffentlicht wurden und das auch dank seines dadaistischen Charmes und rhythmischen Minimalismus’ vollkommen zeitlos klingt. Ach ja und entspannt euch: der Titeltrack ist Kunscht, nicht Proto-Breitbart. Florian Aigner
 

Hier haben wir euch eine Übersicht über die Reissues des Jahres in unserem Webshop zusammengestellt.
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Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Review | verfasst 04.12.2020
Arthur Verocai
Saudade Demais
Zeit, um den Sand aus der Unterhose zu kehren: Arthur Verocais 2002er Album »Saudade Demais« ist wiederveröffentlicht worden.
Music Review | verfasst 09.06.2021
Hailu Mergia & The Walias Band
Tezeta
»Tezeta«, das ursprünglich 1975 nur auf Kassette erschienene erste Album von Hailu Mergia, ist nun bei wiederveröfffentlicht worden.
Music Liste | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
10 Essentials
Mr Bongo legt seit über einem Jahrzehnt rare Schätze aus fernen Ländern neu auf. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu bewahren. Deshalb haben wir für euch die zehn wichtigsten Releases des Labels zusammengestellt.
Music Review | verfasst 30.03.2021
Selda Bağcan
Selda
Das 1973 entstande Album »Selda« von Selda Bağcan ist eines der schönsten Zeugnisse türkischer Musik. Jetzt wurde es wiederveröffentlicht.
Music News | verfasst 06.06.2021
Lee Moses
Exclusive Edition: »Time And Places«
»Time And Places«, erstmals 1971 veröffentlichtes, vielbeachtetes Album von Lee Moses, wird am 11.6.2021 in einer limitierten, nur bei HHV Records erhältlichen Red Vinyl Edition wiederveröffentlicht.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Review | verfasst 15.02.2016
Manuel Göttsching
E2-E4
Das vor 35 Jahren erschienene »E2-E4« gilt aufgrund seiner formalen Strenge und Einfachheit als Meilenstein der elektronischen Musik.
Music Interview | verfasst 24.11.2014
Stefan Goldmann
Der Klang der Gebrauchsanweisung
Instagram-Filter? Gitarrensounds auf USB-Sticks? Der IKEA-Effekt? Stefan Goldmann erklärt, was all das mit seinem neuen Album, einem von ihm herausgegebenen Interview-Band und vor allem miteinander zu tun hat.
Music Review | verfasst 17.06.2016
Hailu Mergia & Dahlak Band
Wede Harer Guzo
Für einen Jam hatte sich der äthiopische Keyboarder Hailu Mergia mit der Dahlak Band zusammengetan. Das Ergebnis: »Wede Harer Guzo«.
Music Review | verfasst 23.01.2017
Awa Poulo
Poulo Warali
Mit »Poulo Warali« von Awa Poulo macht uns Awesome Tapes From Africa mit der Musik der Fula bekannt.
Music Review | verfasst 05.05.2017
Umoja
707
In den Achtzigern füllten Umoja in ihrer Heimat Südafrika ganze Stadien. Awesome Tapes From Africa veröffentlicht nun ihr Album »707« erneut
Music Review | verfasst 23.02.2018
Hailu Mergia
Lala Belu
»Lala Belu« ist das erste neue Album von Hailu Mergia seit dem er in den 1980er Jahren von Äthiopien nach New York auswanderte.
Music Review | verfasst 14.08.2018
Jess Sah Bi & Peter One
Our Garden Needs Its Flowers
In einer noch zu schreibenden Geschichte der Country-Musik in Afrika müsste »A Garden Needs Its Flowers« ein ganzes Kapitel bekommen.
Music Review | verfasst 22.01.2019
Asnakech Worku
Asnakech
Aus der Vielzahl der inzwischen gehobenen Schätze äthiopischer Musik sticht dieses 1975 von Asnakech Worku aufgenommene Album heraus.
Music Review | verfasst 20.03.2020
Hailu Mergia
Yene Mircha
Der äthiopische Musiker Hailu Mergia feiert gerade seinen zweiten Frühling. MIt »Yene Mircha« ist nun sein neues Album erschienen.
Music Review | verfasst 11.05.2021
DJ Black Low
Uwami
Frischenzellkur durch Reduktion: Auf seinem Debüt »Uwami« erweist sich DJ Black Low als eine Art DJ Python des Amapiano-Genres.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Organic Grooves so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Organic Grooves.
Music Review | verfasst 27.10.2010
Slum Village
Villa Manifesto
Zum ersten Mal überhaupt finden sich sämtliche Mitglieder von Slum Village auf einem Album wieder. Ein gelungenes Album also, welches sich allerdings, beachtet man die zahlreichen Querelen im Vorfeld des Releases, wohl in dieser Konstellation nie mehr so wiederholen wird.
Music Review | verfasst 02.12.2013
Yancey Boys
Sunset Blvd.
Sunset Blvd. ist ein uninspiriertes, ein miserables Album, das allenfalls für hartgesottene Dilla-Chronisten zu ertragen sein sollte.
Music Kolumne | verfasst 22.08.2018
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Review | verfasst 20.07.2007
Yesterday's New Quintet
Yesterday's Universe: Prepare For A New Yesterday (Volume One)
Madlib kehrt Yesterday’s New Quintet den Rücken, denkt sich weitere Musikercharaktere aus und veröffentlicht ein neue jazzige Musik.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Review | verfasst 20.06.2011
Madlib + Frank Nitt
Madlib Medicine Show #9: Nittyville
Mit Verzögerung erscheint der bereits für September 2010 vorgesehene neunte Teil der Medicine Show. Das Warten hat sich nicht gelohnt.
Music Review | verfasst 01.12.2011
M.E.D.
Classic
Medaphoar ist in der Vergangenheit v.a. durch seine Gastauftritte bei anderen Künstlern aufgefallen. Nun ist sein Solodebüt erschienen.
Music Review | verfasst 09.01.2012
Madlib
Medicine Show Volume 12 & 13 - Filthy Ass Remixes
Madlib setzt mit Medicine Show 12+13 Filthy Ass Remixes vorerst einen Schlusstrich unter die kontrovers diskutierte Reihe.
Music Review | verfasst 17.01.2014
Madlib
Rock Konducta Part 1
Auf »Rock Konducta Part 1« versammelt der Loop Digga Madlib seine besten Beats seit langem.
Music Review | verfasst 21.03.2014
Freddie Gibbs & Madlib
Piñata
Seit der ersten EP fieberte man auf das erste gemeinsame Album von Freddie Gibbs und Madlib hin. Hat sich definitiv gelohnt.
Music Review | verfasst 20.08.2014
Madlib
Rock Konducta Part 2
Rock around the world und clock zum Zweiten. Madlib bleibt auf Rock Konducta Part 2 genauso vorhersehbar wie gut.
Music Review | verfasst 26.11.2015
MED, Blu & Madlib
Bad Neighbor
Auf »Bad Neighbor« kommen nicht nur MED, Blu und Madlib zusammen. Das Klassentreffen wird noch ergänzt durch MF Doom, Oh No oder Aloe Blacc.
Music Review | verfasst 06.06.2010
Guilty Simpson & Madlib
OJ Simpson
Madlib-Fans haben ihren Spaß an kollagenhafter Beatbastelei, dem Rest bleibt Simpsons »straight-from-the-gutter« Rapstil vorbehalten.
Music Review | verfasst 16.08.2019
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Kolumne | verfasst 15.06.2011
Aigners Inventur
Mai 2011
Irgendetwas stimmt diesen Monat nicht. Was sich im Mai zur Kaffeefahrt verabredete, war im Schnitt älter als der AC Mailand. Und das ausgerechnet im Monat nach Goblin. Quo vadis, Mai?
Music Bericht | verfasst 16.10.2012
Madlib & J Rocc
Live am 11.10. im Festsaal Kreuzberg
Es ist schwer zu sagen, was schief laufen muss, wenn man in einem bis zum Anschlag gefüllten Festsaal Kreuzberg einer hiphop-affinen Meute Madlib vorsetzt und eigentlich nichts passiert.
Music Kolumne | verfasst 29.06.2019
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Kolumne | verfasst 17.07.2019
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste | verfasst 13.10.2020
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne | verfasst 04.02.2021
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Review | verfasst 12.04.2013
The 49 Americans
We Know Nonsense
Das Label Staubgold beschert sich zum 15. Geburtstag mit den Re-Releases dieser in Vergessenheit geratenen Supergroup des kruden Pop.
Music Review | verfasst 31.10.2014
Ensamble Polifonico Vallenato/Sexteto La Constelación de Colombia
Fiesta, Que Viva La
»Fiesta, Que Viva La« zeigt die musikalische Vorgeschichte der Band Meridian Brothers, dessen musikalischer Kopf Eblis Álvarez ist.
Music Review | verfasst 16.01.2015
Klangwart
Transit
»Transit«, die neue Platte von Klangwart, klingt organisch, kraftvoll und energiegeladen.
Music Review | verfasst 04.02.2015
Dennis Young
Reel to Real
Bei Liquid Liquid war Dennis Young für die Perkussion und das Marimbaspiel zuständig. »Reel To Real« zeigt seine Soloarbeiten aus der Zeit.
Music Review | verfasst 23.02.2015
Kammerflimmer Kollektief
Désarroi
Mit »Désarroi« lehnt sich das Trio aus Karlsruhe in puncto Experimentierfreude aus dem Fenster wie noch nie zuvor.
Music Review | verfasst 11.05.2015
Liebezeit Mertin
Akşak
Die Percussionisten Jaki Liebezeit und Holger Mertin gehen auf »Akşak« orientalischen Grooves nach.
Music Review | verfasst 28.05.2015
The Cocoon
While The Recording Engineer Sleeps
Deutschlands heimliche Jazzlegende Gunter Hampel und seine Mitmusiker feiern als The Cocoon ihr 30jähriges Bandjubiläum.
Music Review | verfasst 30.10.2015
The Schwarzenbach
Nicht Sterben. Aufpassen.
Der Autor Dietmar Dath und das Kammerflimmer Kollektief kommen als The Schwarzenbach zusammen und mahnen: »Nicht Sterben. Aufpassen.«
Music Review | verfasst 20.01.2016
Family Fodder
Sunday Girls (Director's Cut)
Die experimentierfreudige Unbeschwertheit von Family Fodder, ihr unverbrauchter Witz sind so dringend nötig wie eh und je.
Music Review | verfasst 03.06.2016
Telebossa
Garagem Aurora
Telebossa bieten auf »Garagem Aurora« eine minimalistische Interpretation der brasilianischen Bossa-Tradition an.
Music Review | verfasst 06.10.2016
Rolf Trostel
Two Faces
Rolf Trostel machte Anfang der 1980er Jahre Musik am Synthesizer. Sein Album »Two Faces«ist soeben bei Bureau B wieder erschienen.
Music Review | verfasst 11.11.2016
Raja Zahr
Drums Of Lebanon
Wieder eine Platte die an den Grundfesten des eurozentristischen Popdiskurses rüttelt: Fortuna veröffentlicht Raja Zahrs »Drums Of Lebanon«.
Music Review | verfasst 15.07.2016
Arthur Verocai
Arthur Verocai
Ein Wunder des multipolaren Pop: Arthur Verocais Debüt von 1972 ist wieder auf Schallplatte erhältlich.
Music Review | verfasst 02.05.2018
Far Out Monster Disco Orchestra
The Black Sun
Der großanagelegt Rauschangriff Far Out Monster Disco Orchestra versammelt auch auf »The Black Sun« die Musikelite Brasiliens.
Books Review | verfasst 07.12.2016
Jim Fusilli
Pet Sounds
Das wäre natürlich nicht gegangen: 50 Jahre »Pet Sounds« ohne größere Würdigung. Jim Fusilis Band aus der Reihe »33 1/3« hilft aus.
Music Review | verfasst 19.09.2016
Kaitlyn Aurelia Smith & Suzanne Ciani
Sunergy
Für die neueste Ausgabe der FRKWYS-Reihe auf Rvng Intl fanden sich Kaitlyn Aurelia Smith und Suzanne Ciani zusammen.
Music Review | verfasst 22.05.2011
Various Artists
West Indies Funk
Nach Disc’O’Lypso gelingt dem Label Trans Air eine weitere hervorragende Zusammenstellung karibischer Klänge.
Music Review | verfasst 27.08.2011
Various Artists
West Indies Funk 2
Das Label Trans Air präsentiert einen weiteren Fund an raren Funkaufnahmen von den westindischen Inseln.
Music Review | verfasst 18.01.2012
Various Artists
Wheedle's Groove - Seattle's Finest in Funk und Soul 1965-1979
Light In The Attic legt jetzt eine Box mit zehn 7inches nach, die den Funk und Soul in Seattle in den Jahren 1965 bis 1979 beleuchtet.
Music Review | verfasst 09.07.2014
Lewis
L'Amour
Auf einem Flohmarkt taucht die Platte »L’Amour« eines Künstlers namens Lewis auf. Nun erscheint das Re-Release bei Light In The Attic.
Music Review | verfasst 01.12.2014
Sly Stone
I'm Just Like You: Sly’s Stone Flower 1969 -1970
Mit »I’m Just Like You: Sly’s Stone Flower 1969 -1970« muss man Sly Stone einfach wiederentdecken.
Music Review | verfasst 02.12.2016
Various Artists
The Microcosm: Visionary Music Of Continental Europe 1970-1986
Music for Feierabendeskapismus: Die New Age-Visionen des europäischen Kontinents liefern dank Light In The Attic den Weltfluchsoundtrack.
Music Review | verfasst 08.07.2019
Sachiko Kanenobu
Misora
Folk aus Japan hat noch keinen großen Verbreitungsgrad. Light In The Attic versuchen dem mit »Misora« von Sachiko Kanenobu entgegenzuwirken
Music Review | verfasst 05.08.2019
Michael Orr
Spread Love
Mit »Spread Love« von Michael Orr veröffentlicht Light In The Attic ein zu Unrecht vergessenes Album aus der Hochphase des R&B neu.
Music Review | verfasst 02.10.2019
Lee Hazlewood
400 Miles From L.A. 1955-56
»400 Miles From L.A. 1955-56« versammelt zahlreiches, unveröffentlichtes Material der frühen Schaffensphase von Lee Hazelwood.
Music Review | verfasst 21.02.2020
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« feiert einen Produzenten, der Seattle geprägt hat wie kaum ein Zweiter.
Music Review | verfasst 22.05.2020
Various Artists
Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986
An City-Pop-Compilations mangelte es zuletzt nicht. Jetzt erscheint ein zweiter Teil von »Pacific Breeze« auf Light In The Attic.
Music Review | verfasst 03.02.2021
Various Artists
Somewhere Between: Mutant Pop, Electronic Minimalism & Shadow Sounds Of Japan 1980-1989
Japan in den 1980er Jahren, 14 unerhörte Songs. Zur neuen Compilation »Somewhere Between« auf Light In The Attic.
Music Review | verfasst 16.02.2021
Nancy Sinatra
Start Walkin' 1965-1976
»Start Walkin‘ 1965-1976« vereint die wichtigsten Songs von Nancy Sinatra und ist in diesem umfassenden Paket ein Pop-Schmankerl.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2020
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Porträt | verfasst 11.08.2020
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Review | verfasst 16.01.2019
Ry-Co Jazz
Dansons…Avec Le Ry-Co Jazz
Radio Martiko legt mit »Dansons…Avec Le Ry-Co Jazz« zwischen 1961 und 1966 entstandene Musik der Kongolesen Ry-Co Jazz neu auf.
Music Porträt | verfasst 05.10.2017
New Record Labels #33
Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko.
Music Review | verfasst 23.12.2011
Jean-Claude Vannier
Electro-Rapide
Jean-Claude Vannier ist einer der einflussreichsten und dennoch am wenigsten bekannten französischen Songwriter.
Music Review | verfasst 01.02.2013
Various Artists
Man Chest Hair
Es röhrt, brummt und knallt wie man das von motorisierten Musikliebhabern mit Brustpelz und Bierfahne erwarten kann.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.