Music Liste | verfasst 13.04.2017
Piero Umiliani
12 Essentials
Er ist der letzte Maestro: Piero Umiliani wird oft in einer Reihe mit Nina Rota, Ennio Morricone oder Riz Ortolani genannt. Wir haben für euch zwölf für uns essentielle Alben zusammengestellt.
Text Tim Tschentscher
Piero-umiliani_detail_banner_1200x800px

Florenz, 1944. Die Nazis haben den Norden Italiens besetzt, das Land ist in zwei Hälften geteilt. Zwar rücken die Alliierten sukzessive von der Toskana in Richtung Emilia-Romagna vor, doch das Massaker von Marzabotto würde noch bevorstehen. Piero Umiliani ist da gerade 17 Jahre alt. Er verdient sich seine ersten Lira als Barpianist mühsam aber engagiert in einer Soldatenkneipe der US-Armee.

Zu dieser Zeit auch schnappt er das erste Mal afro-amerikanischen Jazz im Schweizer Rundfunk auf. Vor allem von Duke Ellington ließ er sich immer wieder inspirieren, dem er später auch ein Tribut-Album widmete. Von den Groschen, die ihm die Soldaten hinterließen, konnte er sich und seiner Familie genügend zu essen leisten und die Schrecken des Krieges vergessen machen. Früh zahlte sich so die Notwendigkeit des Spielens aus.

Nach Ende des Kriegs erhielt Umiliani von der italienischen Rechteverwertungsgesellschaft SIAE den Auftrag, Bebop-Interpretationen klassischer Jazz-Standards zu schreiben. Mit Veröffentlichung der Interpretationen in ganz Italien, verdiente Umiliani bereits mit 19 Jahren prozentual Tantieme pro Aufführung. Doch trotz seines enormen Talents, verlor Umiliani nach und nach an Qualität. Das klassisch orientierte Studium an der Musikhochschule Florenz verwirrte ihn umso mehr und die Damenwelt schien interessanter zu werden als die der Jazz-Musik. Als 1952 ein Freund Umiliani darauf aufmerksam machte, dass der große Armando Trovajoli Hilfe beim Arrangieren benötigen würde, ging Umiliani umgehend nach Rom um seiner Bestimmung zu folgen. Kurze Zeit später folgten 1954 mit »Dixieland in Naples« eigenwillige Interpretationen neapolitanischer Standards und damit sein erster Langspieler über RCA.

Zwischen den 1960er und 1980er Jahren experimentierte Umiliani mit sämtlichen Genres der Zeit. Von Dixieland über experimentelle Exotica, Jazz-Funk hin zu Proto-Techno-Versuchen, veröffentlichte Umiliani eine kaum zu überblickende Anzahl an Projekten. Heute gilt er vor allem als Galionsfigur für Library-Musik und Komponist unzähliger Scores von Exploitation-Filmen. Zeit seines Lebens feierte er damit allerdings nur mäßige Erfolge. Zahlreiche Fantasienamen verschleiern zudem das unüberschaubare Œuvre. Erkennbar ist Umiliani für viele an der Muppets-Version von »Mah Nà Mah Nà«. Um so interessanter ist der retrospektive Blick. Seit seinem Tod 2001 und dem Aufkommen der Retro-Nostalgik gegenüber italienischer Library-Musik, wird Umiliani oft in einer Reihe mit den Großen genannt: Nino Rota, Ennio Morricone, Riz Ortolani et al.

Schema hat jetzt ein weiteres seiner Werk veröffentlicht: »Discomusic«. Zeit, mal zwölf essentielle Werke des Maestros vorzustellen, in denen keines aus der Reihe tanzt – weil es keine Reihe gibt.

Piero Umiliana - Da Roma A New York »Da Roma A New York«, 1957. Webshop: 10inch+CD
Bevor Umiliani durch seine Filmkompositionen bekannt wurde, veröffentlichte er Jazz-Platten. Da sich die Szene in Italien durch den Krieg nur langsam entwickeln konnte, waren ambitionierte Jazz-Produkte nach dem Vorbild der ganz Großen aus den USA eine Seltenheit. Umiliani aber lieferte mit »Da Roma A New York« ein derart überraschend tightes Spiel, sodass ihm amerikanische Kritiker schon bald Arrangements mit eben jenen Größen prophezeiten. Nur zwei Jahre sollte es dauern, bevor Umiliani für »Audace Colpo Dei Soliti Ignoti« auf die Trompete des großen Chet Baker traf.

Piero Umiliani - Smog »Smog (Musiche Dalla Colonna Sonora Originale)«,1962. Webshop: LP
Trotz der humoresken Filmvorlage ließ Umiliani an den Arbeiten für »Smog« viel Melancholie in die Stücke einfließen. Dank des großzügigen Budgets des Films stand Umiliani nicht nur ein großformatiges Orchester zur Verfügung. Jazz-Legende Chet Baker spielte an der Seite von Sängerin Helen Merrill eine vergleichsweise düstere Form des Jazz. Umiliani, der größtenteils für Komödien schrieb, sehnte sich später nach genau solchen Aufträgen.

Piero Umiliani - OST Gli Italiani E L'Industria »Gli Italiani E L’industria«, 1967. Webshop: LP
Der Soundtrack zu einer einmalig gesendeten TV-Dokumentation über Italiens Industrialisierung der späten 1960er verschwand nach Ausstrahlung nahezu ungehört in den Archiven von »Omicron«, Umilianis Label. Einige der elektronisch angehauchten Stücke tauchten 1975 auf dem Album »Atmospheres« wieder auf. Diesmal als ausgewiesenes Leftfield-Experiment.

Piero Umiliani - OST Svezia, Inferno e Paradiso »Svezia, Inferno E Paradiso«, 1968. Webshop: LP
Umilianis wohl bekanntester Soundtrack. Obwohl der Mondo-Film »Svezia, Inferno E Paradiso« unter anderem den Drogen-, Alkohol- und Pornokonsum der Schweden »dokumentierte«, fand die ursprüngliche Version des späteren Muppets-Schlagers »Mah Nà Mah Nà« hier zuerst statt. Der Song war nicht auf der Erstauflage des Soundtracks enthalten, verkaufte sich ein Jahr später als Neuauflage aber besonders gut.

Piero Umiliani - OST Angeli Bianchi... Angeli Neri »Angeli Bianchi…. Angeli Neri«, 1969. Webshop: LP
Die obskure Mondo-Dokumentation über Okkultismus in der Gesellschaft war weniger ein guter Film als die wohl beste Zusammenarbeit zwischen Regisseur Luigi Scattini und Umiliani. Mittlerweile als Kultfilm gesehen, stieg auch der Wert der Platte. Originale Kopien erzielten bereits bis zu vierstellige Erlöse.

Piero Umiliani - OST La Legge Dei Gangsters »La Legge Dei Gangsters», 1969. LP
Einer der weniger bekannteren Filme mit Klaus Kinski bekam einen Soundtrack auf den Leib geschnitten, als Umiliani in sich gerade in einer der kreativsten Phasen seiner Karriere befand. Die Mischung aus filigranen, romantischen und groovenden Stücken hätte das Label »Crime Jazz« am ehesten verdient.

Piero Umiliani - Psichedelia »Psichedelica», 1971.LP
Nachdem »Mah Nà Mah Nà« sich zu einem echten Erfolg aufschwang, erschien das Stück hier unter dem Titel »Viva La Sauna Svedese« erneut. Daneben griff Umiliani viele progressive Beat- und Rock-Techniken der Zeit auf und verarbeitete sie auf typische Weise. Zur vollständigen Verwirrung zuträglich: psychedelische Kraut-Momente sucht man hier vergebens.

Piero Umiliani - Synthi Time »Synthi Time«, 1971. LP
Früh löste Umiliani sich auch von den Erwartungen und Arbeitsweisen seiner Mitspieler. »Synti Time« war zwar auch ein Modealbum, wie viele andere in den Frühsiebzigern entdeckte Umiliani darauf die neuen Möglichkeiten der Instrumentierung. Im Gegensatz zu den deutschen Elektronikern klangen Umilianis Produktionen allerdings wesentlich humorvoller und bereits einen Schritt weiter.

Piero Umiliani - OST La Ragazza Fuoristrada »La Ragazza Fuoristrada«, 1973. LP
Möglichst schnell sollte der zweite Teil von Piero Scattinis Film-Trilogie in die Kinos kommen. Weil der unerwartet große Erfolg des ersten Teils »La Ragazza Dalla Pelle Di Luna« basierend auf der kommerziellen Entdeckung Miss Eritreas 1969, Zeudi Araya, nach Zugaben lechzte, musste ein ebenso kohärenter und suggestiver Soundtrack her wie der des Vorgängers. Kein Problem, Umiliani hatte bereits den ehrwürdigen Sound Work Shop hergerichtet. Zu dieser Zeit betrug Umilianis Output bis zu einem Dutzend Veröffentlichungen pro Jahr. »Il Corpo«, der dritte Teil der Reihe folgte nur ein Jahr später.

Piero Umiliani - To-Day’s Sound »To-Day’s Sound«, 1973. LP
Trotz der Fülle an Genres, die Umiliani zu bedienen wusste, gelang es ihm immer wieder, die eher offensichtlichen zu einem neuen Gesamtkontext zusammenzuführen. Das 21 Songs umfassende Instrumental-Album »To-Day’s Sound« mischte loungige Easy-Listening-Rhythmen mit schwungvollem Jazz zu Pop-Melodien. Für eine Vielzahl der Stücke setzte Umiliani dabei den damals kaum erforschten Moog-Synthesizer ein. Heute gilt die Platte als besonders Sample-tauglich.

Piero Umiliani - Discomusic »Discomusic«, 1978. LP
»Discomusic« erschien gleich zwei mal unter falschem Namen. Als Rovi produzierte Umiliani viele Proto-House-Werke, dazu zählt auch das Stück »Discomania«. Lange diente die Melodie als Outro der italienischen Fußball-Sendung »90° Minuto«. Veröffentlicht wurde die Platte aber unter dem Pseudonym The Soundwork-Shoppers.

Plain White Record Sleeve »Tra Scienza E Fantascienza», 1980.
Als eine der skurrilsten Arbeiten galt der Sci-Fi-Jazz, den Umiliani 1980 als Moggi veröffentlichte. Hier konzentrierte er sich beinahe ausschließlich auf Synthesizer-Miniaturen, die retro-futuristisch einerseits die Zukunftshoffnungen der Siebziger zitieren wollten, andererseits bereits den Minimalismus der Folgejahre vorweg griffen. Zumindest hinsichtlich elektronischer Experimente ist dies eines der progressivsten Umiliani-Werke.

Hier findet ihr die 12 Essential Piero Umiliani Records bei uns im Webshop.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Genauso hätte man sich das Ergebnis vorab ausgemalt, wenn die italienische Soundtrack/Library-Legende sich an afrikanischen Klängen versucht
Music Liste | verfasst 06.10.2017
Ausklang | 2017KW40
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 16.05.2013
Alex Puddu
The Golden Age Of Danish Pornography
Wann auch immer sich mal wieder jemand an einer Adult-Movie-Vertonung versucht, er muss sich an dieser Scheibe messen lassen.
Music Review | verfasst 07.10.2013
Jukka Eskola
Jukka Eskola Orquesta Bossa
Der Finne Jukka Eskola komponierte für sein neues Album Wohlfühl-Jazz für lauschige Sonntage.
Music Review | verfasst 13.05.2015
Joyce Elaine Yuille
Welcome To My World
Joyce Elaine Yuille Debütalbum »Welcome To My World« ist von einer eindringlichen Jazz-Attitüde geprägt.
Music Review | verfasst 11.05.2015
Alex Puddu
Soultiger
Alex Puddu gibt sich auf der Platte »Soultiger« mal lässig verspielt, dann wieder lasziv aufdringlich. Downtempo Funk voll von Wollust.
Music Review | verfasst 22.02.2016
Alex Puddu
In The Eye Of The Cat
Alex Puddu vertont wieder Filme, die niemals existierten. Mit »In The Eye Of The Cat« widmet er sich dem Giallo-Genre.
Music Review | verfasst 30.09.2016
Alex Puddu
The Golden Age Of Danish Pornography Vol.3
Die DVD-Reihe wird nicht weiter produziert, Alex Puddu legt trotzdem nach. »The Golden Age Of Danish Pornography Vol.3« ist erschienen.
Music Review | verfasst 31.07.2014
Ennio Morricone
OST Veruschka
Den 1971er Dokumentarfilm »Veruschka, Poesia di una Donna« vertonte Ennio Morricone sensibel – und düster.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Aidan Baker hat mit Idklang einen Partner gefunden, der seiner ausufernden Kunst einen formlosen Rahmen gibt.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music News | verfasst 19.06.2015
Ausklang | New Music Friday
Neue Musik von Seven Davis Jr., Fatoni et al.
Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen sieben Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen. It’s new music, Raab!
Music Review | verfasst 18.06.2015
Hilde Marie Holsen
Ask
Für ihr bei Hubro Music erscheinendes Debüt »Ask« hat Hilde Marie Holsen fünf jazzige Stücke im Studio an der Akademie in Oslo improvisiert.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?