Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Organic Grooves so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Organic Grooves.
Text Pippo Kuhzart, Tim Tschentscher, Kristoffer Cornils, Andreas Brüning, Niklas Fucks, Lars Fleischmann, Florian Aigner, Christian Neubert

Al Massrieen - Modern MusicFind it at hhv.de: Vinyl LP Elijah Wood twitterte seine Begeisterung, und von der Last des Ringes befreit kann der gute Mann nicht irren: »Modern Music« ist der bislang habibifunkyeste Fund der Jakarta-Tochter und so vielseitig wie eingängig. Mühelos schnüren Al Massrieen um Hany Shenoda Pop-Experimente aus Psych-, Elektronik-, Disco- und Jazz-Elementen. Tim Tschentscher
 

Awa Poulo - Poulo WaraliFind it at hhv.de: LP Wäre diese Welt eine faire, würde Awa Poulo genauso die Pop-Redaktionen des globalen Nordens auf eine kollektive Google-Suche schicken wie zuvor etwa Omar Souleyman. Jetzt also bitte: »Peulh-Musik« oben rechts eingeben, noch kurz (oder besser lang) auf diesen fantastisch sich windenden Songs hängen bleiben, nach dem vierten Durchlauf Enter drücken und irgendwo in der Sahelzone zwischen Mali und Äthiopien herauskommen, um mehr davon aufzutreiben. Kristoffer Cornils
 

Barney Wilen - MoshiFind it at hhv.de: Vinyl 2LP Der große Afrika-Hype ist vorbei, 1972 hatte er noch gar nicht begonnen. Damals kam der Franzose Barney Wilen von da zurück und mit ihm die Einflüsse, die er bei Pygmäenstämmen gesammelt hatte. Afrikanische Rhythmen, Blues-Traditionen und Jazz, der zuweilen sehr weit draußen und dunkel ist und dann wieder leicht und luftig, so dass man auch die Zwiebel beim Schnibbeln nicht verfehlt. Philipp Kunze
 

Cool EuropaFind it at hhv.de: Vinyl 2LP Eine Zusammenstellung deutscher Jazzmusik von 1959 bis 1963, »Cool Europa«, erscheint auf dem Label von Ekki Fleischhammer. Bei der Auswahl der Stücke achtet der Labelchef auf die historische Bedeutung im Repertoire der Künstler und schließt Lücken in vergessenen Bereichen. Tobi Kirsch
 

Cybe - Tropisches VerlangenFind it at hhv.de: Vinyl LP Stroom bleibt der noch coolere kleine Bruder von Music From Memory und was Nosedrip hier ausgegraben hat, ist allein schon wegen der Entstehungsgeschichte Listenmaterial. Spoilers: Holländischer Lebemann (Cybe) lässt es sich in den Achtzigern in den Tropen gut gehen und vergisst die Ansichtskarten (»Tropisch Verlangen«) rechtzeitig zu verschicken. Florian Aigner
 

Emel Ensen - EnsenFind it at hhv.de: Vinyl LP Emel el-Mathlouthi hat eine brisante Karriere hingelegt, bevor sie dieses Jahr mit »Ensen« international debütierte. In Tunesien wird die protestgetragene Musik der mittlerweile in Frankreich ansässigen Künstlerin nicht im Radio gespielt, was sie wiederum nicht vor Rückgriffen auf traditionelles Instrumentarium abhält. Dennoch ist diese Platte vor allem Ausdruck einer Sehnsucht nach neuer Musik oder gleich neuen Musiken jenseits der großen Trennlinien. Kristoffer Cornils
 

Ethiopian Urban And Tribal MusicFind it at hhv.de: Vinyl 2LP »Ethiopian Urban and Tribal Music« ist nicht nur preisverträglich, sondern zeigt im Inlay zumindest die Gesichter und listet die Namen derjenigen auf, welche hier in großartig abwechslungsreich nebeneinander gestellten Feldaufnahmen zu hören sind. Nicht selbstverständlich im Feld von ethnografischen Tonaufnahmen in der freien Marktwirtschaft. Vermutlich also gewinnen hier nicht allein wir. Kristoffer Cornils
 

Giovanni Cristiani - Alpha Percussion LPFind it at hhv.de: Vinyl LP Ach ey, nur eine Reissue einer Platte, aus der Paul White vermutlich ein ganzes neues Danny Brown Album hätte produzieren können, die gleichzeitig auch mühelos in jedes Selector-Radioset passt und automatisch auch das Noro-Virus heilt. 2 von 3 dieser Behauptungen über Giovanni Cristianis »Alpha Percussion« sind empirisch nachweisbar. Florian Aigner
 

The Heliocentrics – A World Of MasksFind it at hhv.de: #Black Vinyl LP + Splatter Vinyl LP Die Heliocentrics haben mit Barbara Patkova jetzt eine feste Sängerin, die sich perfekt in das psychedelische Soundgerüst einfügt. Wenn eine Band aktuellen afro-psychedelischen Sound heutzutage repräsentieren kann, sind es die Heliocentrics mit ihrer ungeheuren Intensität. Tobias Kirsch
 

Joshua Abrams - SimultonalityFind it at hhv.de: Vinyl LP »Simultonality« ist ein psychedelisch repetitive und meditative Kombination aus Jazz, Raga, Rock, Can-Beats und Steve Reich- Minimalismus mit Joshua Abrams dreiseitigem marokkanischen Gnawa-Bass Guimbri als stets ruhendem Pol. Andreas Brüning
 

Lovin' Mighty Fire - Nippon Funk, Soul, Disco 1973-1983Find it at hhv.de: Vinyl 2LP Die Compilation »Lovin’ Mighty Fire – Nippon Funk, Soul, Disco 1973-1983« hält für jede Lebenslage und das heißt hier konkret jeden Dancefloor-Zustand die richtigen Tunes bereit. Klebriger Klammerblues, Diven-Disco und das obligatorische, an dieser Stelle extrem verkiffte Haruomi Hosono-Stück inklusive. Kristoffer Cornils
 

Marijata - This Is MarijataFind it at hhv.de: Vinyl LP »This Is Marijata« ist ein unfassbares Album. Egal, aus welcher Stimmungslage der Track gerade kommt: no filter! Rau, raw, funky wie der viel zitierte Mutterficker und melancholisch wie der einsame Papa. 2 1/2ste Reissue jetzt, sie war dringend nötig. Philipp Kunze
 

Tomorrow's People - Open Soul LPFind it at hhv.de: LPNeben Midori Takadas überragendem »Through The Looking Glass« ist »Open Soul« von Tomorrow’s People einer der beiden großen Algorithmen-Hits, die dieses Jahr neu aufgelegt wurden. Wer auch immer mal bei YouTube die einschlägigen Soul- und Funk-Nummern abgesurft hat, muss irgendwann bei dem hypnotischen Cover (weniger so in der Neuauflage) und den noch hypnotischeren Grooves des 20-minütigen Titelstücks hängengeblieben sein. Kristoffer Cornils
 

Mulatu Astatke – Mulatu Of Ethopia Find it at hhv.de Deluxe-LP + LP Strut hat das 1972-Album »Mulatu Of Ethiopia des Ethio-Jazz-Großmeisters Mulatu Astatke nachgepresst. Dickes Vinyl, in der Deluxe-Version mit Bonus-Tracks, ganz viel Astatke wie man ihn halt kennt, atmosphärisch, rhythmisch und unmöglich, die Schnauze davon voll zu haben. Philipp Kunze
 

Oratorium LPFind it at hhv.de::Vinyl LP Es klingt eventuell nach Beleidigung, ist aber irre gut: DJ Science macht in Christenrock. Sein Label wird zum Gralshüter eines wahrhaft entrückten Albums – und released die »Oratorium« LP von 1972. Sie ist durch und durch beseelt und auf jene unverschämte Weise schamlos, die nur wahre Glaubensverfechter drauf haben. Christian Neubert
 

Outro TempoFind it at hhv.de: Vinyl 2LP Man kann sich »Outro Tempo« über die Hits nähern (Andrea Daltro, Maria Rita), über die Aussicht doch irgendwann diesen Higher State Of Consciousness zu finden (Priscilla Ermel, Fernando Falcao) oder den absurden Median-Wert (alle). Egal wie: das Real Madrid im Comp-Game 2017. Florian Aigner
 

Pop MakossaFind it at hhv.de: Vinyl 2LP Die Sammlung »Pop Makossa« präsentiert uns feinsten Highlife und Afrorumba aus Kamerun von 1976 bis 1984 mit ausführlichem Booklet. Der Sound bekam enormen Schub durch Manu Dibangos »Soul Makossa«, der den Namen des Genres international bekannt machte. Tobias Kirsch
 

Raymond Scott - Manhatten ResearchFind it at hhv.de: Vinyl 3LP Wer denkt früheste elektronische Musik ginge nur schwer verdaulich, kennt Raymond Scott nicht. Der Cartoon-Komponist experimentierte in den 50ern und 60ern mit elektischen Jingles, wurde lang vergessen, wiederentdeckt und von Gorillaz, El-P und J-Dilla gesamplet (»The Name Of The Game is Lightworks«). Essentieller Repress. Niklas Fucks
 

V.A. - Synthesize The Soul: Astro - Atlantic Hypnotica From The Cape Verde Islands 1973 - 1988Find it at hhv.de: Vinyl 2LP Die Kapverden, geografisch als Inselgruppe vor der Küste Senegals und politisch von Portugal bis in die Siebziger gesteuert, zeigen sich hier von ihrer grandiosen und einzigartigen Seite. Auf »Synthesize The Soul: Astro – Atlantic Hypnotica From The Cape Verde Islands 1973 – 1988» findet sich ein Mix an Einflüssen von Brasilien nach Ghana und zurück ins Disco-Europa. Lars Fleischmann
 

Spiritual Jazz Volume 7: Islam - Esoteric, Modal And Progressive Jazz Inspired By Islam 1957-1988 Find it at hhv.de: Vinyl 2LP + CD »Spiritual Jazz Volume 7: Islam – Esoteric, Modal And Progressive Jazz Inspired By Islam 1957-1988« ist eine akribische Zusammenstellung an vornehmlich musikalischen Hinterbänklern. Hier verzichtet man lieber auf Stars, die die Platte verkaufen sollen. Viel mehr analysiert man die Verbindung zwischen dem Islam als Antrieb der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung und seinem Einfluss auf die Jazz-Szene ab Mitte der Fünfziger. Lars Fleischmann
 


Und diese 100 Schallplatten wurden im ersten Halbjahr 2017 bei uns im Webshop am heißesten gehandelt.

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Music Review | verfasst 04.09.2015
Amara Touré
Amara Touré 1973 - 1980
Analog Africa veröffentlicht mit »Amara Touré 1973 – 1980« zehn neu gemasterte Stücke des äthiopischen Musikers.
Music Review | verfasst 23.02.2016
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Senegal 70
Wieder ein beinahe unmöglicher Release aus dem Hause Analog Africa: »Senegal 70« ist das Ergebnis von 4 Jahren musikalischer Schatzsuche.
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A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
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Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
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DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
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Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
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Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
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DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
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Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
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Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
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Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
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Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
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Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
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LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
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Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
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12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
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The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
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Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
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Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.