Music Porträt | verfasst 15.08.2017
Oddisee
Kompass ohne Morden
Zu müde, um zu kämpfen -– zu wach, um aufzugeben. Oddisee befindet sich zwischen den Gräben, zwischen den Polen. Das war schon immer so. Ein Grund, warum seine Texte zu dem Intelligentesten gehören, was man im Rap so geboten bekommen kann.
Text Anna Gyapjas
Oddisee1

»Ich denke schon, dass Proteste etwas bringen. Die Menschen müssen ihre Stimmen hörbar machen können. Aber das Problem daran ist: es ergeben sich daraus meist Kontroversen, die letztendlich kontraproduktiv sind.«

Oddisee ist keiner, der einem reißerische Thesen liefert, keiner für leichte Antworten. Wie auch, als schlauer Kopf in schweren Zeiten. Rassismus-, Sexismus-, Kapitalimuskritik – alles da, und noch viel mehr. Doch während Oddisees berühmtere Kollegen sich zwischen #BlackLivesMatter und #AllLivesMatter aufreiben und schließlich Position beziehen, stellt der Rapper und Produzent das Sich-Entscheiden-Müssen an sich in Frage.

Amir Mohamed el Khalifa, so Oddisees bürgerlicher Name, lässt seine Integrität nicht von den Mechanismen der Musikindustrie kompromittieren. Er hat nie dick aufgetragen, um zu verkaufen. Er stellt Zeitlosigkeit vor Zeitgeist, anstatt im Autopiloten auf Autotune die Charts anzusteuern, zimmert er sich seine eigenen von Staubpartikeln eingeschneiten Tunes zusammen. Und trotzdem behauptet er sich seit Jahren im Game. Oddisee hat eine treue internationale Fanbase, die ihm das Leben von der Musik abseits des Mainstreams ermöglicht.

Mittlerweile auch das seiner Familie, zu der seit dem 21. Juli seine Tochter Zaina gehört. Während el Khalifa von seinem Künstlerverständnis erzählt, schlummert sie im Nebenzimmer. Mit einem Buch in der Hand und ihr auf der Schulter hat er sie am Morgen in den Schlaf gewippt. Danach ging es direkt ins Musikzimmer. Denn auch, wenn für den Musiker Vatersein der bestmöglichste Job ist, bleibt finanzielle Stabilität seine Mission. »Nicht nur, damit ich Kunst machen kann«, erklärt er«_. »Das gilt generell, damit ich meiner Zeit das machen kann, was ich will. Deswegen heißt family first: arbeiten. Ich kaufe meine Zeit von der Welt zurück.«


El Khalifa selbst wurde als Sohn eines Sudanesen und einer Afro-Amerikanerin in die Rolle des Vermittlers hineingeboren. Sein Vater ist muslimischen Glaubens kommt, seine Mutter wurde christlich erzogen. »Ich war immer irgendwo dazwischen«, erzählt der 32-Jährige, _»und habe die eine Seite der anderen Seite erklärt, weil ich Perspektiven nachvollziehen konnte, während sie sich nicht verstanden.«

Ein Leben zwischen den Polen. Noch mehr nach der Trennung seiner Eltern. Während der junge Amir wochentags bei seinem Vater in Prince George’s County, Maryland, weilte, das an die ungemütlicheren Gegenden von Washington D.C. grenzt, pendelte er für die Wochenenden in die betuchtere Gegenden von D.C., wo seine Mutter lebte. »Ich bin erschöpft! Ich bin verbittert, zynisch, skeptisch!« ( Oddisee) Wo er statt Cartoon Network die Nachrichten schaute und statt Sandmännchengeschichten Gedichte las. In diesem Umfeld war er nicht mehr das ghetto kid von unter der Woche, sondern der Muslim, der Nerd, der häufig nach Afrika flog. Für seine sudanesischen Verwandte wiederum war er schon immer der Ami mit den Jordans.

Dass sein Bewusstsein für die Beliebigkeit solcher Stigmata derart gedeihen konnte, wie es auf seinem jüngsten Album »The Iceberg« zu hören ist, verdankt der inzwischen in New York lebende Oddisee seinen Eltern. »Sie waren sehr geduldig und haben mir immer erklärt, warum sie etwas von mir verlangten. Umgekehrt musste ich auch immer darlegen können, wenn ich etwas wollte.« Den Mut, die eigenen Motive zu hinterfragen, überhaupt, Fragen zu stellen will er auch seiner Tochter weitergeben.

Die Bereitschaft dafür erwartet er von seinem Publikum. Auch wenn ihm klar ist, dass er als Künstler lediglich eine Projektionsfläche bieten kann. »Mit meiner Musik offenbare ich meine Meinung nicht unbedingt – die Leute lesen sie hinein. Denn dadurch können sie zustimmen oder Abstand nehmen.« Viele seiner Kollegen nähmen den Shortcut, druckten ihre Meinung ab, ihre Wahrheit, die dann nicht nur Gleichgesinnte anziehe, sondern den ganzen Rest in eine antagonistische Position zwinge.

Solch eine Kunst ist nicht in El Khalifas Sinn. Er weiß, dass er als Rapper gesellschaftsrelevanter Lyrics auf Messers Schneide wandert. »Es geschieht sehr leicht, dass solche Musik [wie ich sie mache] als rechthaberisch empfunden wird, und genau solche Momente schmälern ihren Unterhaltungswert – weil sie dann als Züchtigung oder Bildungsmaßnahme wahrgenommen wird«, sagt er. Um dem zu entgehen, versucht El Khalifa ohne eindeutige Werturteile auszukommen. So wie im Song »Like Really«, dem Paradebeispiel seines offenen Ansatzes auf »The Iceberg«. Komplexe, strukturell bedingte Problematiken entwirrt Oddisee mit dem simplen Mittel der Frage. »How you make a film about Egypt with all leading roles caucasian«, fragt er da, aber nicht vorwurfsvoll, sondern ernst gemeint, »nah like really folgt auf jede Fragestellung. How you gonna make us great, when we were never really that amazing (nah like really)?«.

So überrascht es auch kaum, dass El Khalifa ohne Zögern einem Panel beiwohnen würde, bei dem er mit Trump-Unterstützern ins Gespräch käme. »Lass uns verstehen, warum du für Hillary gestimmt hast, warum du für Trump: Was unterscheidet uns, welche Sorgen haben wir gemeinsam? Wenn ich danach noch ein paar Songs spielen soll, bin ich sofort dabei. Aber wenn ich vor den Trump Towers protestieren soll, bin ich raus.«
Oddisee - The Iceberg LPFind it at hhv.de:Vinyl LP Dass denen mit den schmissigen Hashtags und dem Schubladendenken mehr Öffentlichkeit zuteil wird, lässt ihn nicht kalt. »Ich bin erschöpft! Ich bin verbittert, zynisch, skeptisch! Aber meine Kinder werden mit dieser Welt interagieren müssen. Also tue ich mein Anteil, um ihn zu einem sicheren Ort zu machen. Das ist das Ziel meiner Musik, ihre Botschaft, darin bin ich gut.«

Als geborener Vermittler will El Khalifa mit seiner Musik Dialoge ermöglichen. So wie damals, im Skater’s Palace in München. Wie auch sonst bat er nach seinem dortigen Konzert einige Fans in den Backstage-Bereich, zwei schwarze Studenten, einen türkisch-stämmigen, einen Deutschen. Würdet ihr euch im Alltag miteinander unterhalten?, fragte der Rapper damals. Die jungen Männer verneinten. Wenn ihr schon meine Musik gemein habt, glaubt ihr nicht, da könnten noch mehr Gemeinsamkeiten sein? Die Fans nickten. Dass sie danach ins Gespräch kamen, zählt zu den stolzesten Momenten in Khalifas Karriere als Oddisee.

Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.05.2011
Oddisee
Odd Seasons
Oddisee führt uns auf 31 erfindungsreichen und einzigartigen Produktionen durch die vier Jahreszeiten.
Music Review | verfasst 18.09.2011
Oddisee
Rock Creek Park
Rock Creek Park ist ein nostalgischer Soundtrack des Sommers und eine Ode an den gleichnamigen Park in Washington, D.C.
Music Review | verfasst 24.09.2012
Oddisee
People Hear What They See
»People Hear What They See« fokussiert musikalische und inhaltliche Ansprüche, die Zeitlosigkeit klar vor Zeitgeist stellen.
Music Review | verfasst 24.10.2013
Oddisee
The Beauty In All
»The Beauty in All«, das mittlerweile 17. Release von Oddisee, huldigt der Schönheit des Unvollkommenen.
Music Review | verfasst 15.05.2015
Oddisee
The Good Fight
Oddisees Texte vermeiden inhaltlich jedes aktuelle Rap-Klischee. »The Good Fight« bleibt zu jedem Zeitpunkt leichtfüßig und eingängig.
Music Review | verfasst 21.12.2017
Oddisee & Good Company
Beneath The Surface Live
Oddisee veröffentlicht mit »Beneath The Surface Live« sein erstes Livealbum und hat in Good Company eine richtig gute Band dabei.
Music Bericht | verfasst 19.11.2013
Oddisee
Live am 17.11. im Club Bahnhof Ehrenfeld in Köln
Durch die Mischung aus Improvisation, viel Energieaufwand und einem Touch von Perfektion gelingt es dem Washingtoner MC Oddisee und seiner Band, die Zuhörer im Club Bahnhof Ehrenfeld lächeln zu lassen.
Music Interview | verfasst 21.05.2015
Oddisee
»Ich mache genau meine Musik«
Oddisee hat in den letzten zehn Jahren an 20 Releases mitgewirkt. Soeben ist sein Album »The Good Fight« erschienen. Im Interview erfahren wir aber auch, wieso gerade die »normalen« Dinge sein Steckenpferd sind.
Music Review | verfasst 25.03.2011
Apollo Brown
Clouds
Ganz in der Tradition von alter HipHop-beat-Tapes steht auch Apollo Browns neuester Streich.
Music Review | verfasst 15.04.2011
Has-Lo
In Case I Don't Make It
Has-Lo beweist auf seinem Debüt, dass er in der Lage ist, musikalische Bilder zu zeichnen, die sich im Kopf des Hörers festsetzen.
Music Review | verfasst 18.10.2011
Hassaan Mackey & Apollo Brown
Daily Bread
Apollo Brown schließt sich mit dem Rapper Hassaan Mackey zusammen. Wer souligen Hip Hop mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Music Review | verfasst 17.10.2011
DTMD
Makin' Dollas
DTMD präsentieren auf ihrem Debüt einen sehr entspannten, von Pete Rock und Jazzy Jeff inspirierten Sound
Music Review | verfasst 06.02.2012
yU
The Earn
Nachdenklich und eigenständig ist die Rapmusik von yU. In Washington, D.C. sollte man sich ein wenig mehr umschauen.
Music Review | verfasst 09.03.2012
Sean Born
Behind The Scale
Sean Born realisiert mit großen Teilen des Künstlerrepertoires der Mello Music Group ein Album, das den Frühling herbeisehnt.
Music Review | verfasst 03.04.2012
Apollo Brown & O.C.
Trophies
Apollo Brown und O.C. liefern bei ihrer ersten Zusammenarbeit ein Teamplay erster Güte ab.
Music Review | verfasst 06.11.2012
The Black Opera
Libretto: Of King Legend
Man kann es Weltmusik 2.0 nennen. Man kann die Musik von The Black Opera aber auch den HipHop der Zukunft nennen.
Music Review | verfasst 06.11.2012
7even Thirty
Heaven's Computer
»Heaven’s Computer« ist keine Mondlandung, gleicht in seiner Solidität jedoch einem musikalischen Fallschirmsprung aus der Stratosphäre.
Music Review | verfasst 12.11.2012
Apollo Brown & Guilty Simpson
Dice Game
Die Achse Brown/Simpson harmoniert mit traditioneller Sample-Ästhetik und dem klassischen MPC-Arrangement der ’93er RZA-Schule.
Music Review | verfasst 04.12.2012
Georgia Anne Muldrow & DJ Romes
The Blackhouse
Zusammengehalten wird dieses elektronische Gebilde von einem Dach aus Funkund mitreißenden Drums mit einem Schornstein aus Consciousness.
Music Review | verfasst 26.02.2013
Gensu Dean & Planet Asia
Abrasions
Gensu Dean gelingt es, mit seiner SP-1200 Beats zu produzieren, die Westcoast-Spitter Planet Asia wie auf den Leib geschneidert sind.
Music Review | verfasst 22.05.2013
Ugly Heroes
Ugly Heroes
Hinter den Ugly Heroes verbirgt sich Apollo Brown, der hier Red Pill und Verbal Kent ein paar seiner besten Beats zur Verfügung stellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.