Music Liste | verfasst 10.01.2018
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Text Pippo Kuhzart
10-tropical-----detail_banner_1200x800px

Der Ausgangspunkt für diese hübsche, kleine Liste ist die Farbe Grau. In genau einem Ton: ihrem tristesten. Das Wetter aktuell ist grau, das sozio-politische Klima sowieso. Perspektivisch ist es das Beste, was sich die meisten vorstellen können, etwas Kohle zu machen, um aus dem Gröbsten raus zu sein. Grau. Vielleicht suchen deshalb mehr und mehr Menschen nach bunter Musik. Aber das soll kein Essay werden, sondern eine hübsche, kleine Liste. Drücken wir also Rewind und fangen nochmal von vorne an. Im Dschungel. Dort trampeln zugedröhnte Zwerge um den Kadaver eines Aliens herum, trommeln und quieken. Unter Hilfestellung dieses Szenario hat mal ein Freund beschrieben, nach welcher Art von Musik er im Grunde eigentlich nur noch sucht. Weird und exotisch soll es sein.

Und meistens kann noch so will emuliert und gesamplet werden, das Abgefahrenste ist eigentlich das, was für manche das Normalste ist: Musik, die aus einem bestimmten Kulturkreis, aus einer speziellen Region entspringt und nur von dort. Solche Musik stellt diese Liste vor. Im engen und im weiteren Sinne versteht sich. Los geht’s: von Tibet über den Niger ins Museum.


Die vorgestellten 10 Schallplatten von weit weg findest du im Webshop von hhv Records.
-————————

Kink Gong - Tibetan Buddhism Trip Webshop ► Buy Vinyl LP Das erste Album soll direkt mal den Geist frei- (bzw. weg-)spülen, damit in der Folge alles ungebremst hineinfließen kann. Der Titel »Tibetan Buddhism Trip« macht keine Geheimnisse, denn genau darum geht’s: Um Tibet und Buddhismus, für die meisten auf dieser Seite der Erde ein Trip. Lauren Jeanneau aka King Gong hat zwischen 2006 und 2013 dort und in Yunnan, China, Glocken, Gongs, Trommeln und die Mantras von Mönchen aufgenommen und die Field Recordings in Berlin um elektronische Elemente erweitert. Wer hierzu nicht einen Zustand der Transzendenz erreicht, der dürfte wenigstens für knapp 40 Minuten vergessen, dass die Nachbarfamilie Müller heißt und einen Dackel hat, der unten auf der matschigen Straße vor Kodi kotet. Erscheinen im Sommer 2017 auf dem immer weit draußen agierenden Akuphone. Es wird nicht der erste Auftritt des Labels hier sein, das mit »Tibetan Buddhism Trip« ihre Erkundungsreise ins Feld ritueller und zeremonieller Musik begann
 

Ethiopian Urban And Tribal Music Webshop ► Buy Vinyl 2LP Von Tibet nach Äthiopien, eh wurscht, Hauptsache irgendjemand trommelt. Das ist nicht der Gedankengang des Redakteurs. Vielleicht sind Trommeln das Gegenteiligste überhaupt zum Nachmittagsprogramm der privaten Fernsehsender in Deutschland und deswegen aktuell unter links sozialisierten Musikhörern so beliebt. Die auf »Ethiopian Urban And Tribal Music« zu hörenden Aufnahmen stammen aus den Jahren 1971 und 1972, erschienen ursprünglich separat und sind seit 2017 dank Sub Rosa auf Doppel-Wünül zu haben.
 

Johnny Nash - Fauna Mapping Webshop ► Buy Vinyl LP Brandaktuell hingegen die Aufnahmen von Johnny Nash und Lindsay Todd für deren gemeinsames Album »Fauna Mapping« aus Bali. Es ist der zweite Teil der »Island Explores«-Reihe des Labels Island Of The Gods. Das Album besteht aus Field Recordings, elektronischen Sounds, selbst eingespielten Instrumenten und von balinesischen Musikern eingespielten Parts. Hohe Luftfeuchtigkeit, Regenprasseln auf dem Wellblechdach, vielleicht Schwaden von Opiumrauch, jedenfalls trägt der Gecko seine Haut falsch herum. Sau toll, sau neu, Preorder läuft, Freunde, jetzt zuschlagen. Einzig faire Alternative wäre Fieber, um dem Effekt des Albums näher zu kommen; aber wer bitte ist so drauf?
 

Various Artists - Vodou Drums In Haiti Volume 2 - The Living Gods of Haiti: 21st Century Ritual Drums & Spirit Possession Webshop ► Buy Vinyl 2LP Mehr Götter, mehr Insel, mehr Drums, NUR Drums: Soul Jazz hat 2017 den zweiten Part ihrer »Vodou Drums In Haiti« veröffentlicht. Eingespielt von den Trommlern der Société Absolument Guinin ist das hier maximal ausgespaceter Shit mit minimalen Mitteln. Reine Trance, keine Ahnung, wo aus den Trommelschlägen plötzlich die Melodie entsteht, vielleicht erträumt sie sich der Körper auch selbst, während er davon getragen wird. Das ist kein Album zu dem man eine Tüte Chips isst, soviel kann man mit Bestimmtheit sagen.
 

Les Filles De Illighadad - Eghass Malan Webshop ► Buy Vinyl LP Unter all den Afrika-Reissues war ihr Debüt das vielleicht meistbeachtete Album aktuelle Album: das von Fatou Seidi Ghali, Alamnou Akrouni und Madassane Ahmoudou. Vor einigen Wochen ist ihr zweites Werk erschienen, dieses Mal im Studio aufgenommen. Klingt ein bisschen cleaner, man kann sich aber weiterhin vorstellen, dass eine der drei Musikerinnen die Drums mit ihren Schlappen eingespielt hat. Auch »Eghass Malan« trägt wieder gleichzeitig das Gefühl der rastlosen Melancholie von Nomaden in sich, wie auch der tiefen Verwurzeltheit in einen vielleicht nicht mal geografisch genau festzulegenden Ort, der trotzdem ganz und gar Heimat bedeutet. Folk aus dem ländlichen Niger, repetitive Rhythmen, polyphon widerhallende Vocals, sehnsüchtige Gitarren: wenn man hier nicht »wunderschön« schreibt, wann dann?
 

The Gamelan Of The Walking Warriors Webshop ► Buy Vinyl LP Zurück nach Bali, zurück zu Akuphone, zurück zu Vincenzo Della Ratta. Der Ethnomusikologe ist auch für eine Zusammenstellung aus Borneo aus dem Jahre 2016 verantwortlich. Für »The Gamelan Of The Walking Warriors« hat er Stammesmusik aufgezeichnet. Zwei verschiedene Stile: einmal die Beleganjur-Musik ohne rituellen Kontext und dann die Beleganjur-Musik im Rahmen von Beerdigungszeremonien der Ngaben im Dorf der Peliatan. Wem es nach all den Namen noch nicht schwindlig ist, dem ist es spätestens nachdem er den ganzen Zauber hier komplett durchgehört hat. Das ist auf mitreißende Art beunruhigende Musik. Und außerdem ein schönes Zeugnis originaler Gamelan-Musik, wo diese doch wieder einen Frühling erlebt.
 

Hany Mehanna - The Miracles Of The Seven Dances Webshop ► Buy Vinyl LP So genug gestorben, Zeit für Bauchtanz. Radio Martiko legen nach der hervorragenden Reissues von Abdou El Omari nach. Eigentlich sollten nach einem Blick auf das Cover von Hany Mehannas »The Miracles Of The Seven Dances« keine Fragen mehr offen bleiben. Darauf zu sehen: Pyramiden, Tänzerin, Sand, und ein verwuschelter Hany Mehana mit seiner monströsen Farfisa-Orgel. Ne, ey, wirklich keine weiteren Fragen!
 

Usiende Ukalale (Don't Sleep) - Omutibo from Rural Kenya Webshop ► Buy Vinyl LP Die vielleicht am friedlichsten klingende Ansammlung von Musik in dieser Liste heißt »Don’t Sleep«. Mississippi Records haben mit »Omutibo From Rural Kenya« eine durch und durch schöne Zusammenstellung an akustischer Gitarrenmusik zusammengestellt, aus einer Zeit, in der Kenia den Weg zur Unabhängigkeit ebnete. Die Finger fliegen weich über die Saiten, die Gedanken übers Land; wer mal einen richtig kitschigen, duftenden Kenia-Reiseprospekt schreiben wollte, tue es hierzu. Top verpackt das Ganze übrigens auch: Die Songwriter selbst haben beim Erstellen der Compilation geholfen, gut 50 Jahre später. Das Booklet enthält Interviews, Fotos, Lyrics, Speck an genau den richtigen Stellen das Ding.
 

I'm On My Journey Home: Sacred Harp Singing, 1927-1934 Webshop ► Buy Vinyl LP Unerwarteter Vertreter in dieser Liste: se United States. Aber auch dort ist natürlich nicht alles dicker, großer, roter, geschwollener Atomknopf. Death Is Not The End haben Harfen-Gospel aus dem US-amerikanischen Süden der 1920er und 1930er Jahren ausgegraben und auf ihre Compilation »I’m On My Journey Home: Sacred Harp Singing, 1927-1934« gepackt, man möchte direkt zum nächsten See rennen und sich von einem halbglatzigen Pfarrer unter Wasser tunken lassen. Sehr wertvoll, eben gerade in diesen Zeiten, diese Auswahl an Musik, die zeigt, was für ein großes und diverses Land die USA waren und sind.
 

Even A Tree Can Shed Tears: Japanese Folk & Rock 1969-1973 Webshop ► Buy Vinyl 2LP Wie zu vielen der hier gelisteten Releases könnte man ganze Bücher an theoretischem Überbau mitliefern. Begrenztes Zeichenbudget und grenzenlose Faulheit allerdings stehen hinter der folgenden knappen Zusammenfassung: Japan, Sechziger und Siebziger, Studentenproteste, Untergrundbewegung, Bruch mit den Traditionen der Nachkriegszeit und die neue Musik die daraus entstand. Diese klingt viel harmonischer als sich das liest. Aber wer weiß schon, was die singen? Gerade deshalb essentiell, weil »Even A Tree Can Shed Tears: Japanese Folk & Rock 1969-1973« neben den in jüngster Vergangenheit so angesagten Boogie, Jazz-Rock, Ambient und New Age mal andere Musik aus Japan ans Tageslicht befördert.
 

Svitlana Nianio -  Lisova Koleciya Webshop ► Buy Vinyl LP Irgendwo zwischen slavischer Folklore und kosmischer Kunscht-Musik ist Svitlana Nianio anzusiedeln. Die Dame war ab den 1990er Jahren im Underground der polnischen und ukrainischen Kunstszenen unterwegs und drückt in ihrer Musik Altertümliches mit modernen Mitteln aus. Mythen, Aberglauben und gehäkelte Tischdecken gebrochen durch das Prisma der Gebildeten, hier wird auf Osteuropa geblickt und ganz aus ihm herausgefühlt. Wir nähern uns der Meta-Ebene unserer Folk-Liste.
 

Hannah Leighton-Boyce - Industrial Folklore Tapes Volume One: Instruments Of Industrial Webshop ► Buy Vinyl LP Und erreichen sie mit dem Label Folklore Tapes. Die spüren mit einer Serie von Releases dem »industrial folk« nach, also dem Gegenpart zu dem, was man üblicherweise mit Folk verknüpft: ländliche Gegenden. Die britische Künstlerin Hannah Leighton-Boyce hat den Anfang gemacht. In ihrer Ausstellung widmete sie sich dem Werkzeug und interpretierte es als Erweiterung des Menschen bzw. dessen Mittel mit der Welt in Kontakt zu treten und in ihr zu sein. »Instruments Of Industrial« sind die Aufnahmen dieser Ausstellung. So, jetzt dürften alle wieder trocken sein.
 


Die vorgestellten 10 Schallplatten von weit weg findest du im Webshop von hhv Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Review | verfasst 08.07.2019
Sachiko Kanenobu
Misora
Folk aus Japan hat noch keinen großen Verbreitungsgrad. Light In The Attic versuchen dem mit »Misora« von Sachiko Kanenobu entgegenzuwirken
Music News | verfasst 06.06.2021
Lee Moses
Exclusive Edition: »Time And Places«
»Time And Places«, erstmals 1971 veröffentlichtes, vielbeachtetes Album von Lee Moses, wird am 11.6.2021 in einer limitierten, nur bei HHV Records erhältlichen Red Vinyl Edition wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 30.03.2021
Selda Bağcan
Selda
Das 1973 entstande Album »Selda« von Selda Bağcan ist eines der schönsten Zeugnisse türkischer Musik. Jetzt wurde es wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 08.04.2021
Robbie Basho
The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12
Robbie Basho gilt als Pionier der Steel Guitar. Jetzt wurde das tolle »The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12« wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 15.03.2019
Jonny Nash
Make A Wilderness
Der Titel »Make A Wilderness« ist ziemlich souverän gewählt. Die Musik von Jonny Nash ist ein unendlicher offener Raum.
Music Review | verfasst 14.05.2020
Jonny Nash & Suzanne Kraft
A Heart So White
Auf »A Heart So White« treffen Johnny Nash und Suzanne Kraft zum zweiten Mal aufeinander. Kommunikation fand dabei nur über die Musik statt.
Music Review | verfasst 11.05.2017
Jonny Nash & Suzanne Kraft
Passive Aggressive
Ambient, Balearic, New Age, whatever: viel neue Musik für den Smoothie trinkenden Großsstädter. Das meiste ist Ausschussware.
Music Review | verfasst 18.08.2010
Sylvia Striplin
Give Me Your Love
Verheißungsvoll blitzt die nackte Schulter unter dem opulenten weißen Pelz auf dem Cover von Give Me Your Love hervor.
Books Review | verfasst 11.10.2011
Stuart Baker (Hg.)
The Cover Art Of Studio One
Mit The Cover Art Of Studio One widmet sich ein weiteres Buch aus dem Hause Soul Jazz dem spezifischen Plattencoverdesign.
Music Review | verfasst 02.11.2011
Various Artists
The Legendary Studio One Records
Einmal mehr schöpft Soul Jazz aus dem reichhaltigen Fundus von Studio One Records. Es lohnt sich abermals.
Music Review | verfasst 08.12.2011
The Lijadu Sisters
Afro-Beat Soul Sisters
Vor 30 Jahren plötzlich von der Bildfläche verschwunden, wurden The Lijadu Sisters nun von Soul Jazz wiederentdeckt.
Music Review | verfasst 16.12.2011
Various Artists
Bossa Jazz
Auch wenn Bossa Jazz im Kern treibender sein könnte, in seiner Spur findet die Zusammenstellung genug Winkel und Abzweigungen.
Music Review | verfasst 03.04.2012
Various Artists
Jende Ri Palenge - People Of Palenque
Ein weiteres ambitioniertes Projekt aus dem Hause Soul Jazz: »Jende Ri Palenge« zeigt die Vielseitigkeit der afrokolumbianischen Kultur auf.
Music Review | verfasst 08.10.2012
Various Artists
Country Soul Sisters - Women In Country Music 1952-74
Soul Jazz Records erzählt mit »Country Soul Sisters« eine feministische Geschichte des Country.
Music Review | verfasst 02.01.2013
Various Artists
Delta Swamp Rock Vol. 2
Auch der zweite Teil des Delta Swamp Rock-Samplers von Soul Jazz Records präsentiert relativ unbekannte, doch prägende Musik.
Music Review | verfasst 20.02.2013
Various Artists
Studio One Ironsides
Bekanntes und weniger bekanntest findet sich auf der neuerlichen »Studio One«-Compilation von Soul Jazz Records wieder.
Music Review | verfasst 08.04.2013
Various Artists
Deutsche Elektronische Musik 2
Das Mantra der neuen Compilation zur Geschichte der deutschen elektronischen Musik: Wer glaubt, deutsche Musik zu kennen, hat keine Ahnung.
Film Review | verfasst 21.06.2013
Various Artists
Mirror To The Soul
Diese zweistündige Dokumentation zeigt faszinierendes Originalmaterial des karibischen Lebens zu einer spannenden Zeit.
Books Review | verfasst 19.12.2013
John Savage & Stuart Baker (Hg.)
Punk 45 – The Singles Cover Art Of Punk 1976-80
Musikjournalist John Savage und Plattensammler Stuart Baker haben ein Buch über die 7-Inches der Punk-Ära herausgegeben..
Music Review | verfasst 24.04.2014
Various Artists
Gipsy Rhumba
»Gipsy Rhumba« liefert einen guten Eindruck von der Vielfalt einer Musik, die bisher eine eher begrenzte Aufmerksamkeit erhalten hat.
Music Review | verfasst 14.05.2014
Various Artists
Inner City Beat!
Das Plattenlabel Soul Jazz ist zeigt mit der Compilation »Inner City Beat«, was im Amerika der 1970er Jahre innerstädtisch so alles los war.
Music Review | verfasst 30.05.2014
Various Artists
Calypso: Musical Poetry In The Caribbean 1955-69
Mit »Calypso: Musical Poetry In The Caribbean 1955-69« will Soul Jazz Records gängige Klischees über den Calypso revidieren.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Various Artists
Future Bass
Als »Future Music« bewirbt das englische Label Soul Jazz Records ihre neuste Compilation und gibt ihr den passenden Titel »Future Bass«.
Books Review | verfasst 09.07.2014
Stuart Baker
Black Fire! New Spirits!
Der Fotoband »Black Fire! New Spirits!« illustriert den Weg der Politiserung des Jazz in den USA der 1960er und 1970er Jahre.
Music Review | verfasst 21.07.2014
Various Artists
Studio One Dancehall – Sir Coxsone in the Dance: The Foundation of Sound
Auf »Studio One Dancehall« gibt es neben Stars wie Sugar Minott und Johnny Osbourne wieder die eine oder andere Rarität zu bestaunen…
Music Review | verfasst 08.09.2014
Various Artists
No Seattle
Die Compilation »No Seattle« beleuchtet die Musikszene des Bundesstaates Washington zwischen 1986 bis 1997. Grunge wird dabei nur gestreift.
Music Review | verfasst 29.09.2014
Various Artists
Gwo Ka: Music of Guadaloupe, West Indies, by Tradisyon Ka
Komplex geschichtete Rhythmen und repetitiver Call-and-response-Gesang treffen auf die geschwungene Melodik des französischen Chansons.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.