Music Review | verfasst 12.08.2010
Michael Mayer
Immer 3
Karaoke Kalk, 2010
Text Paul Okraj
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
8.0
Redaktion
Cover Michael Mayer - Immer 3

Irgendwie ist diese Kompakt’sche Grundarroganz und offensiv kommunizierte Trendresistenz ziemlich unsympathisch. Zugute halten muss man ihnen dennoch, dass sie seit jeher an ihrer ganz eigenen Technovision eifern und diese konsequent fortführen. Der Erfolg gibt ihnen Recht, so wurde Mayers »Immer 1« vom wichtigsten Szeneportal Resident Advisor erst kürzlich zur besten Compilation der vergangenen zehn Jahre gewählt. Auch Mayers dritte Werkschau des eigenen Geschmacks, »Immer 3«, schert sich nicht um aktuelle Trends und setzt auf ein Korsett der eigenen Labelfamilie (Justus Köhncke, DJ Koze, Closer Music, Superpitcher), das von »langjährigen Weggefährten und Geheimwaffen« (Michael Mayer) umhüllt wird. Mayer weiß um seine Stärke und beginnt mit einen sphärischen Ambient, der vollkommen frei zur Entfaltung reifen darf, ehe nach ganzen sieben Minuten die erste Bassdrum einsetzt. Bedächtig geht es los, mit der Zeit entwickelt der Mix an Dynamik (perfekt platziert: Raudive’s »Slave«) und mündet in der unnachahmlichen Coverversion des Round 2 Deephouse-Klassikers »New Day«, für die sich natürlich Justus Köhncke verantwortlich zeigt. Den Arroganzvorwurf nehme ich zurück, das nennt sich Selbstbewusstsein.

Das Album Immer 3 von Michael Mayer findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 23.10.2012
Michael Mayer
Mantasy
Michael Mayer, Chef der Kölner Label-Institution Kompakt, veröffentlicht mit »Mantasy« sein erstes Album in acht Jahren.
Music Review | verfasst 20.10.2011
Voigt & Voigt
Speicher 69
Nach vier Jahren mal wieder ein Lebenszeichen der Gebrüder Voigt & Voigt. Die Kompakt-Gründer haben aber nichts verlernt.
Music Review | verfasst 27.10.2011
Wolfgang Voigt
Kafkatrax
Wolfgang Voigt spielt mit der Stimme Franz Kafka, was seltsam verstört und doch zum Tanzen ermutigt.
Music Review | verfasst 09.12.2014
Reinhard Voigt
Rachanee
Reinhard Voigt feiert mit seiner ersten Platte unter eigenem Namen seit nunmehr sieben Jahren ein gelungens Comeback.
Music Review | verfasst 26.01.2015
Hunter/Game
Speicher 83
»Speicher 83« von Hunter/Game steht ganz im Zeichen der geometrischen Formen »Bermuda/Hexagon«.
Music Review
The Robin Jones Seven
El Maja
Der britische Percussionist Robin Jones galt als einer der bestens seines Fachs. Nun hat Jazz Room sein Werk »El Maja« wiederveröffentlicht.
Music Review
Panasonic
Remix EP
Sähkö hat von Zoviet France und Muslimgauze geremixte Stücke von Panasonic von Mitte der 1990er Jahre ausgegraben und wiederveröffentlicht.
Music Review
De Ambassade
Standhouden
Der auch als Dollkraut bekannte Musiker Pascal Pinkert legt mit »Verwijder Jezelf« und »Standhouden« zwei neue Tracks als De Ambassade vor.
Music Review
Gerhard Heinz
OST The Story Of The Dolls
Mucke für Tage, an denen einem die Sonne aus dem Arsch scheint: »OST The Story Of The Dolls« von Gerhard Heinz wird wiedervöerffentlicht.
Music Review
Tommy Mandel
Music For Insomniacs
Tropische Nächte waren nie so geil: Invisible City Editions gräbt Tommy Mandels 1984 in Heimarbeit entstandenes »Music For Insomniacs« aus.
Music Review
Ebi Soda
Ugh
Jede Woche neue interessante Jazzbands aus Großbritannien: Nun haben die aus Brighton kommenden Ebi Soda ihr Debüt »Soda« veröffentlicht.
Music Review
Imagination
Shake It
Das Label The Artless Cuckoo veröffentlicht zum vierzigjährigen Jubiläum das vielgesuchte »Shake It« der Düsseldorfer Band Imagination neu.
Music Review
Suzanne Ciani
Music For Denali
Die Synthesizer-Pionierin Suzanne Ciani hat 1973 Musik für den Dokumentarfilm »Denali« komponiert. Diese wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Zmatsutsi, Tross, Houschyar
Various Lurkers 3
Mit »Various Lurkers 3« setzt Space Ritual ihre Labelreihe fort. Darauf sind sehr gute Tracks von Zmatsutsi, Tross und Houschyar zu hören.
Music Review
Le Ren
Morning & Melancholia
Eine bemerkenswerte neue Stimme, die unter die Haut geht: Secretly Canadian veröffentlicht die Debüt-EP »Morning & Melancholia« von Le Ren.
Music Review
Romare
Home
Dem Prinzip des Samplings bleibt Romare auch auf »Home« treu und präsentiert sich auf seinem neuen Album gleichsam als wandlungsfähig.
Music Review
Earl Sweatshirt
Feet Of Clay
»Feet Of Clay« ist ein Fragment dessen, was Earl Sweatshirt ausmacht. Es besitzt die Dringlichkeit und Haltung, die Underground verkörpert.
Music Review
Jon Hassell
Seeing Through Sound Pentimento Vol.2
Nur konsequent: Zwei Jahre nach »Listening To Pictures« geht es bei Jon Hassell mit »Seeing Through Sounds« synästhetisch weiter.
Music Review
Minyo Crusadres / Frente Cumbiero
Minyo Cunbiero
Japan trifft Kolumbien: Auf »Minyo Cunbiero« verschmilzt das beste der Kombos Minyo Crusadres und Frente Cumbiero zu einer wilden Sause.
Music Review
Jessy Lanza
All The Time
Wieder gemeinsam mit Jeremy Greenspan bündelt Jessy Lanza auf »All The Time“ ihre Kräfte zu auf den Punkt angespitzten R&B-Pop-Nummern.
Music Review
AKSK
Things We Do
vAdda Kaleh und Suzanne Kraft sind zusammen AKSK und haben mit »Things We Do« ein Debütalbum vorgelegt, dass uns noch eine Weile begleitet..
Music Review
Jason Molina
Eight Gates
Sieben Jahre nach seinem Tod erscheinen mit »Eight Gates« nun unveröffentlichte Aufnahmen des amerikanischen Songwriters Jason Molina.
Music Review
Eiko Ishibashi
Hyakki Yagyō
Auf »Hyakki Yagyō« bringt Eiko Ishibashi auf zwei Klangcollagen wunderbar-wunderliche Sounds in fließende Bewegungen.
Music Review
Tadao Sawai, Kazue Sawai, Takeshi Inomata, Norio Maeda, Hozan Yamamoto
Jazz Rock
Mr Bongo veröffentlicht das zuerst 1973 veröffentlichte »Jazz Rock« des Koto-Spielers Tadao Sawai und weiterer Mitstreiter erstmals neu.
Music Review
Manfredo Fest
Brazilian Dorian Dream
»Brazilian Dorian Dream«, das 1976 erschienene Album des Brasilianers Manfredo Fest, ist Bossa Jazz der ansteckend eleganten Sorte.
Music Review
Various Artists
Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown
Auf »Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown« beleuchtet Soul Jazz Records die umtriebige britische Jazzszene vielfältig und genau.
Music Review
Voz Di Sanicolau
Fundo De Mare Palinha
Analog Africa hat »Fundo De Mare Palinha«, 1976 aufgenommene Musik der kapverdischen Band Voz Di Sanicolau, wiederveröffentlicht.
Music Review
SW.
Night
»Night« ist das dritte Album von Stefan Wust unter seinem Alias SW., das erste außerhalb seines Labels SUED. Diese Platte ist ein Abenteuer.
Music Review
Adult Fantasies
Towers Of Silence
Eine ausgesprochen verdienstvolle Zusammenstellung bringt uns Stroom in diesen Tagen mit »Towers Of Silence« der Belgier Adult Fantasies.
Music Review
Zara McFarlane
Songs Of An Unknown Tongue
Femininer Vocal Jazz muss nicht wie Norah Jones klingen: Zara McFarlane hat mit »Songs Of An Unknown Tongue« ihr viertes Album vorgelegt.
Music Review
Blu & Exile
Miles
Nach acht Jahren kommen Blu und Exile wieder für ein Album zusammen. »Miles« zeigt, dass sich nur wenige Duos so ergänzen wie diese zwei.
Music Review
Sharhabil Ahmed
The King Of Sudanese Jazz
Wunsch nach einer neuen Freiheit: Mit »The King Of Sudanese Jazz« veröffentlicht Habibi Funk nun Musik von Sharhabil Ahmed.
Music Review
Bob Dylan
Rough And Rowdy Ways
Mit »Rough And Rowdy Ways« lädt Bob Dylan ein, sich auf dem Schoß des Onkels endlich gemütlich zu machen. Oder ist bloß alles eine Finte?
Music Review
Adaye
Turn It Up
Leise spielen ist nicht: »Turn It Up«, der Bubblegum der südafrikanischen Band Adaye (ihr einziger Hit), sollte laut gehört werden.
Music Review
Karate Boogaloo
Carn The Boogers
Urlaub in Italien war gestern. Heute holt man sich Aruba, die Beach Boys, gute Laune mit Karate Boogaloos »Carn The Boogers« ins Schwimmbad.
Music Review
Jim O'Rourke
Shutting Down Here
Anfang der Neunziger war Jim O’Rourke erstmals in den legendären GRM-Studios zu Gast. Für »Shutting Down Here« kehrte er dorthin zurück.
Music Review
Nullptr
Future World
Der Electro von Nullptr auf »Future World« kommt dem Titel widerstrebend ohne aufgesetzte Zukunftsvisionen aus.
Music Review
Yumiko Morioka
Resonance
Mit »Resonance«, ihrem einzigen Album aus dem Jahr 1987, lässt Yumiko Morioka Teile postklassischer Musik jüngerer Machart obsolet wirken.
Music Review
Julianna Barwick
Healing Is A Miracle
Julianna Barwick lässt auf »Healing Is A Miracle« den einen oder anderen Fremdkörper in ihrer Musik zu. Tut das nur wohl oder sogar Not?
Music Review
Jay Glass Dubs
Soma
Jay Glass Dubs tritt auch auf »Soma« für mehr Melodie, für mehr Hall, für Elegie am Sonnendeck ein.
Music Review
Jura Soundsystem
With You EP
Kevin Griffiths hat für sein Projekt Jura Soundsystem die alten Maschinen wieder angeschmissen und die »With You EP« aufgenommen.
Music Review
Rie Murakami
Sahara
»Sahara« von der ansonsten unbekannten Japanerin Rie Murakami wurde 1984 veröffentlicht. Ein Album ohne Eigenschaften, doch voller Hits.
Music Review
Vague Imaginaries
L'ile Sous L'eau
Nur kurz nach Erscheinen seines Albums »L’Île D’or« legt Vague Imaginaries mit »L’ile Sous L’eau« eine EP nach.
Music Review
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Verschmelzen der Welten: Auf »Afropentatonism« treffen Alhousseini Anivolla aus dem Niger und Girum Mezmur aus Äthiopien zusammen.
Music Review
Haiyti
Sui Sui
Das Prädikat Pop reicht hierfür nicht aus: »Sui Sui«, das vierte Album von Haiyti, ist eine Machtdemonstration.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.