Music Review | verfasst 01.03.2019
Infinite Spirit Music
Live Without Fear
Jazzman, 2019
Text Nils Schlechtriemen , Fotos © Jazzman
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Redaktion
Cover Infinite Spirit Music - Live Without Fear

Mit Stand Ende Januar 2019 wird das einzige Vinylexemplar von »Live Without Fear« bei Discogs für humorvolle 3451,13 EUR angeboten – der ersten und letzten Veröffentlichung von Infinite Spirit Music haftet offenbar auch vierzig Jahre nach Erscheinen ein nahezu legendärer Ruf an. Für die Aufnahmen trafen sich irgendwann im Mai 1979 neun, damals wie heute weitgehend unbekannte Musiker in den Sofo-Studios in Evanston, einem Vorort von Chicago, und nahmen wie im Vorbeigehen einige der mitreißendsten Soul-Jazz-Impro-Sessions der Geschichte auf. Was erst nach Promo-Hype klingen muss, erweist sich im Verlauf des ersten Longtracks »Bright Tune« fast schon als Untertreibung. Tatsächlich ist die ebenso lebhafte wie rituelle Rhythmik von Congas, Percussion, Bass und Keys ungemein facettenreich arrangiert, klingt dynamisch und wild, wird aber trotzdem eher selten in einschlägigen Jazz-Lexika erwähnt. Die tribale Gemeinschaftsmusik in „Father Spirit, Mother Love“ war für ihre Zeit vielleicht etwas zu wild, der vollmundige Ensemble-Free-Jazz des Titelstücks zu ausufernd, sodass „Live Without Fear“ nicht zum zehnfach nachgepressten Klassiker wurde. Neben dem expressiven Clifton Blackburn, hier als Kahil El’Zabar mit Stimme und Congas dabei, sind es auch die Vocals von Sängerin Ka T’ Etta Aton, die diesen Stücken ihre ambivalente Verspieltheit geben. Mühelos changieren sie zwischen archaischer Urwaldstimmung und hektischer Urbanität, lassen beides aber auch gerne in perkussiv untermalten Arrangements aus Saxofon, Bass und Piano ineinandergreifen. Und dann war nach einem Album einfach Schluss. Warum konnte das nicht weitergehen?

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