Music Review | verfasst 18.06.2019
Kris Baha
My Master
Pinkman, 2019
Text Cristina Plett
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8.5
Nutzer (2)
8.9
Redaktion
Cover Kris Baha - My Master

Diese EP kommt martialisch S&M-inspiriert daher, durch und durch. Was Titel und Cover mit einer trippig-verfremdeten Lederpeitsche bereits vorwegnehmen, wird sich im Laufe der sechs Tracks nur intensivieren. »Fuels The Fire« startet mit für Kris Baha typischen 107 bpm und einer zitternden, tiefen Acid-Melodie. Eine wavige Stimme singt die titelgebenden Wörter, überall spritzen die Sounds. Anschließend wird es auf »Two Sides« gothic-mäßiger und introvertierter. »Chase Your Shadow« ist vielleicht der schwächste Track auf der Platte und dennoch ein sich langsam anpirschendes Tier von einem Track – hier lässt sich nur auf hohem Niveau meckern. Nach der Hälfte hört Baha jedoch keineswegs auf, seine Hörer*innen (und sicherlich nicht wenige Dancefloors) zu knechten. Ob des Gehorsams kommt »Serve, Obey« etwas munterer daher; fröhlich wäre das falsche Wort, doch die dumpfen Synthies bouncen etwas mehr in die Höhe. Der Titeltrack ist am wehleidigsten: Nicht nur ein breiter Keyboard-Ton klagt hier, sondern auch kürzere Melodien und eine Stimme, die an entfernt an die von Nico erinnert. Die Klammer schließt sich mit »Fuel«. Hier klingt Kris Baha am ehesten wie ein Reissue von Dark Entries. Insgesamt ist »My Master« jedoch eine gelungene und explosive Melange aus Industrial, Wave und Acid auf Sparflammen-BPM.

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