Music Review | verfasst 19.09.2019
Hugo Heredia
Mananita Pampera
Jazz Room, 2019
Text Lars Fleischmann
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7.8
Redaktion
Cover Hugo Heredia - Mananita Pampera

Wer nach dem argentinischem Saxophonisten Hugo Heredia sucht, landet schnell bei der 8CD-Box »New Jazz Festival Balver Höhle (New Jazz 1976 & 1977)«. Diese Höhle im Sauerland, in der Jahrzehnte später die Fantastischen Vier gleich zwei MTV Unpluggeds spielen sollten, war 1976 eben auch Schauplatz des Heredianisch geleiteten Quintets. Dieses Konzert ist verewigt auf der ersten CD der Box und darf gerne als geistige Grundlage dieser Wiederveröffentlichung bezeichnet werden. Mit Ivanir do Nascimento an den Percussions, dem US-amerikanischen Jazz-Pianisten Horace Parlan (der sowohl mit Archie Shepp als auch Red Holloway aufgenommen hat) und dem Maestro Hugo Heredia am Saxophon und der Flöte stand sowohl beim Konzert wie der LP-Aufnahme in den Bauer Studios in Ludwigshafen hochklassiges Personal bereit. Für die Aufnahme-Session gesellten sich dann gleich noch Peter Frei am Bass und Peter Schmidlin an den Drums hinzu. Auf »Mananita Pampera« schafft es Heredia, der schon in den 1960er Jahren die Heimat Argentinien Richtung Italien und Deutschland verlassen hatte, ein Referenzwerk über die Verschmelzung afrokubanischer Musiktradition mit dem euramerikanischen Jazzproduktionen abzuliefern. Die fein-schwurbeligen mehrfach gedubbten Flötentöne des Titel- und Auftakttracks bieten einer Platte ein Intro, die ganz woanders enden wird. Sehr Straight-Ahead spielt sich das Quintet durch die weiteren sechs Stücke, die auf einem dynamischen Rhythmusbett dem Chef und seinen Blasinstrumenten genügend Luft lässt zum freien Assoziieren. Streckenweise klingt das Kahil El’Zabar’s Ritual Trio alles andere als unähnlich, wenn auch 25 Jahre früher.

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