Music Review | verfasst 30.10.2019
Vazz
Cloud Over Maroma
Stroom, 2019
Text Andreas Brüning
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Redaktion
Cover Vazz - Cloud Over Maroma

Die Kombination beruhigender Klavierklänge, pulsierender Drum Computer-Sounds und entspannt perlenden Gitarrenakkorde des Multiinstrumentalisten Hugh Small mit dem unaufgeregten Gesang von Anna Howson prägten die ätherische Musik des schottischen Post-Punk-Duos Vazz – und machten die Band Anfang der 1980er Jahre zu einer Art Wegbereiter für den später so populären Dream Pop von Formationen wie den Cocteau Twins oder den Chameleons. Später spielte der britische Radio-DJ John Peel ihre Tracks immer wieder auf BBC Radio One und mehrere kleine Labels veröffentlichten in noch kleineren Auflagen Aufnahmen ihrer Musik auf Kassetten und Vinyl. Der große Durchbruch blieb den beiden Musikern aus Glasgow aber verwehrt, sodass sie die Band 1987 schließlich einstellten. Erst 2012, als ihr Debut wiederveröffentlicht wurde, outeten sich Musiker wie Andy Stott, Illum Sphere und Ron Morelli als Fans des Duos, spielten deren Musik in ihren Mixes und verhalfen ihnen wieder zu etwas Aufsehen. Das nun bei Stroom wiederveröffentlichte Release »Cloud Over Maroma« versammelt frühe Demo-Tracks ihres im legendären Glasgower Hellfire Club aufgenommenen Erstlings »Whisper Not« sowie die erste Single der Band und reichert sie mit einigen Klavierkompositionen Hugh Smalls an, die erst zwischen 2014 und 2016 entstanden sind. Das Ergebnis klingt trotz des großen zeitlichen Abstands sehr homogen, da sich die neueren Stücke in ihrem warmen Minimalismus organisch und nahtlos in die melancholisch schwebende Stimmung der älteren einfügen und so einen weiten Bogen über das spannende Schaffens dieses fast vergessenen Projektes schlagen.

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