Music Review | verfasst 07.11.2019
A Winged Victory For The Sullen
The Undivided Five
Ninja Tune, 2019
Text Björn Bischoff
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8.6
Redaktion
Cover A Winged Victory For The Sullen - The Undivided Five

Hinein in die Zwischenräume! Das Duo A Winged Victory For The Sullen lotet auf seinem dritten Studioalbum die Beziehungen zwischen Leben, Tod und Nachleben aus. Und eben allem, was dazwischenliegen mag. Vom Sound bleiben Dustin O’Halloran und Adam Wiltzie bei Bewährtem: Ambient tangiert moderne Komposition. Oftmals trägt vor allem das Piano eine Melodie über Streicher oder Effekte. »The Undivided Five« arbeitet sich dabei lose an den Ansätzen der schwedischen Künstlerin Hilma af Klingt und der steten Wiederholung des perfekten fünften Akkords ab. Was das mit diesem Album macht? Es lässt diese Platte tiefer und berührender als die bisherigen Werke von A Winged Victory For The Sullen klingen, alles scheint näher und unmittelbarer. »The Haunted Victorian Pencil« zieht einfach nur dahin, jede Melodie so fragil und wunderschön. Da fallen als Referenzen natürlich sofort Ben Frost, Jóhann Jóhannsson oder Nils Frahm ein. Allerdings erliegen A Winged Victory For The Sullen nie dem Drang, diesen Sound mit Opulenz zu überladen. Jedes Arrangement ein Pinselstrich in einem Gemälde eines dunklen Meeres, jeder Ton eine Welle, die den Hörer fortträgt. »The Rhythm Of A Dividing Pair« lässt dann die Sterne auf dieser Oberfläche scheinen. Ein Synthesizer hinterlässt ein paar Ansätze einer Melodie, alles baut sich auf und bleibt eben doch nur Teil eines großen Ganzen, eines fantastischen Albums. Kurz vor Beginn der Aufnahme des Albums erreichte O’Halloran und Wiltzie die Nachricht über den Tod eines engen Freundes. Wenige Woche nach der Beerdigung erfuhr O’Halloran, dass er sein erstes Kind erwarten würde. All diese Erfahrungen lassen sich tatsächlich auf »The Undivided Five« hören. A Winged Vicotry For The Sullen decken all das ab. Dieses Album ist mehr als seine einzelnen Songs. Es ist eine Reise in die Innerlichkeit, in die Suche. Willkommen im Zwischenraum. Der Soundtrack hier könnte kaum passender sein.

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