Music Review | verfasst 21.02.2020
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Light In The Attic, 2020
Text Lars Fleischmann
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Redaktion
Cover Various Artists - Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound

Neben den schillernden, leuchtenden Produzenten-Figuren der Popgeschichte haben ›sound engineers‹ immer ein Schattendasein geführt. Die Aufnahme-Profis leuchteten selten, sondern waren und sind bedingungslos dem Sound verpflichtet. Doch Scott Walkers Weltruhm ist unbedingt mit dem Namen Peter Walsh verbunden, Conny Planks Arbeit war zwitterhaft, zwischen Produktion und Engineering und Indie-Produzenten wie Moses Schneider und Tobias Levin versuchen mit den Mitteln der Aufnahme den Eigensound einer Band und eines Acts zu konzentrieren. Glücklicherweise spricht sich dies mittlerweile dann doch rum, wie unmittelbar der Einfluss dieser »Handwerker des Klangs« sind. Diese Compilation erkundet den Einfluss einer dieser Figuren auf eine Szene, eine Stadt, eine ganze Region. Die Geschichte der Pop-Stadt Seattle ist nicht ohne Kearney Barton zu denken. Als Barton vor acht Jahren starb hinterließ er ein Archiv von 7.000 Bändern. Auf ihnen alles und jeder, der seinen Fuß in das Studio Bartons je gesetzt hat. Darunter sind illustre Gäste: Die Wailers nahmen hier genauso auf wie etwa Quincy Jones oder Ann Wilson von Hearts. Doch auch noch die kleineste Band, das kleinste Projekt, nahm er mit der gleichen Hingabe auf. Dieser Hingabe widmet sich dieses Mega-Projekt, das geleitet wurde vom ehemaligen Sub Pop-Mitarbeiter Dan Trager, der selbst bei Barton die Kunst der Musikaufnahme gelernt hat. So entstand ein faszinierendes Zeitzeugnis, das 29 Tracks aus den Bändern versammelt: Vom Baptisten Chor bis zum Balalaika Orchester. Und je länger und tiefer man in diese Platte lauscht, desto mehr macht der Titel der Platte auch Sinn; Barton war ein Architekt, der das Gerüst für eine Stadt konstruiert hat.

Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« findest du bei HHV Records: Vinyl LP
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