Music Review | verfasst 25.02.2020
Various Artists
Studiolo: The 90's Afro Cosmic Era
Antinote, 2020
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Various Artists - Studiolo: The 90's Afro Cosmic Era

Wer erinnert sich noch an die Fernsehsendung »Bananas«? In dieser seltenen Mischung aus Musik- und Comedyshow der frühen Achtziger, bei der anfangs auch Frank Zander mitwirkte, gab es im Abspann einen Song der schwedischen Band Caramba. »Hubba Hubba Zoot Zoot« ist eine dieser Blödel-Nummern, die sich mit ohrwurmsicherer Unfehlbarkeit in den Gehörgängen festsetzt. Dass man diesem Song jetzt auf einer Compilation von Afro/Cosmic-Tracks der Neunziger wiederbegegnen würde, ist schon einigermaßen verstörend. Aber wahr. Der österreichische DJ Stefan Egger hat für sein African Project in der Nummer »Ethno Beat (Afro Version)« genau diesen Song zitiert. Was als Referenz aber irgendwie irreführend ist. Denn die Anregung hatte Egger bei einem Italienurlaub bekommen. In Rimini hörte er ein Set des »Afro Style«-Pioniers Daniele Baldelli mit dieser typischen Mischung aus Italo Disco, Afrobeat, Reggae sowie diversen anderen Einflüssen. Fortan wollte Egger seinen eigenen Beitrag leisten. Er wie eine Reihe weiterer österreichischer und deutscher DJs, die sich ansonsten bevorzugt mit Trance beschäftigten, importierten kurzerhand das italienische Vorbild und gaben ihm ihren eigenen Spin. Mit Tracks, die sie bei Geschwindigkeiten entschieden unterhalb von 120 BPM abspielten. »Studiolo« dient als Einführung in dieses bisher eher übersehe Phänomen. Der Titel spielt auf die italienischen Kuriositätenkabinette der Renaissance an, Vorläufer heutiger Museen. Und Kuriositäten sind diese Nummern allemal, die Grenze zwischen kosmisch und komisch verläuft in der überwiegenden Mehrheit sehr fließend. Siehe den eingangs erwähnten »Ethno Beat«. Kein Einzelfall in dieser Sammlung.

Die Compilation »Studiolo – The 90’s Afro Cosmic Era« findest du bei HHV: Vinyl LP
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