Music Review | verfasst 26.02.2020
Suff Daddy
Pompette
Jakarta, 2020
Text Nils Schlechtriemen
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Redaktion
Cover Suff Daddy - Pompette

Sonntagmorgen. Letzte Nacht war mal wieder zu viel, nächstes Wochenende ist zuhause bleiben angesagt. Ganz sicher. Einfach mal nichts tun. Kaffee aus dem Wasserkocher, Aufbackbrötchen und Muttis Marmelade auf den Tisch, während draußen die Stadt im Regen ersäuft. Uh, da steht ja noch ein Rest Hennessy am Fenster. Passt sicher gut zum schwarzen Sud, also rein damit. Um dem Geklapper der Tropfen auf der Dachrinne wenigstens etwas entgegenzusetzen, schmeißt im Nebenraum noch jemand die neue Suff Daddy an und beginnt leicht angedudelt einen zu kurbeln. »Pompette« heißt das Teil also – Französisch für »beschwipst«. Klar, was sonst. Der Berliner Produzent zelebriert den Suff ja seit jeher im Sound seiner Alben ebenso wie in deren Titeln: »The Gin Diaries« (2010), »Suff Sells« (2012), »Sympathy For The Liquor« (2013). Scheinbar schüttelt er sich diese laid-back Beats immer passend zu einem Gläschen Braunes aus dem Ärmel, was seinen Alben eine herrlich sorgenfreie Note andichtet. Nuancen von Funk und R&B im Bouquet, die Stimmung nah an Porn Grooves mit mehr Klasse und das Sampling inspiriert von J Dilla oder Nightmares On Wax. Selbst mit Kater fällt das Abschalten so bei Tracks wie dem süffisant bouncenden »Sūpā Suff Kāto« oder der Single-Auskopplung »Lamborarri« ziemlich leicht. Alles wirkt hier halb so wild, das meiste nicht mehr ganz so wichtig, die Moods angenehm verqualmt und vercheckt. Vielleicht auch weil viele gute Freunde am Album mitgewirkt haben, darunter J Dillas kleiner Bruder Illa J in »Rainin Down« und »Feels Good To Say«, Producer-Kollege S. Fidelity bei »Probably Broccoli« oder im Track »Angry Ashtray Brothers« Suff Daddys eigene Band The Lunchbirds, mit der er manchmal durchs Land tourt bis der Kaffee alle ist. Leere Tasse, voller Aschenbecher. Zurück auf dem Sofa sind die säuselnden Vocoder von Torky Tork in »Too Much« keinesfalls zu viel, gerade nicht als Outro. Instrumentellen Hip-Hop leistet sich hierzulande vielleicht nur Kollege Dexter in ähnlich entspannter Manier – zum Durchziehen, Einsinken, Wegzappen. Nächstes Wochenende wieder.

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