Music Review | verfasst 12.03.2020
World Quake Band
Everything Is On The One
Mad About, 2020
Text Nils Schlechtriemen
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7.6
Redaktion
Cover World Quake Band - Everything Is On The One

Ultra rare most wanted monster miami boogie from the 80s. In dieser Manier wirbt ein Promotext für das erste und einzige Studioalbum der World Quake Band. Zu viel verspricht er nicht, der Text – »Everything Is On The One« macht nämlich ohne Zweifel Spaß, sehr viel Spaß. 1980 von Carl Crowder gegründet und schnell wieder auf Eis gelegt, ist die Combo auf ihrem ersten und einzigen Album bestens eingespielt, klingt super entspannt und trotzdem total bei der Sache. Fast schon als hätten sie gewusst, dass dies ihr letzter Release bleibt. Schlank durchgefunkte Bässe spielt Crowder in »On The One« oder dem wunderbaren »Love Dub« mit jeder Menge Verve über den taktvollen Drums eines gewissen Charles Hollis, während Bruder Alfred Crowder Piano und Synths zum lässigen Mitgrooven verführt und Schwester Cathy Crowder soulige Vocals beisteuert. Die werden aber in den meisten Stücken von allen Mitgliedern übernommen, ob abwechselnd solo oder auch im Ensemble, was der World Quake Band einen Touch von Earth, Wind & Fire verpasst, ohne je an deren Hit-Dichte gemessen werden zu wollen. Funk und Soul dominieren, obwohl auch Jazz (»Solo«) oder Reggae (»Love«) bzw. Dub als wohldosierte Ingredienzen Geschmack in die Sache bringen. Wenn Bass- und E-Gitarre beim Flirten lustvoll Saitenküsse austauschen, zeigt sich darüber hinaus das unbestritten hohe spielerische Niveau der Gruppe. Gleichzeitig war offenbar jede Menge Potenzial für eine Steigerung auf nachfolgenden Alben gegeben, zu denen es leider nicht mehr kam. Wie so oft in der Geschichte, ward das Projekt nach der privat vertriebenen Erstauflage des Debüts nie wieder gesehen, bis sich die Portugiesen von Mad About Records nach 40 Jahren wieder eingemischt haben. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir die Platte nun abends mit einem guten Wein genießen können.

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