Music Review | verfasst 20.05.2020
Heerlens Percussie Ensemble
Biologic Music
Hot Mule, 2020
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Heerlens Percussie Ensemble - Biologic Music

Heerlen ist eine Kleinstadt tief im Süden der Niederlande, dem letzten Zipfel der Provinz Limburg, eingekeilt zwischen Belgien und Deutschland. Die ehemalige Römer- und Bergbaustadt hatte in den 1970er Jahren ein reiches Angebot an Musikschulen. Aus deren Schülern rekrutierte der Musiker und Lehrer Jelmo Piovesana die Mitstreiter des Heerlens Percussie Ensemble. Wie der Name andeutet, wurde in diesem Ensemble vor allem getrommelt. Und zwar mit so ziemlich allem, auf das sich draufhauen ließ: Glocken, Marimbas, Vibraphone, Balafone, Congas, Mbiras, tibetanische Gebetsmühlen, elektronisches und selbstverständlich auch herkömmliches akustisches Schlagzeug. Wer jetzt »Trommelgruppe« sagt, fliegt raus. Auch wenn die Bezeichnung technisch gesehen stimmt, haben die jungen Musiker, die 1986 zu diesen sechs Stücken zusammenfanden, ein so feines Gehör für auch noch so zerbrechliche Stimmungen, dass praktisch alles, was sie sich als Stil vornehmen, unter ihren Händen abzuheben beginnt. Im Titelstück, das der Amsterdamer Produzent Young Marco auch schon mal für ein Radio-DJ-Set verwendete, gelingt den Trommlern eine Art polyrhythmisch-überirdische Clubmusik, „Black Africa“ ist House mit nicht als einem Beat. Dat klopt!

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