Music Review | verfasst 25.06.2020
Groupe RTD
The Dancing Devils Of Djibouti
Ostinato, 2020
Text Christoph Benkeser
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Redaktion
Cover Groupe RTD - The Dancing Devils Of Djibouti

Dschibuti war mal das Ass bei Stadt-Land-Fluss, neben Ouagadougou und Ulaanbaatar konnte man damit richtig Punkte zocken. Aber sonst? Hand hoch, wer die ehemalige Franzosen-Kolonie auf dem Globus auscheckt. Musikalisch war das Land bisher sogar für Afrobeat-Aficionados ein Sperrgebiet. Kein Wunder, die autokratische Regierung finanziert zwar Rundfunkorchester und Staatsbands, will aber nicht, dass deren Musiker*innen auf die Idee kommen, den Dschibuti-Groove im Ausland um die Hüften zu schwingen. Dass sich am Roten Meer, eingeklemmt zwischen Äthiopien, Somalia und Eritrea, über die vergangenen 40 Jahre eine Musikszene entwickelt hat, durfte man also annehmen – Beweise gab’s dafür bislang aber keine. Deshalb mutet die Geschichte, wie sie Ostinato Records-Chef Vik Sohonie erzählt, wie eine heldenhafte Befreiungsgeschichte an. Als erstes ausländisches Label sollte das Grammy-nominierte Label aus New York nach Dschibuti reisen, um in den Archiven des Rundfunks zu wühlen – und vor Ort draufzukommen, dass die Studioband des Nationalradios den ärgsten Groove zwischen guter und keiner Hoffnung rausbügelt. Groupe RTD, »The Dancing Devils of Djibouti«, als die sie Ostinato bezeichnet, klopft auf den Ska-Teller, schippt über den Afrobeat-Kanal zu Fela Kutis Africa 70 und schmirgelt an der Wassergrenze zum Jemen neben Reggae auch alle Jazz-Einflüsse aus dem Westen ab. Das ist geil, das macht Laune, das ist on point für den Sommer auf der Badeinsel.

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