Music Review | verfasst 03.07.2020
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Piranha, 2020
Text Andreas Schnell
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7.8
Redaktion
Cover Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur - Afropentatonism

Zwischen Niamey und Addis Abeba, den Hauptstädten von Niger und Äthiopien, liegen rund 5.600 Kilometer. Musikalisch scheinen sie sich aber unerwartet nah. »Afropentatonism«, das erste gemeinsame Album von Alhousseini Anivolla aus Niger und dem äthiopischen Gitarristen Girum Mezmur ist dafür ein höchst hörenswerter Beweis.
Der Titel verweist dabei auf eine grundlegende Verwandtschaft: die Pentatonik, vermutlich die älteste Tonleiter der Welt. In vielen Kulturen prägt sie den musikalischen Ausdruck, in der Sahelzone unter anderem den Wüstenblues der Tuareg, in Äthiopien hat sie in den typischen amharischen Skalen eine eigene Verfeinerung erfahren. Auf dieser tonalen Basis erproben die beiden renommierten Künstler eine so tatsächlich noch nicht gehörte, schlüssige transafrikanische Fusion. Alhousseini Anivolla, der eine Zeitlang bei Tinariwen spielte und zuletzt mit dem Trio Anewal unterwegs, und Girum Mezmur, unter anderem musikalischer Leiter des legendären Sängers Mahmoud Ahmed, begegnen sich hier auf Augenhöhe. Begleitet von einer akustischen nigrisch-äthiopischen Band, in der unter anderem klassische äthiopische Instrumente wie Krar und Masinko zu hören sind, nahmen sie bei einem Konzert in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hypnotisch groovende Stücke auf, die sich immer wieder in ausgedehnte Jams versenken, in denen die beiden trotz der gemeinsamen Pentatonik doch auch recht unterschiedlichen musikalischen Welten nahtlos verschmelzen.

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