Music Review | verfasst 02.12.2020
Ryuichi Sakamoto
Hidari Ude No Yume
WeWantSounds, 2020
Text Stefan Mertlik
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7.8
Redaktion
Cover Ryuichi Sakamoto - Hidari Ude No Yume

Ein Blick auf Ryuichi Sakamotos Werdegang zeigt: Der Japaner gehört zu den umtriebigsten Musikern Asiens. Mit dem Yellow Magic Orchestra landete er Charterfolge in Großbritannien, er arbeitete mit Iggy Pop und David Byrne zusammen. 1988 gewann er sogar einen Oscar für die Filmmusik zu »Der letzte Kaiser«. Sakamotos Soloalben fanden außerhalb Japans jedoch nur in Kennerkreisen Anklang. Das französische Reissue-Label WeWantSounds hat nun das dritte Soloalbum des heute 68-Jährigen wiederveröffentlicht. »Hidari Ude No Yume« enthält erstmals auf einer europäischen Veröffentlichung alle Originalstücke – als Bonus gibt es die insturmentalen Versionen. Die Musik bewegt sich zwischen Avantgarde, Neo-Klassik und Jazz. Lieder wie »Kacha Kucha Nee« und »Saru To Yuki To Gomi No Kodomo« erinnern mit ihren minimalistischen Elektroeffekten, Keyboard-Loops und japanischen Sprachfetzen an eine japanische Version von Kraftwerk. Sakamoto nutzt jedoch eine Klangpalette, die deutlich ausgeprägter scheint als bei den westlichen Kollegen. Synthesizer, Piano, Saxafon und Schlagzeug (sowohl analog als auch digital) setzt er ebenso ein wie traditionelle asiatische Instrumente. »Tell me your storys, tell them to me«, heißt es im einzigen englischsprachigen Stück »Tell ’Em To Me«. Ansonsten singt und spricht der Musiker in seiner Muttersprache, was dem Sound trotz seiner modernen Werkzeuge einen traditionellen Anstrich verleiht. Mit »Hidari Ude No Yume« kratzt WeWantSounds zwar an der Oberfläche japanischer Experimentalmusik, doch dafür klingt das Album auch für ungeübte Ohren zugänglich.

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