Music Review | verfasst 11.03.2021
Gabrielle Roth & The Mirrors
Selected Works (1985-2005)
Time Capsule, 2021
Text Tim Caspar Boehme
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8.5
Redaktion
Cover Gabrielle Roth & The Mirrors - Selected Works (1985-2005)

Zugegeben, bei New Age gilt es persönlich immer noch Vorurteile abzubauen. Und Skeptikern macht es diese Compilation mit einer Auswahl aus dem umfangreichen Schaffen der Tänzerin und Schamanistin Gabrielle Roth mit ihrer »Band« The Mirrors schon beim Einstieg nicht unbedingt leicht. Bilden im ersten Stück »Night Whisper« doch ausgerechnet Didgeridoo-Töne das Fundament. Geduld lohnt sich allerdings, selbst wenn das Didgeridoo später wiederkommen wird. Denn Gabrielle Roth war nicht einfach irgendeine esoterische Spinnerin, sondern eine einflussreiche Bewegungsmeditationslehrerin, deren 5Rhythms-Ansatz inzwischen rund um die Welt praktiziert wird, und mit Gabrielle Roth & The Mirrors nahm sie nicht allein rund 20 Trance-Dance-Platten auf, die sich anscheinend auch sehr gut verkauften, sondern hatte hoch veranlagte Gastmusiker, die mit illustren Namen wie Pharoah Sanders, Miles Davis, Sun Ra und Milton Nascimento zusammen spielten. Interessanterweise war Gabrielle Roth nach Auskunft ihres Produzenten und Ehemannes Robert Ansell selbst gar keine Musikerin, sondern die »Leiterin« des Ganzen. Ansell, ursprünglich Rechtsanwalt, steuerte Trommeln bei, gemeinsam suchte man die weiteren Musiker aus. Tribalistisch ist dabei lediglich eine Ebene dieses virtuellen Ethnomusikkonzepts. Zerebraler Funk gehört genauso dazu, zu hören etwa beim Bass in »Seducing Hades«. Überhaupt stößt die Musik einen gern darauf, dass sie um Tanzbewegungen herum konzipiert ist. So völlig anders als das, was Bill Laswell zum Beispiel 1988 auf »Hear No Evil« klingt das mitunter nicht. Was für keine Seite ein Nachteil sein dürfte.

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