Music Review | verfasst 29.03.2021
Michel Banabila
Wah-Wah Whispers
Bureau B, 2021
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Michel Banabila - Wah-Wah Whispers

Manche Musik ist auf so idiosynkratische Weise eigen, dass man Gefahr läuft, ihre Besonderheit zu überhören – oder sie gleich komplett zu überhören. Der Holländer Michel Banabila passt, wenn überhaupt, dann in diese Kategorie. Seit den 1980er Jahren veröffentlicht der Klangkünstler seine Aufnahmen, die abstrakte Ethno-Collagen, sehr entspannte elektronische Groove-Nummern in gemäßigtem Tempo oder auch Field Recordings gern schon mal in ein und demselben Stück kombinieren. Mittlerweile sind von ihm ziemlich viele Alben erschienen, seit einigen Jahren veröffentlicht er bevorzugt auf seinem Label Tapu Records. Das Hamburger Label Bureau B hatte 2016 mit der Compilation »Early Works / Things Popping Up from the Past« einen ersten kleinen Einblick in seine Anfangsjahre gegeben. Mit »Wah-Wah Whispers« sind jetzt seine jüngeren Veröffentlichungen zwischen 2013 und 2020 dran. Auch hier bildet die für Banabila typische Mischung, die schon in seinen frühen Aufnahmen entwickelt ist, die Klammer der acht etwas ausgedehnteren Nummern. Im Titelstück dieser Compilation verneigt er sich dabei recht vernehmlich vor einem seiner Einflüsse: Sowohl der verfremdete Trompeten (?)-Klang als auch die digitale diskrete Perkussion lassen als Vorbild die Fourth World Music von Jon Hassell erkennen. Eine ebenfalls sehr eigene Inspiration, was für Michel Banabilas Kosmos als Referenz allemal in Ordnung geht. Ein Klangforscher, der unaufdringlich für sich einnimmt.

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