Music Review | verfasst 23.06.2021
Faye Webster
I Know I'm Funny Haha
Secretly Canadian, 2021
Text Stefan Mertlik
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Redaktion
Cover Faye Webster - I Know I'm Funny Haha

Erst 23 Jahre jung und schon auf Barack Obamas Liste mit Lieblingsliedern. Faye Webster verkörpert Indie, steht aber bereits mit beiden Beinen im Scheinwerferlicht. Daran ändern auch sympathische Musikvideos in DIY-Ästhetik nichts. Hier ist kein Star in der Mache, er steht schon fertig bereit. Mit »I Know I‘m Funny Haha« veröffentlicht die Musikerin aus Atlanta, Georgia nun ihr viertes Album. Und dieser wohlig warme Mix aus Indie-Rock, Country und Soul klingt schon nach wenigen Takten vertraut. Im Laufe der 40 Minuten kommt keine Hektik auf. »Both All The Time« lässt sich am meisten Zeit. Trotzdem besitzt das Stück einen Groove, der Sogwirkung entwickelt. Das liegt nicht zuletzt an dem unwiderstehlichen Riff, das sich wie im Slalomlauf zwischen Kick und Snare schiebt. Auf »In A Good Way« steht Websters Gesang im Mittelpunkt. »I didn’t know that I was capable of being happy right now«, singt sie, bevor auch nur ein Instrument erklingt. Was folgt ist eine fast vierminütige Liebeserklärung mit Kopfstimmeneinsatz und frischen Textideen: »I know you’ve been having nightmares lately / And I’m sorry I fall asleep first.« Kompetent gespielt, clever geschrieben – »I Know I’m Funny Haha« wirkt zwar weniger mutig als die drei Vorgänger, dafür aber durchdachter. Ihren Charme hat die Musik freilich behalten. Denn die elf Stücke tragen noch immer die eindeutige Handschrift ihrer Erschafferin.

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