Music Review | verfasst 16.09.2021
The Arpeggio Jazz Ensemble
Le-Le
Jazz Room, 2021
Text Harry Schmidt , Übersetzung Sebastian Hinz
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Redaktion
Cover The Arpeggio Jazz Ensemble - Le-Le

In der Jazzszene von Philadelphia ist der Bassist Warren Oree seit Jahrzehnten eine treibende Kraft, als Musiker, als Komponist, als Veranstalter. Dem Arpeggio Jazz Ensemble steht der Autodidakt seit 1979 und bis heute vor; dennoch sind in mehr als drei Dekaden nicht mehr als zwei Alben von Orees Band erschienen. »Le-Le« ist ihr Debüt. 1987 veröffentlicht, steht ihre Interpretation von Soul-Jazz mit afrikanischen und orientalischen Anklängen an der Schwelle zur Epoche der Acid-Jazz- und Mojo-Compilations, die subtropisch flimmernde Klangfarbtemperatur entspringt in Teilen auch der Neigung zur Opulenz in der Besetzung: mit zwei Saxofonen (Lamont King, Steve Murphy), dazu neben Schlagzeug (Greg Jones) auch Vibrafon (Bill Lewis) und Percussion (Ed Watkins), zudem mit Sherry Butler eine Sängerin – und Warren Orees viele viele Meilen zurücklegender Mostly-Walking-Bass. Insbesondere der rhapsodische Titeltrack und »Wet Walnuts and Whipped Cream« haben den Test der Zeit relativ unbeschadet überstanden und dürften mancher Rare-Groove-Dancefloor-Jazz-Party noch immer gut zu Gesicht stehen. Wie sehr die Soundästhetik des Ensembles auch daran arbeitet, als Fortführung der weltmusikalischen Tradition des Spiritual Jazz gehört werden zu können, zeigt sich an vielen Stellen, am offensichtlichsten aber in »The Infidels«.

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