Music Review | verfasst 09.03.2011
Diplo
Riddimentary
Greensleeves, 2011
Text Pippo Kuhzart
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7.0
Redaktion
Cover Diplo - Riddimentary

Von mit Diplo ettiketierten Produkten erwartet man spätestens seit Major Lazer knallbunten, wildgewordenen Wahnwitz. Mit Riddimentary hat dieser nun eine Auswahl an Tracks des seit über 30 Jahren bestehenden Reggaelabels Greensleeves Records veröffentlicht und enttäuscht darauf alle Erwartungen. Womit er abermals alles richtig macht. Das Flippigste, was auf dieser Platte passiert, sind die Synthies in Prince Jammy’s Interface. Ansonsten konzentriert sich der musikalische Tausendsassa Diplo hier mit beeindruckender Sorgfalt und einem kennenden Blick auf die Vielfalt des Reggae der 1980er Jahre. Man sucht vergeblich nach Tröten, Alarmsignalen und anderen Samples, die Diplo ansonsten gerne in seine Musik einbindet. Stattdessen wird den nachhallenden Bässen und hypnotischen Off-Beats Raum zur Wirkungsentfaltung eingeräumt – Diplo tritt aus dem Rampenlicht und lässt der Musik den Vortritt. Dabei ist es bemerkenswert wie Diplo der unlösbaren Aufgabe entgegentritt, der Flut an neuen Tunes, die im Reggaegeschäft seit jeher unaufhörlich aus den Studios Jamaikas schießt, mit einem Mix gerecht zu werden. Diplo meint selbst, er habe bisher nur an der Oberfläche kratzen können. Allerdings hat er von dieser mit Police And Helicopter, Night Nurse und Joker Smoker echte Perlen abgeschabt und damit ein angemessenes Panorama einer geschichtsträchtigen Musik- und Labelkultur geschaffen.

Das Album Riddimentary von Diplo findest du bei hhv.de:CD | LP
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