Music Review | verfasst 12.10.2021
Ash Ra Tempel
Schwingungen
MG.Art, 2021
Text Andreas Brüning
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Redaktion
Cover Ash Ra Tempel - Schwingungen

Im Jahr 1972, Gründungsmitglied und ex-Tangerine Dreamer Klaus Schulze hatte die Band gerade verlassen, veröffentlichten Ash Ra Tempel ihr zweites Album »Schwingungen«. Die Berliner Band um den Gitarristen und Elektroniker Manuel Göttsching zählte neben Combos wie Can, Neu!, Amon Düül, Faust, Tangerine Dream, Agitation Free und Guru Guru zu den wichtigsten Vertretern des Krautrock. Die unter diesem Sammelbegriff versammelten Bands lagen zwar stilistisch und klanglich oft weit auseinander, gemein war ihnen aber der Spaß am Improvisieren, Ausprobieren und der vermehrten Loslösung von angloamerikanischen und blueslastigen Einflüssen. Ash Ra Tempel arbeiteten auf späteren Veröffentlichungen zwar viel mit elektronischem Instrumentarium, waren auf »Schwingungen« aber eine experimentelle Gitarrenband, die sich zumindest im Eröffnungstrack des Albums noch von Bands wie Peter Greens Fleetwood Mac beeinflusst zeigt. Der Rest des Albums klingt dagegen »kosmischer« und musikalisch wesentlich freier. Durch die Kombination von nahezu ambienten Strukturen, Effekt-geladenen Sounds und großen Hallräumen steigern sich die Tracks schließlich mit manischer Percussion, treibendem Schlagzeug und orientalisch eingefärbter Atmosphäre zu hypnotischen viertelstündigen musikalischen Mantren. Prägend für das Album ist zudem der exaltiert ekstatische und verzweifelt klingende Gesang von Manfred Brück alias John L., der der hypnotischen Musik Ash Ra Tempels eine raue und getriebene Stimmung verleiht.

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