Music Review | verfasst 23.10.2021
Ka Baird & Pekka Airaksinen
FRKWYS Volume 17: Hungry Shells
RVNG intl, 2021
Text Kristoffer Cornils
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Redaktion
Cover Ka Baird & Pekka Airaksinen - FRKWYS Volume 17: Hungry Shells

Es ist bereits über zwei Jahre her, dass Pekka Airaksinen verstorben ist und seitdem wurde sich wenig um das Vermächtnis des The-Sperm-Gründers gekümmert. Dass nun in der FRKWYS-Serie des Labels RVNG Intl. eine Kollaboration von ihm mit Ka Baird erscheint, verblüfft deshalb zuerst. Seinen Anfang fand die Zusammenarbeit der Stimmperformerin und Körpermusikerin und des finnischen Komponisten im Rahmen eines gemeinsamen Auftritts beim niederländischen Festival Le Guess Who? im Jahr 2018 mit gemeinsamen Spaziergängen, Meditations-Sessions und buddhistischen Parabeln, die Airaksinen im Traum gekommen waren und welche die Grundlage für die Lyrics legen sollten. So weit, so FRKWYS. Darauf dass Baird die gemeinsamen Aufnahmen eigenhändig fertiggestellen musste, darauf verweist allein schon ein Titel wie »Syzygy (For Pekka)«, doch ist die Musik ist noch deutlich von der esoterisch-avantgardistischen Handschrift des Verstorbenen geprägt. Hatten die Alben Bairds wie beispielsweise »Respires« ihre physische Schlagwirkung noch aus einem spartanisch ausgekleideten Klangbild geschöpft, ist »Hungry Shells« bisweilen ihren Veröffentlichungen hinsichtlich der Wirkung vergleichbar, aber ungemein dichter mit Klängen ausstaffiert. »Grey Body« bordert an Death Industrial aus dem Schimpfluch-Umfeld, »Parallax« ruft frühe elektronische Musik in Erinnerung und der das Album beschließende, fast zehnminütige Titeltrack klingt, als hätten ihn Iannis Xenakis, György Ligeti und Aube zusammen geschrieben. Bis zu einem gewissen Punkt, heißt das, denn die gluckernden Rhythmen an seinem Ende führen Baird und Airaksinen wieder auf ungewohntes Terrain, das sie zuvor schon mit »Syzygy (For Pekka)« oder »Roseclouds« betreten hatten: Pop, oder zumindest eine sehr eigenwillige Interpretation davon. Der Eindruck ist vielleicht Bairds vergleichsweise disziplinierten Vocal-Performance geschuldet, bisweilen singt sie sogar recht konventionelle Melodien und experimentiert lediglich mit elektronischen Manipulationen und Verdopplungen mit ihrer Stimme. Fast hat es den Anschein, als würde sie sich absichtlich zurückhalten, um Airaksinen nicht den Platz im Spotlight zu nehmen. Das schließlich wurde selbst nach seinem Tod nur selten auf ihn gerichtet.

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