Music Review | verfasst 06.11.2021
Radiohead
Kid A Mnesia
XL Recordings, 2021
Text Björn Bischoff
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9.4
Redaktion
Cover Radiohead - Kid A Mnesia

Als vor 21 Jahren »Kid A« von Radiohead erschien, blieb die Welt für einen Moment stehen. Zumindest fühlten sich diese knapp 50 Minuten genauso an. Es war Verweigerung in Pop, emotional und eiskalt gleichermaßen. »Motion Picture Soundtrack« und »How to Disappear Completely« gehören bis heute zu den aufwühlendsten Songs der Band. Kaum ein Jahr später folgte mit »Amnesiac« der zweite Akt dieser Verweigerung – denn Radiohead arbeiteten weiterhin mit den Trümmern von Songstrukturen, um daraus große Kunst zu machen. Raunten die Kritiker davor noch von der Unhörbarkeit von »Kid A« übertrug dieses Album die Idee ohne Kompromisse in eine konfuse Richtung. Und es hörte sich trotzdem wunderbar an. War »Kid A« ein Eisblock, überzog »Amnesiac« die Welt mit tiefer Nacht aus dem Inneren von Rechnern und Synthesizers. Bis heute gelten beide Alben als Meisterwerke der Briten. Zum 21. Jahrestag der Platten (wann auch immer der genau sein mag) gibt es mit »Kid A Mnesia« ein dreifaches Album – bestehend aus »Kid A«, »Amnesiac« und »Kid Amnesiae«, was jedoch vor allem eine Sammlung verschiedener Splitter aus diesen Jahren ist. Mit »The Morning Bell – In the Dark Version« und »Fog – Again Again Version« sammeln sich hier ein paar spannende Songs, die es auch gut auf die anderen beiden Meisterwerke hätten schaffen können. Die isolierten Streicher mitsamt ein paar Effekten aus Songs wie »Pyramid Song« und »How to Disappear Completely« haben hingegen eher dokumentarischen Charakter. Trotzdem gehört diese Sammlung »Kid A Mnesia« zu den besseren Gelegenheiten, um diese beiden Alben nicht nur im Plattenschrank aufzunehmen, sondern um zumindest eine Idee von einem Verständnis für ihren Sound und ihr Wirken zu bekommen. Und um sich schlussendlich in ihrer Schönheit zu verlieren.

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