Music Review | verfasst 13.05.2011
Emika
Count Backwards
Ninja Tune , 2011
Text Karim Chughtai
Deine Bewertung:
7.5
Nutzer (2)
7.0
Redaktion
Cover Emika - Count Backwards

Das Rückwärtszählen als Therapie. Für Körper und Geist. Für Sound und Release. Knoff Hoff mit Emika: Auch wenn es stressig zugeht, kann der Mensch trotz alldem noch Dinge, wie z.B. sein Geburtsdatum, rückwärts aufsagen. Eine Reaktion, die aus der plötzlichen Aktivität des logischen Verstands resultiert. Dieser Umstand wiederum sorgt für eine auftretende Seelenruhe. Eine psychologische These, die die Klangesoterikerin als Inspiration für ihre jüngste EP zum Leitsatz macht. Bei Ninja Tune darf eben alles eine Spur bizarrer sein. Ähnlich mystisch schwingt auch das schwerelose Klangkleid von Count Backwards durch die Lüfte, vielleicht etwas ziellos, aber regelmäßig nutzt es den einkehrenden Aufwind geschickt, hebt ab und lädt zum Mitfliegen und kollektiven Countdown ein. Etwas verschroben, paralysiert und tieftraurig, aber nicht skurril genug die zugestiegenen Fluggäste zu verschrecken. Dafür sind die Störgeräusche in den Triebwerken trotz Übersteuerung viel zu sanft. Kryptic Minds senken mit ihrer Bearbeitung die Flughöhe nochmals etwas. Noch tiefer geht die Techno-Meditation in Marcel Dettmanns Version, eine hypnotisierende U-Bahnfahrt durch kalten Beton. Wo die gestresste Seele Ruhe findet, ergibt sich nach Dr. Emika dann aber doch erst wieder beim Rückwärtszählen.

Die EP Count Backwards von Emika findest du bei hhv.de: 12inch
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 31.10.2011
Emika
Emika
An Emika scheiden sich die Geister: Unser Autor Andreas Peters sieht darin die Verbindung vom frühen Bristol- zum aktuellen Berlinsound.
Music Review | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Eskmo
Eskmos neues Husarenstück wird sich in der Welt der Beats festbeißen und seine Fanbase rasant vergrößern.
Music Review | verfasst 18.06.2012
Lorn
Ask The Dust
Lorn erweitert mit seinem dritten Album sein Repertoire: Unter die Walze aus Hip Hop und Industrial hat sich etwas Anmutiges gemischt.
Music Review | verfasst 10.08.2012
DJ Kentaro
Contrast
DJ Kentaro mag Brostep, Brostep mag Kentaro – in diese Beziehung passt aber leider niemand mehr, denn »Contrast« poltert nur für die beiden.
Music Review | verfasst 13.06.2014
Martyn
The Air Between Words
Zerklüftete Housemusik. Martijn Deykers’ drittem Album »The Air Between Words« ist eine gewisse Unschlüssigkeit herauszuhören.
Music Review | verfasst 08.08.2014
FaltyDL
In the Wild
»In the Wild«, die jüngste Platte des New Yorker Produzenten Drew Lustman ist überraschend experimentell.
Music Porträt | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Tiefschürfende Frickelmusik
Vielen gilt er als Neuentdeckung, dabei hat Brendan Angelides als Eskmo schon einige Jahre auf dem Buckel
Music Review
Hiro Kone
Silvercoat The Throng
Mit dem Album »Silvercoat The Throng« differenziert Hiro Kone die eigene Handschrift maßgeblich aus, ohne sie zu verlieren.
Music Review
Larry June
Orange Print
Larry June, Rapper aus San Francisco, hat mit »Orange Print« ein neues Album veröffentlicht. Innovation und Freigeist sucht man vergeblich.
Music Review
Uman
Chaleur Humaine
Freedom To Spend legt »Chaleur Humaine«, das 1992 veröffentlichte Debüt des französischen Geschwisterpaares Uman, neu auf.
Music Review
Little Simz
Sometimes I Might Be Introvert
Vergiß Drake! Kanye West sowieso! Das Rapalbum dieser Tage heißt »Sometimes I Might Be Introvert« und kommt von Little Simz.
Music Review
Sofa
Source Crossfire
»Source Crossfire« stellt restaurierte Songs der kanadischen Post-Punk-Band Sofa, dem ersten Signing auf Constellation, zusammen.
Music Review
Jan Jelinek
The Raw And The Cooked
Da hat uns Jan Jelinek mit »The Raw And The Cooked« ein schönes Süppchen gekocht. Lecker!
Music Review
José González
Local Valley
Auf »Local Valley« zeigt José González, dass man auch leise und zärtlich, statt wütend und unbeherrscht, Missstände anprangern kann.
Music Review
Nancy Sinatra
Boots
Light In the Attic hat jetzt Nancy Sinatras Debütalbum »Boots«, neu gemastert und mit Bonusmaterial versehen, wiederveröffentlicht.
Music Review
Hozan Yamamoto & Yu Imai
Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku
Der von Hozan Yamamoto und Yu Imai komponierte Soundtrack zum 1979er Film »Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Low
HEY WHAT
Seit 30 Jahren machen Alan Sparhawk und Mimi Parker als Low Musik und erfinden sich dabei immer wieder aufs Neue. So auch auf »HEY WHAT«.
Music Review
Jolly Mare
Epsilon
Mediterrane Sommermusik: Mann muss sich das Meer von Jolly Mare auf »Epsilon« als ein fröhliches vorstellen.
Music Review
The Arpeggio Jazz Ensemble
Le-Le
An der Schwelle zu Acid Jazz wurde 1987 »Le-Le«, des The Arpeggio Jazz Ensembles aus Philadelphia veröffentlicht. Nun kommt eine Neuauflage.
Music Review
Venetian Snares
Rossz Csillag Alatt Született
Die endlich wiederveröffentlichte LP »Rossz Csillag Alatt Született« ist und bleibt das ambitionierteste Album von Venetian Snares.
Music Review
Park Hye Jin
Before I Die
»Before I Die«, das Debüt der aus Südkorea stammenden Musikerin Park Hye Jin, folgt einer ausgeklügelten Architektur.
Music Review
Xique-Xique
Na Lagoa
»Na Lagoa«, in die Lagune, begeben sich das brasilianische Duo Xique-Xique auf ihrem jetzt veröffentlichtem Debütalbum.
Music Review
Tülay German & François Rabbath
Tülay German & François Rabbath
Auf ihrem Debüt setzten sich Tülay German & Francois Rabbath 1980 mit türkischer Folklore auseinander. Das klingt weiterhin zeitlos.
Music Review
Sarah Davachi
Antiphonals
Milchig schimmernde Perlen: Die kanadische Musikerin Sarah Davachi hat mit »Antiphonals« ein großartiges neues Album veröffentlicht.
Music Review
Cass.
Ambient Music For A Young Girl
Von wegen Schnullerersatz: Cass.’ neues Album »Ambient Music For A Young Girl« bietet Ambient auch für Erwachsene an.
Music Review
Ian Carr
Belladonna
»Belladonna«, Ian Carrs Kleinod aus dem Jahr 1972, wurde jetzt wiederveröffentlicht. Jazzliebhaber sollten zugreifen.
Music Review
Arpanet
Inertial Frame
Die Vergangenheit holt die Zukunft ein: Mit »Inertial Frame« wird nun das letzte Album von Gerald Donalds Projekt Arpanet neu aufgelegt.
Music Review
Reuben Vaun Smith
Sounds From The Workshop
Konstant freundlich-sanfte Impulse: Reuben Vaun Smith hat mit »Sounds From The Workshop« sein zweites Album veröffentlicht.
Music Review
Duval Timothy
Sen Am
»Sen Am«, das 2017 veröffentlichte Album von Duval Timothy ist nun auf Schallplatte erhältlich. Es hat von seiner Kraft nichts eingebüßt.
Music Review
Al-Dos Band
Doing Our Thing With Pride
1976 aufgenommen, nie veröffentlicht, bis jetzt: Kalita bringt »Doing Our Thing With Pride« der elegant funkelnden Al-Dos Band zum Leuchten.
Music Review
The Pro-Teens
I Flip My Life Every Time I Fly
Ist Melbourne die Hauptstadt des Retro-Funk? Mit »I Flip My Life Every Time I Fly« schickt sich eine weitere Band an, das zu bestätigen.
Music Review
F.S.Blumm & Nils Frahm
2x1=4
»Brahms is nice, but King Tubby is nice as well.« Auf »2x1=4« fröhnen F.S.Blumm und Bils Frahm dem musikalischen Erbe der Dub-Musik.
Music Review
DJ Seinfeld
Mirrors
»Mirrors« heißt das zweite Album des schwedischen Produzenten DJ Seinfeld. Und verglichen mit früherer Musik, sind die Spiegel gut geputzt.
Music Review
Badge Epoch
Scroll
Mit wechselnden Musikern scrollt sich Max Turnbull aka Badge Epoch auf »Scroll« von Stück zu Stück durch Stile und Genres. Aber etwas fehlt.
Music Review
CHVRCHES
Screen Violence
Die schottische Band CHVRCHES positioniert sich auf »Screen Violence« politischer als jemals zuvor.
Music Review
Sorcerer
Kids World
»Kids World«, das neue Album des kalifornischen Musikers Daniel Saxon Judd aka Sorcerer ist bei Growing Bin erschienen.
Music Review
Sofie Birch & Johan Carøe
Repair Techniques
»Repair Techniques« ist ein klassisches Sofie-Birch-Album, aber nicht allein dank der Mitwirkung von Johan Carøe auch weit mehr als das.
Music Review
Leo Acosta
Acosta
Eine weitere musikärchäologische Ausgrabung ist dem Label Mad About mit »Acosta«, dem 1970 veröffentlichtem Album von Leo Acosta gelungen.
Music Review
Space Afrika
Honest Labour
Beim neuen Album von Space Afrika, »Honest Labour«, das soeben bei Dais Records veröffentlicht wurde, ist man auf diffuse Weise ergriffen.
Music Review
Villagers
Fever Dreams
Auf »Fever Dreams« schaffen die Villagers farbenprächtige Landschaften oder wie sie es nennen: Goldminen süßer Erinnerungen.
Music Review
Li Yilei
之/OF
Mehr als nur die übliche Pandemieplatte: Auf »之/OF« bringt Li Yilei eine prekäre Stimmungslage meisterhaft zum Ausdruck.
Music Review
Ebi (Susumu Yokota)
Space Teddy Collection II
Weitere tolle Tracks des 2015 verstorbenen japanischen Produzenten Susumu Yokota sind jetzt als »Space Teddy Collection II« erschienen.
Music Review
Joy Orbison
Still Slipping Vol.1
Mit »Still Slipping Vol.1« traut sich Joy Orbison erstmals mit einem Release jenseits der 25 Minuten.
Music Review
Devendra Banhart & Noah Georgeson
Refuge
Runterkommen und nach innen Horchen: Devendra Banhart und Noah Georgeson haben mit »Refuge« ein konsequent spirituelles Album aufgenommen.
Music Review
Lingua Ignota
Sinner Get Ready
Runde drei von Lingua Ignotas Abrechnung mit jenem Peiniger, der sie jahrelang unterjochte und für alle machtgeilen Arschlöcher steht.
Music Review
Various Artists
Habibi Funk: An Eclectic Selection Part 2
Das Berliner Label Habibi Funk legt mit »An Eclectic Selection Part 2« eine neue Compilation mit Musik aus der arabischen Welt vor.
Music Review
VC-118A
Spiritual Machines
Mit »Spiritual Machines« legt der Niederländer Samuel van Dijk als VC-118A abermals ein erstklassiges Album vor.
Music Review
Moin
Moot!
Gemeinsam mit Valentina Magaletti hat das Duo Raime sein Projekt für die LP »Moot!« nicht nur reaniminiert, sondern auch gleich erweitert.