Music Review | verfasst 03.06.2011
K.I.Z.
Urlaub fürs Gehirn
Universal, 2011
Text Tony Kunstmann
Deine Bewertung:
7.2
Nutzer (4)
7.5
Redaktion
Cover K.I.Z. - Urlaub fürs Gehirn

Nach zwei Jahren melden sich die vier Berliner gewohnt schlagfertig und mit ordentlich schwarzen Humor zurück. Diesmal mit Universal im Rücken macht Urlaub fürs Gehirn da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Wieder werden mehr oder weniger aktuelle Themen und gesellschaftliche Begebenheiten mit Zynismus und Wortwitz durch den Kakao gezogen. Ob Frauen die sich in Deutschland nicht integrieren wollen in Doitschland schafft sich ab oder Eheschließung auf dem Lokus in Heiraten. K.I.Z. bieten humorvolle Unterhaltung mit abstrakten Vergleichen und verschachtelten Aussagen bei denen man sich ein Schmunzeln des öfteren nicht verkneifen kann. Einzig die Beats scheinen etwas nachgelassen zu haben. Hier und da gibt es die typisch aggressiven und mit dem Synthesizer aufgepeppten Bombardements, doch größtenteils kommen die Sounds im Vergleich zum Vorgänger eher farblos rüber. So zündet auch Lauf Weg, der Nachfolger der Horrorcore-Hymne Neuruppin, nicht wie erwartet und dient lediglich als Themenausgleich. Das gleiche gilt für die mittlerweile traditionell gewordenen Mitgröler wie Der durch die Scheibeboxxxer und Raus aus dem Amt. Einen lockeren Schlusspunkt setzt Koksen ist scheisse, auf dem sich Freunde der Szene wie Orgi oder MC Basstard zu einem entspannten Loblied auf Marihuana versammeln. K.I.Z. reiben erneut skrupellos dem Hörer ihre provokanten und satirischen Texten unter die Nase bei denen man nicht alles so verbissen sehen sollte.

Das Album Urlaub fürs Gehirn von K.I.Z. findest du bei hhv.de: CD | 2LP
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.07.2015
K.I.Z
Hurra die Welt geht unter
K.I.Z erkämpfen sich mit ihrem fünften Album »Hurra die Welt geht unter« noch martialischer ihren Platz zwischen Schulhof und Feuilleton.
Music Interview | verfasst 03.06.2011
K.I.Z.
»Früher waren die besser«
Auf ihrem neuen Album Urlaub fürs Gehirn stellen K.I.Z. einmal mehr ihre kreative Substanz unter Beweis und machen im Interview der grandiosen Bravo-Charakterisierung alle Ehre, nach der es einst hieß: »Die durchgeknallte Crew«.
Music Kolumne | verfasst 08.06.2011
Entweder Oder
Entscheider: K.I.Z.
K.I.Z. sind bekanntlich nie um eine alberne Antwort verlegen. Das Konzept unserer Kolumne »Entweder oder« könnte im Falle der Berliner also zu so etwas wie »Sowohl/als auch/was ganz anderes« ausarten. Wir haben’s trotzdem versucht…
Music Bericht | verfasst 29.06.2015
K.I.Z
Hoffen auf den großen Knall
K.I.Z feiern in diesem Jahr Jubiläum. Und den Weltuntergang. Zehn Jahre ist es her seit 2005 »Das RapDeutschlandKettensägenMassaker«, das erste Album der Band, bei Royal Bunker erschien. Die Tage erscheint ihr neustes.
Music Review | verfasst 28.06.2007
K.I.Z.
Hahnenkampf
Nas sagt, Hip Hop ist tot. K.I.Z. beweisen mit ihrem dritten und zugleich bestem Album: Deutschrap ist es nicht.
Music Review
Eiko Ishibashi
For McCoy
Die Ishibashi-Erfahrung gehört zu den tollsten, die man im Feld experimenteller Musik machen kann. Mit »For McCoy« gibt’s neue Gelegenheit.
Music Review
Ulysse
Naima / Tiers Monde
Mit »Naima« von Ulysse wurde ein weiteres wohlbehütetes Geheimnis der französischen Disco-Boogie-Szene aus den Achtzigern offenbart.
Music Review
Freestyle Fellowship
Innercity Griots
Freestyle Fellowships »Innercity Griots« ist das Erscheinungsjahr 1993 anzuhören, beeindruckend klingen die Raps und Beats aber immer noch.
Music Review
Dali Muru & the Polyphonic Swarm
Dali Muru & the Polyphonic Swarm
Das bei STROOM 〰 erschienene, selbstbetitelte Album von Dali Muru & the Polyphonic Swarm ist ein ziemliches Ausrufezeichen.
Music Review
Barnt
ProMetal Fan Decor Only Product
»ProMetal Fan Decor Only Product«, das neue Mini-Album des Kölner Produzenten Barnt, ist schlicht und ergreifend unvorhersehbar.
Music Review
Bill Fay
Still Some Light Part 1
Mit »Piano, Guitar, Bass & Drums« hat Bill Fay diese puristischen Aufnahmen betitelt, die jetzt als »Still Some Light Pt.1« erschienen sind.
Music Review
Cat Power
Covers
Eine Sammlung »Covers«, die sich anhören wie Originale von Cat Powers. Diese Aussage trifft aber nur bei einem Zwölftel der Songs zu.
Music Review
Giraffi Dog & Henry 3000
WAR1203
Auf WARNING trotzt man der Pandemie und schickt mit »WAR1203« Giraffi Dog und Henry 3000 ins Rennen.
Music Review
Otis Sandsjö & Niklas Wandt
Compagni Di Merende
Auf »Compagni Di Merende« verabreden sich der Saxophonist Otis Sandsjö und der Schlagzeuger Niklas Wandt zum Improvisieren.
Music Review
Bonobo
Fragments
Bonobo selbst nennt sein neues Album »Fragments« sein Opus Magnum. Da könnte was dran sein.
Music Review
Michel Banabila
Echo Transformations
Seit 40 Jahren macht Michel Banabila ununterbrochen Musik. Sein neues Album »Echo Transformations« ist ein Highlight in seiner Karriere.
Music Review
Ichiko Aoba
Windswept Adan
Hierzulande ist die japanische Songwriterin Ichiko Aoba noch immer weitgeehnd unbekannt. »Windswept Adan« könnte das ändern.
Music Review
Maurice Louca
Saet El-Hazz (The Luck Hour)
Unmöglich, nordafrikanische Musik ausfindig zu machen, bei der Maurice Louca nicht beteiligt ist. Jetzt ist »Saet El-Hazz« erschienen.
Music Review
Soichi Terada
Asakusa Light
Soichi Terada gehört zum großartigsten was Japan in Sachen House zu bieten hat. Mit »Asakusa Light« ist jetzt ein neues Album erschienen.
Music Review
OG Keemo
Mann beisst Hund
Hat Deutschrap jemals intensiver geklungen? »Mann beisst Hund« ist zweifelsfrei der nächste große Wurf von OG Keemo und Funkvater Frank.
Music Review
Ugo Busoni
Valvole
Library Music ist für den Zweck geschrieben, Rundfunkbeiträgen einen Rahmen zu geben. »Valvole« von Ugo Busoni macht da keinen Hehl draus.
Music Review
Wadada Leo Smith, Douglas R. Ewart & Mike Reed
Sun Beans Of Shimmering Light
Auf »Sun Beans Of Shimmering Light« kommen die Jazzmusiker Wadada Leo Smith, Douglas R. Ewart und Mike Reed für einen Jam zusammen.
Music Review
Jeanne Lee
Conspiracy
Die Möglichkeiten der Stmme testet die amerikanische Jazzsängerin Jeanne Lee auf ihrem 1975er Album »Conspiracy« aus.
Music Review
Harry Pussy
Superstar
15 Songs in nicht mal 9 Minuten. Ist »Superstar« von Harry Pussy das kürzeste Album der Welt? Wir wissen es nicht.
Music Review
Jeff Parker
Forfolks
Sollte das Wörtchen Virtuosität noch irgendwo Platz finden, dann hier: Jeff Parker hat sich für »Forfolks« in eine Berghütte zurückgezogen.
Music Review
Various Artists
Essiebons Special 1973-1984
»Essiebons Special 1973-1984« versammelt Highlights und Rares des von Dick Essilfie-Bondzie gegründeten, ghanaischen Labels.
Music Review
Various Artists
Ritmo Fantasía
DJ Trujillo hat für »Ritmo Fantasía: Balearic Spanish Synth-Pop, Boogie And House (1982-1992)« Dance Music aus Spanien zusammenegtragen.
Music Review
Oliver Doerell & Jawad Salkhordeh
سایه (Sāje)
Für sein neues Projekt hat sich Oliver Doerell mit dem Iraner Jawad Salkhordeh zusammengetan. »»سایه (Sāje)« ist das Beste beider Welten.
Music Review
Trees Speak
Vertigo Of Flaws
Auf »Vertigo Of Flaws« erproben Trees Speak eine neue Vielseitigkeit. Die Grundelemente ihrer Musik bleiben aber erhalten.
Music Review
TRii Group
Interest In Music
Max Stocklosa wechselt seinen Künstlernamen oft. Auch auf »Interest In Music«, jetzt als TRii Group. Das Rätselhafte der Musik aber bleibt.
Music Review
You'll Never Get To Heaven
Wave Your Moonlight Hat For The Snowfall Train
Mit »Wave Your Moonlight Hat For The Snowfall Train« spinnt das kanadische Duo You’ll Never Get To Heaven weiter an kleinen Po-Träumereien.
Music Review
Leo Nocentelli
Another Side
Anfang der 1970er Jahre nimmt The Meter’s Leo Nocentelli ein Soloalbum auf. Keine fünfzig Jahre später ist »Another Side« erschienen.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Esperanto
1986 nur in Japan erschienen, ist Ryuichi Sakamoto’s »Esperanto« nun erstmals weltweit auf Schallplatte veröffentlicht worden.
Music Review
Beach Fossils
The Other Side Of Life: Piano Ballads
Die Beach Fossils um Chef-Slacker Dustin Payseur veröffentlichen mit »The Other Side Of Life: Piano Ballads« ein Pianoalbum.
Music Review
Fat Freddy's Drop
Wairunga
Fat Freddy’s Drop, eine der besten Live-Acts, veröffentlichen das live eingespielte Album »Wairunga«.
Music Review
Frank Hatchett
Sensational
»Sensational« versammelt Musik von Funk, Disco bis Proto-House, die der Choreographer Frank Hatchett für Tanzschulen konzipierte.
Music Review
Ben LaMar Gay
Open Arms To Open Us
Für sein Album »Open Arms To Open Us« holt der Jazzmusiker Ben LaMar Gay einige der Protagonisten der Chicagoer Szene zusammen.
Music Review
Irreversible Entanglements
Open The Gates
Der Jazz von Irreversible Entanglements aus »Open The Gates« ist frei aus dem Bauch heraus gespielt. So muss es sein.
Music Review
Pamela Z
Echolocation
Auf Freedom To Spend wurde unter den Titel »Echolocation« Musik der Künstlerin und Musikerin Pamela Z wiederveröffentlicht.
Music Review
Idee Du Femelle
Sequences
Mit Musica Maquina hat John Talabot ein Label aus der Taufe gehoben, um »Sequences« von Idee Du Femelle wiederzuveröffentlichen.
Music Review
Lee Ranaldo
In Virus Times
Rückzug, Einkehr und Besinnlichkeit: Mit »In Virus Times« hat auch Sonic Youth’s Lee Ranaldo ein »Corona-Album« veröffentlicht.
Music Review
Portico Quartet
Monument
Das Portico Quartet ist einfach da. Und hätte auch mit »Monument« ein viel, viel größeres Publikum verdient.
Music Review
David Behrman
ViewFinder / Hide & Seek
David Behrmans Werke gelten als Pionierstücke der elektronischen Avantgarde. Auf »ViewFinder / Hide & Seek« sind jetzt einige nachzuhören.
Music Review
Twit One
AUDDA Control
Überrascht trotz konventionellem Soundbild: Twit One hat mit »AUDDA Control« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Mira Calix
Absent Origin
Wie oft musste Duchamp diesen Satz hören: Ist das Kunst oder kann das weg? Mira Calix nennt Duchamp als Inspiration für »Absent Origin«…
Music Review
Snail Mail
Valentine
Auf »Valentine« fallen die Gesten von Snail Mail noch größer als zuvor aus, am Effekt aber ändert das zum Glück nichts.