Music Review | verfasst 17.06.2011
Bon Iver
Bon Iver
4AD, 2011
Text Andreas Peters , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Bon Iver - Bon Iver

Direkt mal eines vorweg: Bon Iver, das zweite, selbstbetitelte Album des Folk-Projektes von Justin Vernon, ist das Ergebnis einer Aufgabe, die nicht zu lösen war. Ohne die Lobeshymnen über das Debüt For Emma, Forever Ago wiederholen zu wollen, muss wohl konstatiert werden, dass kaum ein Album in den letzten Jahren einen solchen Konsens im Indie-/Folkzirkus geschaffen hat. Somit war von vornherein klar, dass einige angesichts der zweiten Platte die große Nörgelei zu entfachen versuchen und Vernon es niemandem wird recht machen können. Doch auf wundersame Weise schafft er es, trotz dieser schwierigen Vorzeichen, die Angriffsfläche so klein wie möglich zu halten. Dem verträumten, in einer einsamen Waldhütte entstandenen Folk-Meisterwerk lässt Vernon ein für seine Verhältnisse megalomanisches Pop-Epos folgen. Synthie-Flächen, elektrische Gitarren, Trommelwirbel und über allem immer noch das begnadete Falsett Justin Vernons. Die Struktur der Songs wirkt auf den ersten Blick etwas komplexer, was dazu führt, dass sie mit jedem Durchgang mehr wachsen und das heimelige Gefühl, das der Vorgänger bereits vermittelte, neu entfachen. Nach eigenen Aussagen war das großartige For Emma, Forever Ago Vernons letzter Versuch war, Selbstbewusstsein zu tanken, um sich musikalisch im Rahmen des Projektes Bon Iver auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln. Eine glückliche Fügung, der wir es verdanken, dass Bon Iver die einzig richtige Lösung einer unlösbaren Aufgabe ist.

Das Album Bon Iver von Bon Iver findest du bei hhv.de: LP
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