Music Review | verfasst 02.11.2011
Various Artists
The Legendary Studio One Records
Soul Jazz, 2011
Text Martin Silbermann
Deine Bewertung:
9.0
Nutzer (2)
9.0
Redaktion
Cover Various Artists - The Legendary Studio One Records

Für jeden Reggae-Interessierten dürfte es kein Geheimnis sein, dass Clement »Sir Coxsone« Dodd eine der prägendsten Figuren der jamaikanischen Musikszene seit den 1960er Jahren war und, obwohl 2004 verstorben, immer noch ist. Er veröffentlichte den blutjungen Bob Marley als er noch keine Dreads hatte und verhalf unzähligen weiteren Künstlern (ob Sängern, Instrumentalisten oder DJs) zum Durchbruch; allen voran den Maytals und den Skatalites. Nun wird seinem unglaublich umfangreichen musikalischen Output von Soul Jazz Records einmal mehr ein Denkmal gesetzt. Bei so vielen Wiederveröffentlichungen der letzten Jahre kann man natürlich nicht ausschließlich absolute Raritäten und am besten Ungehörtes erwarten. Und so sind neben Gassenhauern wie Michigan And Smiley’s Rub A Dub Style auch (teils weniger bekannte) Versionen unzerstörbarer Riddims wie Smile (Dub Specialist Sitting With Stupid ), Consider Me/Movie Star und Rockfort Rock (Prince Jazzbo Rock for Dub ) zu hören. Auch durch diese ausgeprägte Kultur der Versionierung ist Dodd ein verfrühter Vorreiter von Sampling, der Infragestellung originärer Kunstprodukte sowie des Geniekultes und somit gewissermaßen ein Erfinder der Creative Commons. Kein Freund großer Worte hat er stets seine Musik sprechen lassen. Wir wollen es ihm gleichtun: »Enough with the chatter, just spin the platter!«

Die Compilation The Legendary Studio One Records – Original Classic Recordings 1963-80 findest du bei hhv.de: 2LP
Ähnliche Artikel
Books Review | verfasst 11.10.2011
Stuart Baker (Hg.)
The Cover Art Of Studio One
Mit The Cover Art Of Studio One widmet sich ein weiteres Buch aus dem Hause Soul Jazz dem spezifischen Plattencoverdesign.
Music Review | verfasst 20.02.2013
Various Artists
Studio One Ironsides
Bekanntes und weniger bekanntest findet sich auf der neuerlichen »Studio One«-Compilation von Soul Jazz Records wieder.
Music Review | verfasst 05.04.2015
Various Artists
Studio One Jump-Up: The Birth Of A Sound : Jump Up Jamaican R & B, Jazz and Early Ska
»Studio One Jump-Up« versammelt Aufnahmen aus den Anfangstagen von Coxsone Dodds Studio One und der Zeit unmittelbar davor.
Music Review | verfasst 30.09.2015
Various Artists
100% Dynamite
Soul Jazz spendiert ihrer erfolgreichsten Compilation »100% Dynamite« eines neues Mastering und fünf zusätzliche Tracks.
Music Review | verfasst 13.06.2016
Various Artists
Studio One Dub Fire Special
Es ist ein anderer, sauberer Dub-Ansatz den Sir Coxsone und Sylvan Morris im Studio One fröhnten..
Music Review | verfasst 21.07.2014
Various Artists
Studio One Dancehall – Sir Coxsone in the Dance: The Foundation of Sound
Auf »Studio One Dancehall« gibt es neben Stars wie Sugar Minott und Johnny Osbourne wieder die eine oder andere Rarität zu bestaunen…
Music Review | verfasst 03.08.2015
Various Artists
Rastafari - The Dreads Enter Babylon 1955-83
Auch »Rastafari – The Dreads Enter Babylon 1955-83« beweist: Gotteslob zeitigt oft die schönsten musikalischen Früchte.
Music Review | verfasst 11.11.2015
Various Artists
Sir Coxone's Music - The First Recordings Of Sir Coxsone The Downbeat 1960-63
Soul Jazz Records hat auf »Sir Coxone’s Music« Stücke aus der Zeit vor Studio One zusammengestellt.
Music Review
Jan Jelinek
The Raw And The Cooked
Da hat uns Jan Jelinek mit »The Raw And The Cooked« ein schönes Süppchen gekocht. Lecker!
Music Review
Hozan Yamamoto & Yu Imai
Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku
Der von Hozan Yamamoto und Yu Imai komponierte Soundtrack zum 1979er Film »Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Low
HEY WHAT
Seit 30 Jahren machen Alan Sparhawk und Mimi Parker als Low Musik und erfinden sich dabei immer wieder aufs Neue. So auch auf »HEY WHAT«.
Music Review
Jolly Mare
Epsilon
Mediterrane Sommermusik: Mann muss sich das Meer von Jolly Mare auf »Epsilon« als ein fröhliches vorstellen.
Music Review
The Arpeggio Jazz Ensemble
Le-Le
An der Schwelle zu Acid Jazz wurde 1987 »Le-Le«, des The Arpeggio Jazz Ensembles aus Philadelphia veröffentlicht. Nun kommt eine Neuauflage.
Music Review
Venetian Snares
Rossz Csillag Alatt Született
Die endlich wiederveröffentlichte LP »Rossz Csillag Alatt Született« ist und bleibt das ambitionierteste Album von Venetian Snares.
Music Review
Park Hye Jin
Before I Die
»Before I Die«, das Debüt der aus Südkorea stammenden Musikerin Park Hye Jin, folgt einer ausgeklügelten Architektur.
Music Review
Xique-Xique
Na Lagoa
»Na Lagoa«, in die Lagune, begeben sich das brasilianische Duo Xique-Xique auf ihrem jetzt veröffentlichtem Debütalbum.
Music Review
Tülay German & François Rabbath
Tülay German & François Rabbath
Auf ihrem Debüt setzten sich Tülay German & Francois Rabbath 1980 mit türkischer Folklore auseinander. Das klingt weiterhin zeitlos.
Music Review
Sarah Davachi
Antiphonals
Milchig schimmernde Perlen: Die kanadische Musikerin Sarah Davachi hat mit »Antiphonals« ein großartiges neues Album veröffentlicht.
Music Review
Cass.
Ambient Music For A Young Girl
Von wegen Schnullerersatz: Cass.’ neues Album »Ambient Music For A Young Girl« bietet Ambient auch für Erwachsene an.
Music Review
Ian Carr
Belladonna
»Belladonna«, Ian Carrs Kleinod aus dem Jahr 1972, wurde jetzt wiederveröffentlicht. Jazzliebhaber sollten zugreifen.
Music Review
Arpanet
Inertial Frame
Die Vergangenheit holt die Zukunft ein: Mit »Inertial Frame« wird nun das letzte Album von Gerald Donalds Projekt Arpanet neu aufgelegt.
Music Review
Duval Timothy
Sen Am
»Sen Am«, das 2017 veröffentlichte Album von Duval Timothy ist nun auf Schallplatte erhältlich. Es hat von seiner Kraft nichts eingebüßt.
Music Review
Al-Dos Band
Doing Our Thing With Pride
1976 aufgenommen, nie veröffentlicht, bis jetzt: Kalita bringt »Doing Our Thing With Pride« der elegant funkelnden Al-Dos Band zum Leuchten.
Music Review
The Pro-Teens
I Flip My Life Every Time I Fly
Ist Melbourne die Hauptstadt des Retro-Funk? Mit »I Flip My Life Every Time I Fly« schickt sich eine weitere Band an, das zu bestätigen.
Music Review
F.S.Blumm & Nils Frahm
2x1=4
»Brahms is nice, but King Tubby is nice as well.« Auf »2x1=4« fröhnen F.S.Blumm und Bils Frahm dem musikalischen Erbe der Dub-Musik.
Music Review
DJ Seinfeld
Mirrors
»Mirrors« heißt das zweite Album des schwedischen Produzenten DJ Seinfeld. Und verglichen mit früherer Musik, sind die Spiegel gut geputzt.
Music Review
Badge Epoch
Scroll
Mit wechselnden Musikern scrollt sich Max Turnbull aka Badge Epoch auf »Scroll« von Stück zu Stück durch Stile und Genres. Aber etwas fehlt.
Music Review
CHVRCHES
Screen Violence
Die schottische Band CHVRCHES positioniert sich auf »Screen Violence« politischer als jemals zuvor.
Music Review
Sorcerer
Kids World
»Kids World«, das neue Album des kalifornischen Musikers Daniel Saxon Judd aka Sorcerer ist bei Growing Bin erschienen.
Music Review
Sofie Birch & Johan Carøe
Repair Techniques
»Repair Techniques« ist ein klassisches Sofie-Birch-Album, aber nicht allein dank der Mitwirkung von Johan Carøe auch weit mehr als das.
Music Review
Leo Acosta
Acosta
Eine weitere musikärchäologische Ausgrabung ist dem Label Mad About mit »Acosta«, dem 1970 veröffentlichtem Album von Leo Acosta gelungen.
Music Review
Space Afrika
Honest Labour
Beim neuen Album von Space Afrika, »Honest Labour«, das soeben bei Dais Records veröffentlicht wurde, ist man auf diffuse Weise ergriffen.
Music Review
Villagers
Fever Dreams
Auf »Fever Dreams« schaffen die Villagers farbenprächtige Landschaften oder wie sie es nennen: Goldminen süßer Erinnerungen.
Music Review
Li Yilei
之/OF
Mehr als nur die übliche Pandemieplatte: Auf »之/OF« bringt Li Yilei eine prekäre Stimmungslage meisterhaft zum Ausdruck.
Music Review
Ebi (Susumu Yokota)
Space Teddy Collection II
Weitere tolle Tracks des 2015 verstorbenen japanischen Produzenten Susumu Yokota sind jetzt als »Space Teddy Collection II« erschienen.
Music Review
Joy Orbison
Still Slipping Vol.1
Mit »Still Slipping Vol.1« traut sich Joy Orbison erstmals mit einem Release jenseits der 25 Minuten.
Music Review
Devendra Banhart & Noah Georgeson
Refuge
Runterkommen und nach innen Horchen: Devendra Banhart und Noah Georgeson haben mit »Refuge« ein konsequent spirituelles Album aufgenommen.
Music Review
Lingua Ignota
Sinner Get Ready
Runde drei von Lingua Ignotas Abrechnung mit jenem Peiniger, der sie jahrelang unterjochte und für alle machtgeilen Arschlöcher steht.
Music Review
Various Artists
Habibi Funk: An Eclectic Selection Part 2
Das Berliner Label Habibi Funk legt mit »An Eclectic Selection Part 2« eine neue Compilation mit Musik aus der arabischen Welt vor.
Music Review
VC-118A
Spiritual Machines
Mit »Spiritual Machines« legt der Niederländer Samuel van Dijk als VC-118A abermals ein erstklassiges Album vor.
Music Review
Moin
Moot!
Gemeinsam mit Valentina Magaletti hat das Duo Raime sein Projekt für die LP »Moot!« nicht nur reaniminiert, sondern auch gleich erweitert.
Music Review
El Michels Affair Meets Liam Bailey
Ekundayo Inversions
Die Ideen gehen Leon Michels nicht aus: Auf »Ekundayo Inversions« remixt El Michels Affair das letzte Album des Reggaemusikers Liam Bailey.
Music Review
Various Artists
Modern Love (A Tribute To David Bowie)
Die Compilation »Modern Love (A Tribute To David Bowie)« such nach Bowies Verbindungen zu Soul, R&B, Jazz, Funk, Gospel.
Music Review
Don Rendell Quintet
Space Walk
Auf Decca werden jetzt Highlights des britischen Jazz wiederveröffentlicht. Darunter »Space Walk« des Don Rendell Quintets von 1972.
Music Review
Takeshi's Cashew
Humans In A Pool
Die Wiener Gruppe Takeshi’s Cashew feiern mit »Humans In A Pool« das Chaos unserer Zeit und den Übermut des Lebens.
Music Review
Prince
Welcome 2 America
»Welcome 2 America« deutlich mehr als ein weiteres Spätwerk von Prince und erweist sich als erstaunlich runde Sache.
Music Review
Various Artists
Journeys In Modern Jazz: Britain 1961-1973
Die Compilation »Journeys In Modern Jazz: Britain 1961-1973« erkundet eine hochinspirierte Szene, die sich zu dieser Zeit freigespielt hat.
Music Review
Billie Eilish
Happier Than Ever
Billie Eilish hat ihr zweites Album veröffentlicht und ist »Happier Than Ever«. Darauf erfindet sie sich neu.
Music Review
The Wooden Glass & Billy Wooten
Live
Gelinde gesagt, der Hammer: Das 1972 aufgenommene »Live« von The Wooden Glass und Billy Wooten ist jetzt wiederveröffentlicht worden.