Music Review | verfasst 07.11.2011
Pole
Waldgeschichten
Pole, 2011
Text Jens Pacholsky
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Redaktion
Cover Pole - Waldgeschichten

Es beginnt mit einem taumelnden Subbass und Geraschel. Stefan Betke startet seinen Waldspaziergang in drei Kapiteln sehr zurückhaltend. Und fast ist man dazu geneigt zu urteilen, dies werde wohl eine dieser minimalistischen Dub-Reisen, welche so dahin tröpfeln, ohne bemerkt werden zu wollen. Doch mit jedem Schritt tauchen Nuancen auf, eröffnen sich Lichtungen, Spechte hämmern polyrhythmisch, Sonnenstrahlen landen in verhal(l)ten(en) Pianotupfern auf dem Waldweg. Pole schichtet nach und nach perkussiv-melodische Ebenen aufeinander, lässt sie ineinander greifen, um am Ende von Wipfel ganz oben auf der Baumspitze den Weitblick zu genießen. Bevor es wieder zum Abstieg geht, der tiefer reicht, als der Blätter bedeckte Waldboden. Denn Wurzel gräbt sich tieftönend in das Erdreich. Es wühlt sich durch belebte Humus-Schichten und trifft auf glasklare Kristallisierungen. Die Wahrnehmung hier ist beschränkter und irgendwie abgeschlossener, ein enger Raum. Der dritte Titel ist leider nicht mehr als Wipfel mit etwas mehr Hall im Habitus. Das ergibt ein paar nette Effekte, bleibt aber zu nahe am Original, um einen Mehrwert zu schaffen. Eigentlich etwas unnötig, denn Wipfel und Wurzel reichen völlig für diesen ausgedehnten Waldspaziergang.

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