Music Review | verfasst 29.11.2011
Cass McCombs
Humor Risk
Domino, 2011
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover Cass McCombs - Humor Risk

Als Singer/Songwriter alter Schule veröffentlicht Cass McCombs mit Humor Risk bereits sein zweites Album nur in diesem Jahr. Das soll sowohl ein Gegenpol als auch eine Ergänzung zu Wit’s End sein, das McCombs sehr melancholisch, ja fast schon romantisch-verklärt zeigte. Das neue Album ist somit repräsentativer für das Oeuvre des Nordkaliforniers, zelebriert er darauf doch klassisches Geschichtenerzählen zwischen den Beatles und amerikanischem Folk. Musikalisch sind das die einzigen Einflüsse, die er selbst je nannte. Die Geschichten aber sammelt er im modernen US-amerikanischen Alltag, quer durchs Land, von alten Freunden und flüchtigen Bekannten. Mit platten Beschreibungen gibt er sich nicht zufrieden, verwebt diese Beobachtungen stattdessen geschickt mit biblischen Bildern, deutet philosophische Schlüsse an und bezieht sich gar auf ältere Songs. So erhält Lionkiller von seinem 2007er Album Dropping The Writ eine Fortsetzung mit Mystery Mail, in dem sowohl das Gleichnis von David in der Löwengrube erneut auftaucht als auch einer seiner ehemaligen Jobs (»cleaning toilets in Baltimore«). Und auch wenn das musikalisch nicht überrascht oder gar als progressiv zu bezeichnen ist, lohnt sich Humor Risk – wie alle McCombs-Alben – trotzdem. Es sei denn man kommt der Empfehlung und dringenden Bitte auf der Cover-Rückseite überhaupt nicht nach. Da steht nämlich: »Please read lyrics«.

Das Album Humor Risk von Cass McCombs findest du bei hhv.de: LP-US und LP-EU
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