Music Review | verfasst 08.12.2011
The Lijadu Sisters
Afro-Beat Soul Sisters
Soul Jazz, 2011
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.5
Redaktion
Cover The Lijadu Sisters - Afro-Beat Soul Sisters

Vor mehr als 30 Jahren zog sich die erfolgreichste weibliche Musikgruppe Afrikas aus dem Geschäft zurück. Bis dahin hatten die Lijadu Sisters ihre Heimat Nigeria und den gesamten schwarzen Kontinent für sich eingenommen und waren tatsächlich gerade dabei, in Europa und den USA Fuß zu fassen. Nach Auftritten in New York City hatten die Zwillingsschwestern Taiwo und Kehinde Gefallen am Big Apple gefunden und zogen nach Brooklyn. Kurz darauf jedoch geschah die Katastrophe: Kehinde fiel aus dem Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock und erlitt schwerwiegende Rückenverletzungen, die es ihr bis heute nicht erlauben, länger als zwei Stunden zu sitzen. Daraufhin brachen die Schwestern jeglichen Kontakt mit der Presse ab und galten lange Zeit als verschollen. Manche glaubten sogar, sie seien verstorben. Nun hat das britische Label Soul Jazz Records sich ihrer angenommen, um ihre schon in den 1970er Jahren geäußerte Kritik am unterdrückenden Frauenbild (Not Any Longer), an Armut (Cashing In) oder der Gefahr in Großstädten (Danger) mit der Compilation Afro Beat Soul Sisters in die Welt hinauszutragen. The Lijadu Sisters waren aber keine Protestsängerinnen, sondern sahen es einfach als ihre Pflicht an, mit ihrer Rolle in der Öffentlichkeit Probleme anzusprechen. Sie konnten aber auch einfach bloß Disco machen und zum Tanzen auffordern (Come And Dance). Dabei verstanden es die seit ihrer Geburt nicht mehr getrennten und noch heute in einer gemeinsamen Wohnung in Harlem lebenden Schwestern, westliche Einflüsse aus Pop, Reggae, Rock, Disco oder Funk mit der afrikanischen Musiktradition zu verschmelzen und so auch einem weitaus größeren Publikum zugänglich zu sein. Auf dieser tollen Zusammenstellung werden ihre größten Hits vereint.

Die Compilation Afro-Beat Soul Sisters von The Lijadu Sisters findest du bei hhv.de: 2LP und CD. Soeben ist auch das Album “Danger von The Lijadu Sisters auf ”https://www.hhv.de/shop/de/artikel/256042" class="hhv">LP wiederveröffentlicht worden.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.08.2016
Various Artists
Nigeria Freedom Sounds!
Die Compilation »Nigeria Freedom Sounds« zeigt die Vielfalt des Tonschaffens des Landes in den frühen 1960er Jahren.
Music Review | verfasst 08.10.2019
Various Artists
Congo Revolution
Bei Soul Jazz kennen die Titel keine Geheimnisse: »Congo Revolution – Revolutionary And Evolutionary Sounds From The Two Congos 1955-62«.
Music Review | verfasst 18.08.2010
Sylvia Striplin
Give Me Your Love
Verheißungsvoll blitzt die nackte Schulter unter dem opulenten weißen Pelz auf dem Cover von Give Me Your Love hervor.
Books Review | verfasst 11.10.2011
Stuart Baker (Hg.)
The Cover Art Of Studio One
Mit The Cover Art Of Studio One widmet sich ein weiteres Buch aus dem Hause Soul Jazz dem spezifischen Plattencoverdesign.
Music Review | verfasst 02.11.2011
Various Artists
The Legendary Studio One Records
Einmal mehr schöpft Soul Jazz aus dem reichhaltigen Fundus von Studio One Records. Es lohnt sich abermals.
Music Review | verfasst 16.12.2011
Various Artists
Bossa Jazz
Auch wenn Bossa Jazz im Kern treibender sein könnte, in seiner Spur findet die Zusammenstellung genug Winkel und Abzweigungen.
Music Review | verfasst 03.04.2012
Various Artists
Jende Ri Palenge - People Of Palenque
Ein weiteres ambitioniertes Projekt aus dem Hause Soul Jazz: »Jende Ri Palenge« zeigt die Vielseitigkeit der afrokolumbianischen Kultur auf.
Music Review | verfasst 08.10.2012
Various Artists
Country Soul Sisters - Women In Country Music 1952-74
Soul Jazz Records erzählt mit »Country Soul Sisters« eine feministische Geschichte des Country.
Music Review | verfasst 02.01.2013
Various Artists
Delta Swamp Rock Vol. 2
Auch der zweite Teil des Delta Swamp Rock-Samplers von Soul Jazz Records präsentiert relativ unbekannte, doch prägende Musik.
Music Review
Rie Murakami
Sahara
»Sahara« von der ansonsten unbekannten Japanerin Rie Murakami wurde 1984 veröffentlicht. Ein Album ohne Eigenschaften, doch voller Hits.
Music Review
Vague Imaginaries
L'ile Sous L'eau
Nur kurz nach Erscheinen seines Albums »L’Île D’or« legt Vague Imaginaries mit »L’ile Sous L’eau« eine EP nach.
Music Review
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Verschmelzen der Welten: Auf »Afropentatonism« treffen Alhousseini Anivolla aus dem Niger und Girum Mezmur aus Äthiopien zusammen.
Music Review
Haiyti
Sui Sui
Das Prädikat Pop reicht hierfür nicht aus: »Sui Sui«, das vierte Album von Haiyti, ist eine Machtdemonstration.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.
Music Review
The Exaltics & Heinrich Mueller
Dimensional Shifting
The Exaltics macht erstmal mit Heinrich Mueller alias Gerald Donald gemeinsame Sache. »Dimensional Shifting« ist eins nicht: vorgestrig.
Music Review
Mulatu Astatke & Black Jesus Experience
To Know Without Knowing
Auch auf »To Know Without Knowing«, seinem neuen Album mit Black Jesus Experience, ist Mulatu Astatke unverkennbar.
Music Review
Croatian Amor
All In The Same Breath
Loke Rahbek hat mit »All In The Same Breath« ein neues Album unter seinem Moniker Croatian Amor bei Posh Isolation veröffentlicht.
Music Review
Dee Dee Bridgewater
Afro Blue
1974 nur in Japan veröffentlicht, bekommt »Afro Blue«, das Debüt von Dee Dee Bridgewater jetzt eine zweiten Anlauf auf Mr Bongo spendiert.
Music Review
Oiro Pena
2
Der finnische Multiinstrumentalist Antti Vauhkonen veröffentlicht Versponnes mit seiner bei Jazzaggression erschienenen Vinyl 10-inch »2«.
Music Review
Groupe RTD
The Dancing Devils Of Djibouti
Hand hoch, wer Dschibuti auf dem Globus auscheckt. Musikalisch war das afrikanische Land noch gar nicht auf der Landkarte verzeichnet.
Music Review
Patricia
Maxyboy
IDM mit Hardware-Patina: Auf »Maxyboy« von Patricia werden Aphex Twin, Autechre und Planet Mu zu musikalischen Abziehbildern.
Music Review
John Scofield / Bill Stewart / Steve Swallow
Swallow Tales
Ein Hochgenuss für Jazz-Connaisseure: John Scofield und Bill Stewart erkunden auf »Swallow Tales« Kompositionen von Steve Swallow.
Music Review
Biosphere
Dropsonde
Mit ganzen sieben Bonustracks kommt die Neuauflage von »Dropsonde« daher. Darauf unterzog Biosphere Jazz einer radikalen Neuinterpretation.
Music Review
Roly Porter
Kistvaen
Kolossal dröhnende Klangkulissen sind das Fundament für »Kistvaen«, das vierte Release von Roly Porter für Subtext Recordings.
Music Review
Fairuz
Maarifti Feek
Feierlich, melancholisch und mystisch: Das Album »Maarifti Feek« der libanesischen Sängerin Fairuz wurden bei WeWatnSounds veröffentlicht.
Music Review
Darkstar
Civic Jams
Vor zehn Jahren schrieben Darkstar die Musik zum Krisennachklapp, mit »Civic Jams« strudeln sie in die nächste hinein. Auweia!
Music Review
Muslimgauze
Salaam Alekum, Bastard
»Salaam Alekum, Bastard« zählt zu den intensivsten Arbeiten von Muslimgauze und wurde jetzt auf Kvitnu wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Kern Vol. 5: Mixed By Helena Hauff
Gut Ding will Weile haben: Mit seiner Mix-Reihe »Kern« lässt sich der Club Tresor Zeit. Helena Hauffs Mix ist der beste des Jahres.
Music Review
Nihiloxica
Kaloli
Nihiloxica waren der feuchte Traum der Musikjournaille. Nach zwei EPs ist »Kaloli« ihr Debütalbum. Muss sich die Gruppe nun beweisen?
Music Review
Kate NV
Room For The Moon
Mit ihrem dritten Album »Room For The Moon« zündet die russische Musikerin Kate NV die nächste Stufe ihrer verspielten Popmusik.
Music Review
Dijit
Hyperattention
Trip-Hop. Aus Cairo. Da kann man schon mal hellhörig werden: Zum Release von »Hyperattention – Selected Dijital Works Vol.1« von Dijit.
Music Review
Cindy
I'm Cindy
Vor zwei Jahren stellte uns Palmbomen II Cindy Savals und ihre Stadt Carmel Vista vor. Nun ist ihr Debütalbum »I’m Cindy« »aufgetaucht«.
Music Review
Zaliva-D
Immorality
Double-Whopper-Beats mit Hang zum Dada-Fetischismus: Auf Knekelhuis ist »Immorality«, das neue Album von Zaliva-D erschienen.
Music Review
Sonic Boom
All Things Being Equal
Auf »All Things Being Equal« nutzt Sonic Boom seine Trademarks und bringt Ideen und Experimentierfreude in den Pop.
Music Review
Chester Raj Anand
Strawberry
Pop statt Hip-Hop: Lord Raja hat sich zu Chester Raj Anand zurückverwandelt und mit »Strawberry« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
The Soft Pink Truth
Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase
Mit »Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase« bietet The Soft Pink Truth wohlige Wabersounds für wonnige Weltfluchten. Gut so!
Music Review
Run The Jewels
RTJ4
Diese Woche haben Killer Mike und El-P ihr viertest Run The Jewels-Album »RTJ4« digital veröffentlicht. Vinyl folgt im September.
Music Review
Ak'Chamel, The Giver Of Illness
The Totemist
Musik für die Zeit nach der Endzeit: Mit »The Totemist« ist das zehnte Studioalbum von Ak’chamel, The Giver Of Illness erschienen.
Music Review
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Review
Giuseppe Ielasi
Aix
Giuseppe Ielasis »Aix« klingt über ein Jahrzehnt nach seiner Erstveröffentlichung so frisch wie eh und je. Nicht nur klanglich.
Music Review
Michele Mercure
Pictures of Echoes
Mehr synthetisches Zauberwerk der Kassettenmeisterin: mit »Pictures Of Echoes« ist die nächste Werkschau von Michele Mercure erschienen.
Music Review
JackBoys
JackBoys
»JackBoys«, die erste Labelschau von Travis Scott’s Label Cactus Jack, ist nun auch auf Schallplatte erschienen.
Music Review
Greg Fox
Contact
Größe durch Zurücknahme: Auf »Contact« setzt der Schlagzeuger Greg Fox sein Instrument noch gezielter ein.
Music Review
Nídia
Não Fales Nela Que A Mentes
Auf »Não Fales Nela Que A Mentes« braucht Nídia nicht als einen Rhythmus und einen Loop, um ein riesiges Koordinatensystem zu eröffnen.
Music Review
Your Old Droog
Jewelry
Hier wird auf die Punchlines Wert gelegt, nicht auf die Replay Value: »Jewelry« von Your Old Droog wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Hessel Veldman
Eigen Boezem
In den Achtzigern entstandene DIY-Aufnahmen aus der holländischen Hafenstadt IJmuiden: »Eigen Boezem« stellt Musik von Hessel Veldman aus.
Music Review
Kanye West
Jesus Is King
»Jesus Is King« von Kanye West ist jetzt auf Vinyl erschienen. Und wir haben die pädagogisch wertvollste 7.0er Review aller Zeiten für dich.
Music Review
Irreversible Entanglements
Who Sent You?
Historisch relevanter wird Jazz dieses Jahr nicht mehr: zur zweiten Album »Who Sent You?« von Irreversible Entanglements.
Music Review
Various Artists
Artificial Dancers – Waves Of Synth
»Artificial Dancers – Waves Of Synth« offenbart weitere schrullige Raritäten in Sachen Synthesizermusik aus den Achtzigern.
Music Review
Auscultation
III
Auf »III« lauscht Auscultation, wie der Name glauben macht, nach innen. Das Hineinhorchen beruht hier auch auf einen tragischen Vorfall.