Music Review | verfasst 15.02.2012
Bonobo
Black Sands Remixed
Ninja Tune, 2012
Text Henning Koch
Deine Bewertung:
7.6
Nutzer (5)
7.5
Redaktion
Cover Bonobo - Black Sands Remixed

Fast zwei Jahre sind jetzt ins Land gezogen, seit Bonobo mit Black Sands sein letztes Album bei Ninja Tune veröffentlicht hat. Zeit genug also, um nun zwölf renommierten Musikern die Möglichkeit zu bieten, den Klassiker mit einem Remix zu beehren. Bekannte Künstler wie Falty DL, Floating Points oder Cosmin TRG treffen dabei auf weniger bekannten Kollegen wie Mike Slott oder Blue Daisy und verleihen den melodischen Downtempo-Tracks ihre ganz eigene Note und Dynamik. So verwandelt Cosmin TRG Kiara in eine stampfende, treibende Techno-Nummer, die sich in einigen ruhigen Momenten auf die melodiösen Grundstrukturen der Vorlage besinnt. Gleich darauf zeigen Floating Points mit ihrer Interpretation von Eyesdown, die auch bereits auf der Ninja Tune XX-Compilation vorzufinden war, dass Andreya Trianas Vocals auch in einem geradlinigeren, verspielten House-Track noch genauso elegant wirken wie im Original. Ungleich markanter fällt Machine Drums Remix von Eyesdown aus, der einen schnellen Chicago Juke-Rhythmus unter die ruhigen Samples legt und dadurch einen faszinierenden und überraschend harmonischen Wettstreit zwischen den schnellen und langsamen Elementen hervorruft. Den verworrendsten Beitrag liefert schließlich Blue Daisy mit seiner treffend betitelten »Not Quite The Same«-Variation von Stay The Same ab, die verzwirbelte Electronica-Elemente mit undeutlichen, hallenden Sprachsamples von Andreya Triana vermischt. Stellenweise sorgt ein konstanter Beat für einige Ordnung, verliert sich dann aber wieder im melodiösen Durcheinander. Bonobo selbst ist mit zwei bisher unveröffentlichten Tracks, Ghost Ship und Brace Brace, vertreten. Während ersterer mit geheimnisvoll hallenden Klängen und einem basslastigen Arrangement zu überzeugen weiß, verliert sich letzterer trotz schöner, fließender Ansätze am Ende in einer etwas überzogenen Orchester-Untermalung. Auffallend ist, dass der Großteil der Remixe mehr wie eigenständige Musikstücke oder Reworks wirken. Somit handelt es sich größtenteils um vielseitige und überraschende Variationen, die sich vor den Originalen nicht zu verstecken brauchen.

Das Album Black Sands Remixed von Bonobo findest du bei hhv.de als 3LP, CD und CD+5inch.
Dein Kommentar
1 Kommentare
03.06.2013 14:53
Rivias:
SHE IS ONE OF THE VOICES TO KEEP AN EAR ON !!!
AND NOW SHE BRING´S A FRESH NEW SONG " SONG FOR A FRIEND" .
ENJOY ....
http://www.planetnotion.com/2013/05/21/track-premiere-andreya-triana-song-for-a-friend/
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Bericht | verfasst 28.11.2011
Jono McCleery & Bonobo
Live am 24.11. im Gretchen in Berlin
Beim Ninja Tune Special im Club Gretchen in Berlin zeigten Jono McCleery mit einem Live-Audtritt und Bonobo mit einem DJ-Set, was das Label aktuell zu bieten hat. Ersterer musste sich zu Beginn allerdings erst beim Publikum durchsetzen.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Andreya Triana
Lost Were I Belong
Ein harter Weg war es, der bis zu diesem Album führte. Andreya Triana hat es zu einem guten Ende geführt.
Music Review | verfasst 28.03.2013
Bonobo
The North Borders
Bonobo gehört zu den spannendsten Künstlern im Downtempo, gehört aber auch mit »The North Borders« nicht so wirklich in diese Schublade.
Music Review | verfasst 16.01.2017
Bonobo
Migration
Als Antipode zu »The North Borders«, das stellenweise versuchte, alles auf einmal zu sein, funktioniert »Migration« von Bonobo ziemlich gut.
Music Bericht | verfasst 19.03.2014
Bonobo
Live am 17.3. im E-Werk in Erlangen
Im Vorfeld von »The North Borders« hatte es Bonobo formuliert: Die Weite schlägt zurück, elektronische Elemente übernehmen erneut die Basis vor dem organischen Moment. Das überträgt er auch so auf die Bühne im E-Werk in Erlangen.
Music Porträt | verfasst 18.01.2017
Bonobo
Stillness Is The Move
Bonobo macht Musik, zu der sich gut entspannen lässt. Das brachte ihm den Stempel »chill out« ein. Mit seinem sechsten Album zeigt er jetzt endgültig: dass man auch mit druckloser Musik etwas ausdrücken kann.
Music Kolumne | verfasst 01.02.2017
Aigners Inventur
Januar 2017
Auch im neuen Jahr setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Run The Jewels, Tornado Wallace und Fjaak.
Music Review | verfasst 11.09.2014
Odesza
In Return
Das Duo Odesza macht auf seinem zweiten Album »In Return« ein paar Sachen richtig, vergisst aber Ecken und Kanten.
Music Review
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Verschmelzen der Welten: Auf »Afropentatonism« treffen Alhousseini Anivolla aus dem Niger und Girum Mezmur aus Äthiopien zusammen.
Music Review
Haiyti
Sui Sui
Das Prädikat Pop reicht hierfür nicht aus: »Sui Sui«, das vierte Album von Haiyti, ist eine Machtdemonstration.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.
Music Review
The Exaltics & Heinrich Mueller
Dimensional Shifting
The Exaltics macht erstmal mit Heinrich Mueller alias Gerald Donald gemeinsame Sache. »Dimensional Shifting« ist eins nicht: vorgestrig.
Music Review
Mulatu Astatke & Black Jesus Experience
To Know Without Knowing
Auch auf »To Know Without Knowing«, seinem neuen Album mit Black Jesus Experience, ist Mulatu Astatke unverkennbar.
Music Review
Croatian Amor
All In The Same Breath
Loke Rahbek hat mit »All In The Same Breath« ein neues Album unter seinem Moniker Croatian Amor bei Posh Isolation veröffentlicht.
Music Review
Dee Dee Bridgewater
Afro Blue
1974 nur in Japan veröffentlicht, bekommt »Afro Blue«, das Debüt von Dee Dee Bridgewater jetzt eine zweiten Anlauf auf Mr Bongo spendiert.
Music Review
Oiro Pena
2
Der finnische Multiinstrumentalist Antti Vauhkonen veröffentlicht Versponnes mit seiner bei Jazzaggression erschienenen Vinyl 10-inch »2«.
Music Review
Groupe RTD
The Dancing Devils Of Djibouti
Hand hoch, wer Dschibuti auf dem Globus auscheckt. Musikalisch war das afrikanische Land noch gar nicht auf der Landkarte verzeichnet.
Music Review
Patricia
Maxyboy
IDM mit Hardware-Patina: Auf »Maxyboy« von Patricia werden Aphex Twin, Autechre und Planet Mu zu musikalischen Abziehbildern.
Music Review
John Scofield / Bill Stewart / Steve Swallow
Swallow Tales
Ein Hochgenuss für Jazz-Connaisseure: John Scofield und Bill Stewart erkunden auf »Swallow Tales« Kompositionen von Steve Swallow.
Music Review
Biosphere
Dropsonde
Mit ganzen sieben Bonustracks kommt die Neuauflage von »Dropsonde« daher. Darauf unterzog Biosphere Jazz einer radikalen Neuinterpretation.
Music Review
Roly Porter
Kistvaen
Kolossal dröhnende Klangkulissen sind das Fundament für »Kistvaen«, das vierte Release von Roly Porter für Subtext Recordings.
Music Review
Fairuz
Maarifti Feek
Feierlich, melancholisch und mystisch: Das Album »Maarifti Feek« der libanesischen Sängerin Fairuz wurden bei WeWatnSounds veröffentlicht.
Music Review
Darkstar
Civic Jams
Vor zehn Jahren schrieben Darkstar die Musik zum Krisennachklapp, mit »Civic Jams« strudeln sie in die nächste hinein. Auweia!
Music Review
Muslimgauze
Salaam Alekum, Bastard
»Salaam Alekum, Bastard« zählt zu den intensivsten Arbeiten von Muslimgauze und wurde jetzt auf Kvitnu wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Kern Vol. 5: Mixed By Helena Hauff
Gut Ding will Weile haben: Mit seiner Mix-Reihe »Kern« lässt sich der Club Tresor Zeit. Helena Hauffs Mix ist der beste des Jahres.
Music Review
Nihiloxica
Kaloli
Nihiloxica waren der feuchte Traum der Musikjournaille. Nach zwei EPs ist »Kaloli« ihr Debütalbum. Muss sich die Gruppe nun beweisen?
Music Review
Kate NV
Room For The Moon
Mit ihrem dritten Album »Room For The Moon« zündet die russische Musikerin Kate NV die nächste Stufe ihrer verspielten Popmusik.
Music Review
Dijit
Hyperattention
Trip-Hop. Aus Cairo. Da kann man schon mal hellhörig werden: Zum Release von »Hyperattention – Selected Dijital Works Vol.1« von Dijit.
Music Review
Cindy
I'm Cindy
Vor zwei Jahren stellte uns Palmbomen II Cindy Savals und ihre Stadt Carmel Vista vor. Nun ist ihr Debütalbum »I’m Cindy« »aufgetaucht«.
Music Review
Zaliva-D
Immorality
Double-Whopper-Beats mit Hang zum Dada-Fetischismus: Auf Knekelhuis ist »Immorality«, das neue Album von Zaliva-D erschienen.
Music Review
Sonic Boom
All Things Being Equal
Auf »All Things Being Equal« nutzt Sonic Boom seine Trademarks und bringt Ideen und Experimentierfreude in den Pop.
Music Review
Chester Raj Anand
Strawberry
Pop statt Hip-Hop: Lord Raja hat sich zu Chester Raj Anand zurückverwandelt und mit »Strawberry« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
The Soft Pink Truth
Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase
Mit »Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase« bietet The Soft Pink Truth wohlige Wabersounds für wonnige Weltfluchten. Gut so!
Music Review
Run The Jewels
RTJ4
Diese Woche haben Killer Mike und El-P ihr viertest Run The Jewels-Album »RTJ4« digital veröffentlicht. Vinyl folgt im September.
Music Review
Ak'Chamel, The Giver Of Illness
The Totemist
Musik für die Zeit nach der Endzeit: Mit »The Totemist« ist das zehnte Studioalbum von Ak’chamel, The Giver Of Illness erschienen.
Music Review
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Review
Giuseppe Ielasi
Aix
Giuseppe Ielasis »Aix« klingt über ein Jahrzehnt nach seiner Erstveröffentlichung so frisch wie eh und je. Nicht nur klanglich.
Music Review
Michele Mercure
Pictures of Echoes
Mehr synthetisches Zauberwerk der Kassettenmeisterin: mit »Pictures Of Echoes« ist die nächste Werkschau von Michele Mercure erschienen.
Music Review
JackBoys
JackBoys
»JackBoys«, die erste Labelschau von Travis Scott’s Label Cactus Jack, ist nun auch auf Schallplatte erschienen.
Music Review
Greg Fox
Contact
Größe durch Zurücknahme: Auf »Contact« setzt der Schlagzeuger Greg Fox sein Instrument noch gezielter ein.
Music Review
Nídia
Não Fales Nela Que A Mentes
Auf »Não Fales Nela Que A Mentes« braucht Nídia nicht als einen Rhythmus und einen Loop, um ein riesiges Koordinatensystem zu eröffnen.
Music Review
Your Old Droog
Jewelry
Hier wird auf die Punchlines Wert gelegt, nicht auf die Replay Value: »Jewelry« von Your Old Droog wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Hessel Veldman
Eigen Boezem
In den Achtzigern entstandene DIY-Aufnahmen aus der holländischen Hafenstadt IJmuiden: »Eigen Boezem« stellt Musik von Hessel Veldman aus.
Music Review
Kanye West
Jesus Is King
»Jesus Is King« von Kanye West ist jetzt auf Vinyl erschienen. Und wir haben die pädagogisch wertvollste 7.0er Review aller Zeiten für dich.
Music Review
Irreversible Entanglements
Who Sent You?
Historisch relevanter wird Jazz dieses Jahr nicht mehr: zur zweiten Album »Who Sent You?« von Irreversible Entanglements.
Music Review
Various Artists
Artificial Dancers – Waves Of Synth
»Artificial Dancers – Waves Of Synth« offenbart weitere schrullige Raritäten in Sachen Synthesizermusik aus den Achtzigern.
Music Review
Auscultation
III
Auf »III« lauscht Auscultation, wie der Name glauben macht, nach innen. Das Hineinhorchen beruht hier auch auf einen tragischen Vorfall.
Music Review
Y-Bayani And Baby Naa & The Band Of Enlightenment, Reason & Love
Nsie Nsie
Brutal sauber ausproduzierter und abgemischter Reggae aus Ghana: Philophon hat »Nsie Nsie« von Y-Bayani veröffentlicht
Music Review
Various Artists
Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986
An City-Pop-Compilations mangelte es zuletzt nicht. Jetzt erscheint ein zweiter Teil von »Pacific Breeze« auf Light In The Attic.