Music Review | verfasst 12.03.2012
Copywrite
God Save The King
Man Bites Dog, 2012
Text Ulf Puntschuh
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6.5
Redaktion
Cover Copywrite - God Save The King

Auf Marco Polos gefeiertem Album »Port Authority« eröffnete 2007 Copywrite den Allstar-Reigen auf »Get Busy« mit den Worten »In ‘95 I thought music was losing its touch, compared to now that was a golden era, who would have thought«. Das passt, denn das Schaffenswerk des 33-jährigen Ausnahme-MCs ist nicht erst seitdem geprägt von der Suche nach genau diesem goldenen Sound. Und bisher ist das immer nur teilweise gelungen, Copywrites Alben und Mixtapes hatten nie die große Konstanz anderer Künstler. Stattdessen sind eher einzelne Lieder hängen geblieben. Und genau so geht es ihm auch mit »God Save the King«. Das heißt allerdings nicht, dass man das Album unterschätzen sollte; der Mann hat einen erstklassigen und klugen Rapstil und darf diesen auf Beats von Produzenten wie RJD2, Bronze Nazareth oder Marco Polo ausbreiten. Besondere Anspieltipps gibt es also einige, auch wenn dem Album aufgrund der vielen Producer etwas die Linie fehlt. Kommt darauf an, ob man auf kluge Tracks steht, wie »Golden State (of Mind)« mit Evidence und Roc Marciano oder »White Democrats« mit Mac Lethal. Oder ob man den güldenen Beat von Bronze Nazareth bei »Love« bevorzugt. Zu entdecken gibt es viel, Copywrite hat v.a. ein vielseitiges Album entworfen. Entgehen lassen sollte man es in jedem Fall nicht, wenn man den derben und vorlauten Punchline-König noch einmal in alter Manier hören will. Denn hinter den Kulissen ist einiges passiert: Copywrite hat zu Gott gefunden. Das heißt, seine nächste LP wird schon kein drastisches Vokabular mehr enthalten und sich komplett dem christlichen Glauben widmen, wie er ankündigt hat. Auf »God Save The King« gibt der MC aus Ohio bis auf wenige Ausnahmen aber noch mal Gas, das Glaubens-Ding schimmert nur hier und da mal durch. Mal sehen, was das nächste Album bringt, in den USA lässt sich mit christlicher Musik viel erreichen. Vielleicht startet für Copywrite ja jetzt eine goldene Ära.

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