Music Review | verfasst 20.03.2012
O-Flow / Busenhalter
Köln-Süd EP
ENTBS, 2012
Text Paul Okraj
Deine Bewertung:
6.5
Nutzer (4)
7.0
Redaktion
Cover O-Flow / Busenhalter - Köln-Süd EP

Man muss O-Flow, oder besser gesagt der gesamten Entourage, zugute halten, dass sie entgegen der häufigen Kritik, konsequent und unbeeindruckt an ihrem, der »goldenen Ära« Tribut-zollenden Hip-Hop-Entwurf festhalten. Die Beats kommen direkt aus der SP-1200, die Drums sind ungeschliffen und fordernd, die Samples erinnern dank der häufigen Verwendung der in die Länge gezogenen Saxofon-Samples an die gute alte Schule des Pete Rock anno 1990. Die einen nennen es »Retro«. Verfolgt man allerdings die wirklich lange Karriere der hier beteiligten Protagonisten (neben O-Flow auch ENTBS-Labelchef Chlodwig Puetz Money und Haus und Hof-Produzent Noy Riches), stellt man schnell fest, mit welcher Hingabe sie der Musik frönen und für diese einstehen, die sie einst aus der Pubertät erweckte. Gerade O-Flow, den man lyrisch wie technisch sicherlich nicht zu der ersten Garde deutscher Rapredner zählen kann, macht diesen Malus durch die authentische Portion dedication weg. Gerade im Titeltrack »Köln-Süd«, der sich seit der Erstveröffentlichung 2008 schnell zu einer inoffiziellen Lokalhymne entwickelte und schnell vergriffen war, manifestiert sich diese ernstgemeinte Widmung (an Rap und Heimatstadt) in Habitus und Glaubwürdigkeit.

Die EP Köln-Süd von O-Flow/Busenhalter findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 23.11.2011
Sylabil Spill & Twit Uno
Entengang EP
Aus dem Dunstkreis der Kölner Entourage kommt diese entspannte EP von Sylabil Spill und dem Produzenten Twit One zu uns.
Music Review | verfasst 16.11.2009
Retrogott & Hulk Hodn
Zitate EP
»Alle suchen nach dem Sinn dahinter, von wie vielen Sonnenstrahlen wird ein Blinder blinder?«
Music Review | verfasst 15.02.2008
Huss n Hodn
Jetzt schämst du dich!
Deutscher Rap rangiert auf meiner Prioritätenliste irgendwo zwischen Fensterputzen, Telefongewinnspielen und »Full House«-Wiederholungen.
Music Review | verfasst 07.11.2013
Twit One
Urlaub In Der Bredouille
Twit One bleibt mit »Urlaub in der Bredouille« einer der interessantesten Spieler im allemanischen Instrumentalkosmos.
Music Review | verfasst 21.04.2017
Retrogott & Motion Man
Pen Pals EP
Retrogott und Motion Man und KutmastaKurt haben eine ganz eigene Vorstellung von Rap und diese auf der »Pen Pals EP« toll umgesetzt.
Music Review | verfasst 22.03.2021
Retrogott & Nepumuk
Metamusik
Der Funk schwebt über den Dingen. Mit »Metamusik« haben Retrogott und Nepumuk ein gemeinsames Album auf Sichtexot veröffentlicht.
Music Bericht | verfasst 08.03.2013
Retrogott & Hulk Hodn
Live am 2.3. im SO36 in Berlin
Wenn man immer noch dafür gefeiert wird, was man tut, ohne sich zu verstellen, dann ist das v.a. eins: große Kunst. Genau diese beherrschen Retrogott & Hulk Hodn, die letzte Woche ihre neue Langspielplatte dem Berliner Publikum vorstellten.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2013
High 5
Dilemma & Spill's HipHop meets Comic
Morlockk Dilemma und Sylabil Spill machen aus ihrer Liebe für Comics keinen Hehl. Man schaue sich dazu nur die Cover ihrer bisherigen Releases an. Wir befragten beide Battlerapper nun nach ihren persönlichen Lieblingsalben im Comic-Stil.
Music Review
MKS
Musical Keyboard System
MKS, »Musical Keyboard System«, hieß das kurzlebige Projekt des Franzosen Nicolas Aubard. Vier Tracks wurden jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Orgōne
Moonshadows
»Moonshadows«, das dreizehnte Album der kalifornischen Funkband Orgōne, setzt soliden Kurs in Richtung tänzerischer Seligkeit.
Music Review
Anika
Change
Anika hat mit »Change« ihr zweites Album, das erste seit elf Jahren, veröffentlicht. Doch was hat sich verändert?
Music Review
Various Artists
And Felt Like…
Die Compilation »And Felt Like…« ist ein neuerlicher Höhepunkt in der Labelhistorie von Knekelhuis.
Music Review
Bluestaeb
Giseke
Entschleunigung bestimmt den Vibe von »Giseke«, dem auf Jakarta erschienenen, neuen Album des Berliner Beatmakers Giseke.
Music Review
Skyzoo
All The Brilliant Things
Immer präzise: Der New Yorker Rapper Skyzoo hat mit »All The Brilliant Things« ein neues Album auf Mello Music Group veröffentlicht.
Music Review
Emma-Jean Thackray
Yellow
»Yellow«, das Debüt der vielumjubelten Trompterin Emma-Jean Thackray, ist jetzt erschienen und es hievt ihren Sound auf ein neues Level.
Music Review
The Same
Sync Or Swim
Die vermeintlich so exakt vermessenen 1980er Jahre müssen doch um den Baustein »Sync Or Swim« von The Same aus dem Jahr 1981 ergänzt werden.
Music Review
Mário Rui Silva
Stories From Another Time 1982-1988
»Stories From Another Time 1982-1988« bündelt Songs mit spröder Lässigkeit des aus Angola stammenden Gitarristen Mário Rui Silva.
Music Review
Sylvia
Sweet Stuff
Sylvia Robinson hat Hip-Hop auf die Sprünge geholfen und selbst Musik gemacht. Ihr Album »Sweet Stuff« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
µ-Ziq
Scurlage
Memento mori auf verschroben: Einiges ist neu auf »Scurlage«, dem ersten Album von Mike Paradinas alias µ-Ziq seit acht Jahren.
Music Review
soFa, Houschyar & Okay Temiz
Şelale
Treffen sich ein Belgier, ein Deutscher und ein Türke… was anfängt wie ein schlechter Witz ist in Wirklichkeit einfach gute Musik.
Music Review
Jim Jones & Harry Fraud
The Fraud Department
Unaffektiert produziert und unvermittelt gesellschaftspolitisch: »The Fraud Department« von Jim Jones & Harry Fraud ist eine Überraschung.
Music Review
Sandro Brugnolini
Utopia
Großes Kino, auch ohne Film: Sonor Music Editions legt eine Neuauflage von »Utopia« des italienischen Komponisten Sandro Brugnolini vor.
Music Review
Patrice Rushen
Straight from the Heart
Mehr als »Men In Black«: Patrice Rushen definierte auf »Straight From The Heart« von 1982 den R&B, wie wir ihn heute kennen.
Music Review
Darkside
Spiral
»Spiral«, das zweite Album von Darkside, massiert die Seele dort, wo andere Musik heutzutage gar nicht mehr hinkommt.
Music Review
Koreless
Agor
Ganze 10 Jahre hat der walisische Produzent Koreless an seinem Debüt gefeilt. Jetzt ist »Agor« bei XL Recordings erschienen.
Music Review
Various Artists
UK Electronics 1988-1994
Arg geile Tracks hier: Die Compilation »UK Electronics 1988-1994« fast das beste vom raresten der elektronischen Underground-Szene zusammen.
Music Review
Damon Locks & Black Monument Ensemble
Now (Forever Momentary Space)
Damon Locks hat das Black Monument Ensemble um sich geschart und mit »Now (Forever Momentary Space)« ein, ja politisches, Statement gesetzt.
Music Review
Somachrome
Electro Romantica
Kurbelt die Seitenfenster runter: »Electro Romantica« von Somachrome serviert die neapolitanische Prise Meeresluft dieses Sommers.
Music Review
Various Artists
Naya Beat Vol.1
Turbotito und Ragz haben für »Naya Beat Vol.1« Tracks aus Südostasien zusammengestellt. Highlights gibt es einige.
Music Review
Manzanita Y Su Conjunto
Trujillo, Peru 1971-74
Der Gitarrist Manzanita ist außerhalb Perus weiterhin unbekannt. Dank »Trujillo, Peru 1971-74« kann seine Musik jetzt neu entdeckt werden.
Music Review
Various Artists
Planet Love: Early Transmissions 1990-95
Die Compilation »Planet Love: Early Transmissions 1990-95« beleuchtet die internationale Trance-Szene zu Beginn der 1990er Jahre.
Music Review
Fehler Kuti
Professional People
»Professional People«, das zweite Album von Fehler Kuti, ist keine identitätspolitische Feel-Good-Platte geworden.
Music Review
LNS & DJ Sotofett
Sputters
LNS und DJ Sotofett verneigen sich auf »Sputters« vor ihren Vorbildern und überführen deren Sounds gleichermaßen in die Gegenwart.
Music Review
Sven Wunder
Natura Morta
Sven Wunder ist das Phantom des organischen Grooves. Sein neues Album »Natura Morta« verrät nichts über den Urheber. Ist aber wieder toll.
Music Review
Derya Yıldırım & Grup Şimşek
Dost 1
Derya Yıldırım & Grup Şimşek veröffentlichen die erste Ausgabe eines Zweiteilers: »Dost 1« springt genussvoll mitten in die Gegenwart rein.
Music Review
John Carroll Kirby
Septet
Nur auf den ersten Blick gefällig: John Carroll Kirby hat mit sechs weiteren Musikern sein Album »Septet« eingespielt.
Music Review
Faye Webster
I Know I'm Funny Haha
Hier ist kein Star in der Mache, er steht schon bereit: Faye Webster hat »I Know I’m Funny Haha« auf Secretly Canadian veröffentlicht.
Music Review
Eli Keszler
Icons
Auf »Icons« sind auch mal Jungle-ähnliche Rhythmen zu hören, doch bleibt Eli Keszler der Elektroakustiker unter den Schlagzeuger*innen.
Music Review
Amaro Freitas
Sankofa
Mit seinem dritten Album »Sankofa« ist dem jungen brasilianischen Pianisten Amaro Freitas wohl endgültig ein Klassiker gelungen.
Music Review
Spellling
The Turning Wheel
Ihre Songs sind Gebilde, die allerlei wunderliche Triebe sprießen lassen. Spellling legt mit »The Turning Wheel« ein neues Album vor.
Music Review
Miša Blam
Miša Blam I Oni Koji Vole Funky
Mit »Miša Blam I Oni Koji Vole Funky« geht das Label Discom weiter seinen Weg, »unbekannte Musik aus dem ehemaligen Jugoslawien« aufzulegen.
Music Review
Various Artists
No Photos On The Dancefloor! Vol.1
Die Compilation zur Ausstellung »No Photos On The Dancefloor!« zeigt, zwischen 1992 und 2006 war Techno in Berlin vielseitiger als gedacht.
Music Review
Flamingo Pier
Flamingo Pier LP
Zeit für gute Laune: das neuseeländische Dreigespann Flamingo Pier legt auf Soundway sein Debütalbum vor.
Music Review
Loveshadow
Loveshadow
Das bei Music From Memory veröffentlichte Debüt des kalifornischen Duos Loveshadow ist ein Album zum Liebemachen am Strand.
Music Review
Loscil
Clara
Wie der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel: der kanadische Musiker Loscil hat mit »Clara« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Mind Maintenance
Mind Maintenance
Joshua Abrams und Chad Taylor nehmen Gimbri und Mbira zur Hand und üben sich als Mind Maintenance in Gelassenheit.
Music Review
Mad Voice
Drogen / Ohne Liebe Leben
Wiener Brut veröffentlicht die 1982er Single »Drogen / Ohne Liebe Leben« von Mad Voice neu. Da dreht sich der goldene Reiter im Kreis.
Music Review
Greenflow
Solutions
1977 nur als Private Pressung veröffentlicht, erhält »Solutions« von Greenflow nun erstmals eines Reissue. Eine echte Entdeckung.
Music Review
Resilient Vessels
Live At The Cell
Vier Musiker haben sich im letzten Jahr zusammengetan um als Resilient Vessels mit »Live At The Cell« ein fulminantes Jazzalbum aufzunehmen.