Music Review | verfasst 18.04.2012
Sven Kacirek
Scarlett Pitch Dreams
Pingipung, 2012
Text Maximilian Theisen
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (1)
8.5
Redaktion
Cover Sven Kacirek - Scarlett Pitch Dreams

Es liegt nicht nur an der Instrumentierung, dass sich die einzelnen Tracks auf Sven Kacireks neuem Album wie zu einem Mosaik zusammenfügen; doch gerade das präparierte Piano, die Marimba und die leichten, flüchtigen Percussionklänge machen den charakteristischen Sound aus, den man bereits von »The Palmin Sessions« und »The Kenya Sessions« vom Hamburger Schlagzeuger kennt. Das letzte Projekt, bei dem er Feldaufnahmen in Ostafrika anfertigte und anschließend zu eigenen Kompositionen neu zusammenfügte, hat eindeutig Spuren in Kacireks Musik hinterlassen. Bei manchen Stücken scheint nur die Stimme eines kenianischen Sängers zu fehlen und sie wären zwischen den anderen Kenya Session-Tracks nicht aufgefallen. Hat sich in der Musik des Multi-Instrumentalisten also nichts geändert, gab es keine Entwicklung, weder vorwärts noch rückwärts? Ganz im Gegenteil. Die Tracks auf »Scarlet Pitch Dreams« klingen elektronischer, an manchen Stellen härter, gleichzeitig aber doch vertrauter als auf dem vorigen Album. Das mag zum einen an den englischen Vocals von Jana Plewa liegen , die mit ihrer Stimme für einige Höhepunkte des Albums sorgt; zum anderen sind sowohl die Arrangements als auch die Instrumentierung der Stücke eingängiger geworden, ohne vom typischen Sven Kacirek-Sound abzuweichen. Was mir an Sven Kacireks Alben so gut gefällt, sind die exotischen Welten, die seine Klänge entstehen lassen. Diese Musik eignet sich wunderbar zum Träumen, für Fernweh und mit Sicherheit auch für den ein oder anderen Remix, auf den man sicherlich nicht lange warten müssen wird.

Das Album »Scarlett Pitch Dreams« von Sven Kacirek findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 20.11.2015
Sven Kacirek
Songs From Okinawa
Für »Songs From Okinawa« verschlug es den Hamburger Schlagzeuger und Percussionisten Sven Kacirek in die japanische Provinz.
Music Review | verfasst 14.08.2019
Odd Okoddo
Okitwoye
Odd Okoddo sind Sven Kacirek und der Sänger und Lautenist Olith Ratego. »Okitwoye« liefert einen ersten Vorgeschmack auf ihr Debütalbum.
Music Kolumne | verfasst 22.03.2011
17 Fidelity Guards
Im Gespräch mit Sven Kacirek
Für sein neues Album The Kenya Sessions reiste der Hamburger Schlagzeuger Sven Kacirek in das ostafrikanische Land und musizierte vor Ort mit einheimischen Musikern und Sängern.
Music Review | verfasst 16.01.2015
Schneider Kacirek
Shadow Documents
Was wie das Schlagzeug des einen klingt, ist die Elektronik des anderen: Stefan Schneider und Sven Kacirek machen gemeinsame Sache.
Music Review | verfasst 13.10.2014
Schlammpeitziger
What's Fruit?
Verquere und doch melodiöse Musik,mit verschrobenen Ideen und einem hohem Unterhaltungswert: Schlammpeitziger ist zurück.
Music Review | verfasst 30.01.2017
Andi Otto
VIA
Ein vielleicht zukunftsweisendes Album: auf »VIA« vermengt Andi Otto respektvoll unterschiedlichsten Traditionen und Einflüsse.
Music Review | verfasst 05.03.2007
Swayzak
Some Other Country
Das Elektronik-Duo versteht es, durch sehr ausgedehnten und durchdachte Instrumental-Kompositionen Zeit und Raum zu relativieren.
Music Review | verfasst 15.12.2014
Sven Kacirek
The Nutcracker Sessions
In Sven Kacireks »The Nutcracker Sessions« steckt zu gleichen Teilen Pjotr Tschaikowski als auch Steve Reich.
Music Review
Luca Yupanqui
Sounds Of The Unborn
Pränatale Kinderarbeit? »Sounds Of The Unborn« von Luca Yupanqui ist das erste Album einer ungeborenen Künstlerin.
Music Review
Jimi Tenor
Deep Sound Learning (1993-2000)
Bureau B hat unveröffentlichtes Material von Jimi Tenor geborgen und unter dem Titel »Deep Sound Learning (1993-2000)« veröffentlicht.
Music Review
Robbie Basho
The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12
Robbie Basho gilt als Pionier der Steel Guitar. Jetzt wurde das tolle »The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12« wiederveröffentlicht.
Music Review
Rogér Fakhr
Fine Anyway
Mit »Fine Away« hat das Label Habibi Funk Songs des libanesischen Songwriters Rogér Fakhr zusammengestellt und wiederveröffentlicht.
Music Review
S. Fidelity
Fidelity Radio Club
»Fidelity Radio Club« von S.Fidelity ist eine Melange aus Now-School-Rap, House und Funk, die den Produzenten als Schlüsselfigur entdeckt.
Music Review
Various Artists
Belong To The Wind
Ein Mix aus Peyote-Saft am Canapé und Kerzenschein beim Schlager-Open-Air: »Belong To The Wind« versammelt obskuren Psychrock der Siebziger.
Music Review
Niko Tzoukmanis
Hope Is The Sister Of Despair
Erstmals 2013 erschienen, ist »Hope Is The Sister Of Despair« von Niko Tzoukmanis jetzt auf Libreville Records wiederveröffentlicht worden.
Music Review
Gotham (Talib Kweli & Diamond D)
Gotham
»Gotham« heißt das gemeinsame Werk von Talib Kweli und Diamond D, welches ganz der Stadt New York City gewidmet ist, ohne zu verklären.
Music Review
Roc Marciano
Mt. Marci
»Mt. Marci«, Roc Marcianos Album aus dem letzten Jahr, ist nun endlich auf Vinyl erschienen.
Music Review
Steve O'Sullivan
Green Trax
Eine höchst aufschlussreiche Irrfahrt in die Techno-Historie: »Green Trax« versammelt Perlen des britischen Produzenten Steve O’Sullivan.
Music Review
Selda Bağcan
Selda
Das 1973 entstande Album »Selda« von Selda Bağcan ist eines der schönsten Zeugnisse türkischer Musik. Jetzt wurde es wiederveröffentlicht.
Music Review
Nils Frahm
Graz
Mit fast 12 Jahren Verspätung erscheint nun erstmals das in »Graz« aufgenommene Debütalbum von Nils Frahm.
Music Review
Michel Banabila
Wah-Wah Whispers
Mit »Wah-Wah Whispers« veröffentlicht das Hamburger Label Burea B zwischen 2013 und 2020 entstandene Stücke des Musikers Michel Banabila.
Music Review
Irena & Vojtěch Havlovi
Melodies In The Sand
»Melodies In The Sand« versammelt Stücke aus drei Jahrzehnten des tschechischen Musikerpärchens Irena und Vojtěch Havlovi.
Music Review
Various Artists
Edo Funk Explosion Vol.1
Analog Africa gräbt mit »Edo Funk Explosion Vol.1« den explosiven Sound des nigerianischen Bundesstaats Edo in den 1970er Jahren aus.
Music Review
Moor Mother & billy woods
BRASS
Moor Mother & billy woods… und noch ein gutes Dutzend mehr: Camae Ayewa dominiert »BRASS«, aber alle anderen dürfen auch mitreden.
Music Review
Various Artists
Silk Road Journey Of The Armenian Diaspora (1971-1982)
Darone Sassounian hat sieben Stücke für die Compilation »Silk Road Journey Of The Armenian Diaspora (1971-1982)« zusammengestellt.
Music Review
Ali Farka Touré
Red Album
Das als »Red Album« titulierte Debüt des malischen Gitarristen Ali Farka Touré wurde jetzt bei World Circuit wiederveröffentlicht.
Music Review
Prequel
Love (I Heard You Like Heartbreak)
»Love (I Heard You Like Heartbreak)« ist sieben Jahren nach seiner ersten EP Prequels Debüt-LP auf Rhythm Section International ab.
Music Review
Retrogott & Nepumuk
Metamusik
Der Funk schwebt über den Dingen. Mit »Metamusik« haben Retrogott und Nepumuk ein gemeinsames Album auf Sichtexot veröffentlicht.
Books Review
Christian Elster
Pop-Musik Sammeln
Der Ethnologe und Kulturwissenschaftler Christian Elster hat sich in einer Monographie mit dem »Pop-Musik Sammeln« beschäftigt.
Music Review
El Michels Affair
Yeti Season
El Michels Affair viben sich auf »Yeti Season« mit Stil und Expertise durch die Jahreszeit des Schneemenschen.
Music Review
Irakli
Major Signals
Nach einer Reihe von EPs veröffentlicht der Berliner Produzent und Staub-Mitveranstalter Irakli sein Debütalbum auf »Major Signals«.
Music Review
Electric Jalaba
El Hal (The Feeling)
Die in London lebenden Marokkaner Electric Jalaba sind jetzt bei Strut untergekommen und veröffentlichen dort ihr neues Album »El Hal«.
Music Review
Lazy Jones & Hazenberg
Unter Einem Berg
»Unter einem Berg« von Lazy Jones & Hazenberg klingt so vertraut, dass sie geeignet für das ständige Tippen der Wiederholungstaste ist.
Music Review
Lana Del Rey
Chemtrails Over The Country Club
Mit »Chemtrails Over The Country Club« spinnt Lana Del Rey ihr große Kapitalismus-Cinema-Popkunst weiter.
Music Review
Gianni Brezzo
The Awakening
Unter dem Alias Gianni Brezzo veröffentlicht der Kölner Marvin Horsch mit »The Awakening« ein Album auf Jakarta Records.
Music Review
Nico Mecca
Floppy Computer
Irgendwo zwischen Kraftwerks Autobahn und Mort Garsons Gewächshaus: Periodica Records veröffentlicht »Floppy Computer« von Nico Mecca.
Books Review
Marie Staggat & Timo Stein
HUSH - Berlin Club Culture In A Time Of Silence
Fotografin Marie Staggat und Autor Timo Stein halten in »HUSH« den andauernden Ausnahmezustand in Bild und Wort fest.
Music Review
Panoptique
How Did You Find Me?
Diese Musik schreit nach Kontakt: Panoptique haben ihr neues Album »How Did You Find Me?« bei Macadam Mambo veröffentlicht.
Music Review
Reymour
Leviosa
Abwechslungsreiches Debüt: Das Schweizer Synthpop-Duo Reymour veröffentlichen mit »Leviosa« auf Knekelhuis ihr erstes Album.
Music Review
Grandbrothers
All the Unknown
Mit »All The Unknown« erweitern die Grandbrothers ihre Klangpalette. Es gelingt ihnen dennoch ein in sich kohärentes Album.
Music Review
Gabrielle Roth & The Mirrors
Selected Works (1985-2005)
»Selected Works (1985-2005)« versammelte elf Stücke der amerikanischen Tänzerin und Schamanistin Gabrielle Roth auf einer Schallplatte.
Music Review
Sarah Davachi
All My Circles Run
Mit »All My Circles Run« kehrte Sarah Davachi erstmals dem Synthesizer den Rücken zu. Jetzt hat die Komponistin die LP neu veröffentlicht.
Music Review
Maulawi
Maulawi
1973 aufgenommen, niemals veröffentlicht: Nun ist erstmals »Maulawi« von Maulawi Nururdin veröffentlicht worden.
Music Review
Nadia Struiwigh
Oooso
Die Niederländerin Nadia Struiwigh hat mit »Oooso« vier neue Tracks auf Nous’klaer Audio veröffentlicht. Und das mit einigem Gewinn.
Music Review
Julien Baker
Little Oblivions
Auf »Little Oblivions« ist Julien Baker laut geworden. Gleichzeitig schreibt sie immer noch Songs, die im Kern fragil sind.
Music Review
Various Artists
La Ola Interior
Mit »La Ola Interior« ist jetzt ein Zeitdokument erschienen, dass die Stimmung des postfranquistischen Spaniens einfängt
Music Review
Dax Pierson
Nerve Bumps (A Queer Divine Disappointment)
Freunde des Labels Anticon. kennen Dax Pierson noch. Jetzt veröffentlicht er sein Solodebüt »Nerve Bumps (A Queer Divine Disappointment)«.
Music Review
Thabo
Home Again 01
Boom! Instant Sommer-Vibes im Lendenbereich! Thabo weist auf mit »Home Again 01«. den Weg zum Rosenwasser. Äh? Oder wie war das?
Music Review
Visionist
A Call To Arms
Mit »A Call To Arms«, seinem ersten Album für Mute, hat Visionist endgültig seine Stimme gefunden. Seine poetische Vision wird überdeutlich.