Music Review | verfasst 23.10.2012
Michael Mayer
Mantasy
Kompakt, 2012
Text Patrick Cavaleiro
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Redaktion
Cover Michael Mayer - Mantasy

Das passiert auch nicht alle Tage: Michael Mayer, Grand-Seigneur teutonischen Technos und Chef der Kölner Elektronik-Institution Kompakt, hat ein neues Album auf den Markt gebracht. Wenn man bedenkt, dass er sein letztes Studioalbum »Touch« 2004 veröffentlichte (wenn man die Kollaboration »Supermayer« zusammen mit Labelmate Superpitcher von 2007 einmal auslässt), dann hört man sicherlich ein wenig genauer hin – die Aufmerksamkeit dürfte Mayer jedenfalls sicher sein. Protzig, sexuell aufgeladen und mit viel Interpretationsspielraum bedacht, nennt er sein erstes Album in acht Jahren »Mantasy«. Man recherchiert und findet folgende Erklärungen zu dieser Wortkonstruktion: »Male Fantasy«, »a fantasy, usually sexual, involving a faceless man or men« oder »a man who meets all your criteria, […] is available and digs you«. Hiervon, als auch von einem »eskapistische(n) Moment einer durchaus filmisch zu nennenden Reise ins Unbekannte, eine Hommage an die großen Entdecker der Weltgeschichte«, wie es im Vorfeld hieß, ist jedenfalls vom Artwork abgesehen nicht viel zu spüren. Ein großartiges Album ist es dennoch geworden. Diese vielseitige und deswegen sehr erfreuliche Linie, die Mayer als verantwortungsvoller Entscheider bei Kompakt vorgibt, zieht er auch auf »Mantasy« durch. Ambient, Minimal, House, Pop, 80s-Synthies: alles zu hören und überraschend frisch und zeitgemäß. Das muss nicht immer sein: viele Elektronik-Künstler jenseits der 40 scheitern oft an ihren Comeback-Versuchen. Nicht aber so Mayer: mit Beiträgen wie dem moroderschen Titeltrack oder der Kollaboration mit Whomadewho’s Jeppe Kjellberg, der Closer »Good Times«, gibt sich Mayer auf »Mantasy« stilsicher und cool und wie eh und je die Richtung vor – und wir uns ihr gern hin.

»Mantasy« von Michael Mayer findest du bei hhv.de
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