Music Review | verfasst 28.01.2013
Laibach
An Introduction to… Laibach
Mute, 2012
Text Christian Neubert
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6.5
Redaktion
Cover Laibach - An Introduction to… Laibach

Innerhalb der »An Introduction to…«-Reihe von Mute ist nun eine 15 Tracks starke Werkschau der slowenischen Band Laibach erschienen. Laibach, die ihren Output in einem größeren Kontext als Bestandteil des Kollektivs Neue Slowenische Kunst verstehen, bestechen musikalisch durch konzeptionellen Eklektizismus. Ihre Klangästhetik umkreist die Schnittstelle von glatt geschliffenem Industrial, kühlem New Wave und wuchtig-wummernder Elektronik. Ihr Klang-Amalgam wird zusätzlich mit Samples, deren Quellen irgendwo zwischen expressionistischem Film und Richard Wagner liegen dürften, aufgeladen, bis das Soundkonzept mit auf die Spitze getriebenem Teutonentum in den Vocals endgültig opernhaft überfrachtet wird. Da passt es natürlich, dass sich Laibach in ihrer Inszenierung bei der Ästhetik totalitärer Regimes und religiöser Ikonographie bedienen. Die Stadionrocker von Rammstein haben sich sowohl vom Laibach’schen Konzept, sich in Szene zu setzen, als auch von der stimmlichen Darbietung der Songs mehr als eine Scheibe abgeschnitten, weswegen ein Vergleich dieser Bands durchaus zulässig ist. Allerdings darf unter dieser Voraussetzung auch der Vergleich zwischen Laibach und den finnischen Saufkumpanen von Elekeläiset gelten. Immerhin eint diese Bands, dass sie vorwiegend Coversongs in jeweils eigenem Sound- und Performance-Gewand zum Besten geben, wodurch ein mehr oder weniger substanzieller Humor offenbar wird. Verlaibachte Adaptionen von Bob Dylan und Drafi Deutscher, vom One-Hit-Wonder Life is Life und der deutschen Nationalhymne machen es deutlich: Laibach formen hintergründigen Pop aus Pomp, Pathos und offenkundiger Überinszenierung. Und das seit einem Vierteljahrhundert.

Die Musik von Laibach findest du bei hhv.de.
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