Music Review | verfasst 30.01.2013
Three Legged Race
Persuasive Barrier
Spectrum Spools, 2012
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Three Legged Race - Persuasive Barrier

In letzter Zeit ist Robert Beatty v.a. als Grafikdesigner in Erscheinung getreten. Seine eigenwilligen Artworks für Schallplatten von Peaking Lights, Wooden Wand, Gary War, Idiot Glee, Dracula Lewis oder Hieroglyphic Being zeichnen sich in erster Linie durch ihr ausgeklügeltes Spiel mit Form und Farbe aus. Die Motive erhalten dadurch eine ungewöhnliche Plastizität, egal, ob sie nun figürlich oder abstrakt geraten. Dabei schält sich auch schon mal das Mehrdeutige aus dem Eindeutigen oder auch andersherum. Ich hole an dieser Stelle ein wenig weiter aus, weil es Parallelen gibt zwischen Robert Beatty’s Designarbeiten und seiner Musik, die er unter dem Namen Three Legged Race produziert. Ganze fünf Jahre hat der Musiker aus Lexington, Kentucky an seinem Debüt »Persuasive Barrier« gearbeitet. An seinen Maschinen hat er in dieser Zeit Sounds geformt, um sie dann kompositorisch in Beziehungen zu setzen. Dabei trifft Bekanntes auf Unbekanntes. Sounds aus Techno, Ambient, Synthpop werden in ihnen unbekanntes Terrain gepackt und müssen sich dort beweisen. Das Ergebnis ist dann Science Fiction. Die Stücke »Persuasive Barrier« und »Locked Groove« werden durch Melodien gerahmt, bändigen auf subtile und rhythmische Art die Sounds. Das Format der anderen sechs Tracks ist freier. Die Frage, die sich hier schlicht stellt: Inwieweit kann man eine (durch Klang) geformte Gestalt auflösen, so dass sie noch als Gestalt erkennbar bleibt? Es gibt zwei Antworten. Die erste lautet: Oft nicht so weit wie Robert Beatty denkt. Die zweite: Design ist keine Musik. – Manches hier hat dennoch seinen Reiz.

Das Album »Persuasive Barrier« von Three Legged Race findest du bei hhv.de: LP
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