Music Review | verfasst 06.03.2013
Dela
Atmosphere Airlines
Drink Water Music/hhv.de, 2012
Text Fionn Birr , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Dela - Atmosphere Airlines

Fragt man die Geschichtsbücher, scheint sich die Kombination aus französischen Hip Hop-Produzenten und amerikanischen Szenegrößen vor allem dem traditionellen Sample-Sound der 1990er Jahre verschrieben zu haben. Von MC Solaars Jazzmatazz-Beiträgen über die Boombap-Bomben der Jazz Liberatorz bis zum Drake-Beatlieferanten Häzel ist die franko-amerikanische Freundschaft durchzogen von jazzigen und souligen Referenzen an J Dilla oder Pete Rock. Auch der Pariser Beatmaker Dela pflegt diese Tradition auf inzwischen mehreren Alben mittels vinlywarmen Cratediggings in bewährter ATCQ-Manier. Wie auf all seinen LPs, Beat- oder Mixtapes kreucht und fleucht Dela auch auf »Atmosphere Airlines« in den Funk-, Soul- und Jazz-Archiven, streut zwischen den besungenen Retro-Rutschen einige instrumentale Interludes ins Soundgemenge und orchestriert sich so ganz ohne penetrante Signature-Sounds zum Protagonisten seines eigenen Werks. Eine Kunst, die nicht jedem Produzentenalbum zuzusprechen ist. Dass sich auf diesen organischen Golden Era-Zitaten am besten Conscious-Connaisseure und Underground-Veteranen platzieren lassen, beweist da auch die bedächtig gewählte Gästeliste mit Zeitsoldaten wie Large Professor, Torae oder Finale, die tatsächlich keinen Ausfall zu verzeichnen hat. Doch neben all den hervorragenden Feature-Performances ist es vor allem das membrankratzende Organ von Blu, welches mit Delas Dexter Wansel-Flip »Mars (Remix)« zu einem wahrhaft extraterrestrischen Hydrometeor fusioniert. »Atmosphere Airlines« frischt jene Neo-Nostalgie des Rucksackraps um 2005 auf, die so junge Klassiker wie Blu & Exiles »Below The Heavens« oder Buckshots »Chemistry« hervorbrachte. Renaissance ist französisch.

Das Album »Atmosphere Airlines« von Dela findest du bei hhv.de: 2LP
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