Music Review | verfasst 26.02.2014
Various Artists
Sopa De Tarturaga
Melting Pot Music, 2013
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (3)
7.7
Redaktion
Cover Various Artists - Sopa De Tarturaga

The Ruffcats, bekannt als Backingband von Flo Mega, haben im Mai 2012 ihr Instrumental-Album »The Essence Vol. 1« über das Kölner Label Melting Pot Music veröffentlicht. Darauf bekommt man Funk-Rhythmen und genuinen Afrobeat serviert, wie auch teilweise krachiges Noise-Zeug, das man nicht unbedingt von ihnen erwarten würde. Wie dem auch sei, das Album war und ist musikalisch eine durchaus vielfältige Angelegenheit und dadurch folgerichtig auch ein Sammelbecken für Beatbastler und Samplejäger – wenn man denn wollte. Diese Jagd hat nun vor kurzem tatsächlich stattgefunden und als Jagdrevier wurden eben die raw jams von »The Essence Vol. 1« ausgerufen. Dabei ist der Sampler »Sopa De Tartaruga« (portugiesisch für »Schildkrötensuppe«) entstanden und die Liste derer, die die Platte ausgeschlachtet haben, kann sich sehen lassen: V.Raeter von Ecke Prenz ist ebenso mit dabei wie auch Old School Future Tribe’s Figub Brazlevič, TBRCK oder der Österreicher Fid Mella, der nicht nur einen eigenen Beat beisteuert (das Outro »Gefängnisinstrumental«), sondern sich auch mit dem Kölner Veedel Kaztro zusammengetan hat, um eine aberwitzige »Gefängnisparty« zu feiern. Der zweite von zwei MCs auf dem Sampler ist ebenfalls Kölner: Retrogott battelt sich auf »Tortuga« mal wieder dadaistisch durch den Track, während Kompagnon Hulk Hodn diesen mit schönen Teenage Mutant Ninja Turtles-Zitaten garniert. Durch die Vorlage von The Ruffcats sind die Beats alle sehr organisch und offensichtlich stark beeinflusst durch den rohen Funk-Sound der achtköpfigen Berliner Band. Eine sehr schöne, wenn auch mit 26 Minuten Spielzeit sehr kurz geratene Angelegenheit.

Die Compilation »Sopa De Tarturaga« findest du beu hhv.de auf LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 19.06.2012
The Ruffcats
The Essence Vol.1
Flo Mega schwört auf seine Groovekätzchen und auch Ivy Quainoo findet in dem Live-Sound ihren Rückhalt. Nun kommt ihr erstes Solowerk.
Music Review | verfasst 05.05.2014
The Ruffcats
The Essence Vol.3
Einen triftigeren Grund um vom Plattenladen aus die heimische Konjunktur anzukurbeln, bekommt man so schnell wohl nicht wieder.
Music Review | verfasst 31.01.2012
DJ Adlib
Hi-Hat Club Vol. 6
Zum sechsten Teil der Hi-Hat Reihe über MPM kehrt man wieder in die heimischen Kölner Gewässer, in Dj Adlib’s Haus & Garten zurück.
Music Review | verfasst 26.02.2010
Dexter
Hi-Hat Club Vol.3 - The Jazz Files
Hier trifft Kenntnis auf Unbekümmertheit und lässt es nach 17 grandiosen Beats verschmerzen, dass die Snare manchmal zu laut ist.
Music Review | verfasst 14.01.2013
Flatpocket
Geldfundphantasyen
Hinter Flatpocket verbergen sich mit Twit One und Lazy Jones zwei verflucht talentierte Musiker. Nur »Geldpfundphantasyen« ist mehr so okay.
Music Review | verfasst 12.04.2013
DJ Adlib
Tofu & Alter EP
Nachschlag vom Hi-Hat Club kann eigentlich nie verkehrt sein. So auch nicht »Tofu & Alter« von DJ Adlib.
Music Review
Spelling
The Turning Wheel
Ihre Songs sind Gebilde, die allerlei wunderliche Triebe sprießen lassen. Spelling legt mit »The Turning Wheel« ein neues Album vor.
Music Review
Various Artists
No Photos On The Dancefloor! Vol.1
Die Compilation zur Ausstellung »No Photos On The Dancefloor!« zeigt, zwischen 1992 und 2006 war Techno in Berlin vielseitiger als gedacht.
Music Review
Flamingo Pier
Flamingo Pier LP
Zeit für gute Laune: das neuseeländische Dreigespann Flamingo Pier legt auf Soundway sein Debütalbum vor.
Music Review
Loveshadow
Loveshadow
Das bei Music From Memory veröffentlichte Debüt des kalifornischen Duos Loveshadow ist ein Album zum Liebemachen am Strand.
Music Review
Loscil
Clara
Wie der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel: der kanadische Musiker Loscil hat mit »Clara« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Mind Maintenance
Mind Maintenance
Joshua Abrams und Chad Taylor nehmen Gimbri und Mbira zur Hand und üben sich als Mind Maintenance in Gelassenheit.
Music Review
Mad Voice
Drogen / Ohne Liebe Leben
Wiener Brut veröffentlicht die 1982er Single »Drogen / Ohne Liebe Leben« von Mad Voice neu. Da dreht sich der goldene Reiter im Kreis.
Music Review
Resilient Vessels
Live At The Cell
Vier Musiker haben sich im letzten Jahr zusammengetan um als Resilient Vessels mit »Live At The Cell« ein fulminantes Jazzalbum aufzunehmen.
Music Review
Michal Turtle & Suso Saiz
Static Journey
Schlagzeuger Michal Turtle und Gitarrist Suso Saiz haben sich für eine innere Reise und das Album »Static Journey« zusammengefunden.
Music Review
Hailu Mergia & The Walias Band
Tezeta
»Tezeta«, das ursprünglich 1975 nur auf Kassette erschienene erste Album von Hailu Mergia, ist nun bei wiederveröfffentlicht worden.
Music Review
Mndsgn
Rare Pleasure
Mit »Rare Pleasure« beendet Mndsgn seine Verwandlung vom Beatmaker zum Songwriter. Schmusiger RnB zwar, aber inhaltlich komplex.
Music Review
Guilherme Lamounier
Guilherme Lamounier (1973)
Das zweite Album von Guilherme Lamounier, ein Meisterwerk des brasilianischen Psychedelic-Folk, wurde bei Mad About wiederveröffentlicht.
Music Review
Skee Mask
Pool
Im diffusen Genrebrei zwischen IDM, Techno und Dub klingt niemand wie Skee Mask. Sein neues Album »Pool« unterstreicht die Ausnahmestellung.
Music Review
Renata Lú
Renata Lú
Renata Lú ist eine der unbekannten Stimmen Brasilien. Ihr selbstbetiteltes Debüt aus dem Jahr 1971 wurde bei Mad About wiederveröffentlicht.
Music Review
Pan Daijing
Jade
Kurze Meditationen über die Qual: Pan Daijing aus Shanghai legt mit »Jade« ihr zweites Album vor.
Music Review
The Frank Derrick Total Experience
You Betcha!
»You Betcha!«? Noch nie gehört? Solltest du aber! Das Album The Frank Derrick Total Experience gilt unter Jazz-Heads zurecht als Klassiker.
Music Review
Les Filles De Illighadad
At Pioneer Works
Musik aus Niger, eingespielt in New York: »At Pioneer Works« ist das erste Album der Filles de Illighadad seit langem.
Music Review
Panta Rex
Lefty
Panta Rex meldet sich mit der EP »Lefty« auf Noorden zurück, der Name ist Programm: Dem Dancefloor wird sich von dessen Außenrand genähert.
Music Review
Sons Of Kemet
Black To The Future
Sons Of Kemet haben mit »Black To The Future« einen weiteren Fingerzeig dahingehend veröffentlicht, was Afro-Jazz heute bedeutet.
Music Review
José Mauro
A Viagem Das Horas
José Mauro lebt! Wusste auch niemand, als sein Debütalbum neu aufgelegt wurde. Nun folgt das Reissue von »A Viagem Das Horas« auf Far Out.
Music Review
Various Artists
Extra Muros: Italy
Die Kollaborations-Compilation »Extra Muros: Italy« brachte fünf Musiker*innen – Benoit B Dena, Dona, Eva Geist und Jolly Mare – zusammen.
Music Review
Bruxas
Muscle Memory
Jacco Gardner und Nic Mauskovic sind Bruxas, »Muscle Memory« ist das Debüt des Psych-Disco-Projekts und sowieso die Platte des Sommers.
Music Review
Mustafa
When Smoke Rises
Jamie xx, Sampha, James Blake und Drake als Feature-Gäste? Nur auf Mustafas »When Smoke Rises«, einem eindringlich-erzählerischen Album.
Music Review
Sandra Sa
Vale Tudo
Brasilianischer Boogie Funk bleibt entwaffnend und Sandra Sas 1983 veröffentlichtes Album »Vale Tudo« eines seiner Meisterwerke.
Music Review
Drab Majesty
Unknown To The I
»Unknown to the I« bietet den idealen Einstieg in das Universum des Duos Drab Majesty: Verträumter New Wave in drei Stücken.
Music Review
Fly Pan Am
Frontera
»Frontera« von Fly Pan Am ist in dramaturgischer Hinsicht vorhersehbar aufgebaut und doch das beste Album der Constellation-Band überhaupt.
Music Review
Mdou Moctar
Afrique Victime
Mdou Moctars Domino-Debüt »Afrique Victime« ist gleichzeitig von Eddie van Halen und Neokolonialismus inspiriert. Und unerhört eindringlich.
Music Review
Arovane
Atol Scrap
22 Jahre hat es gedauert, bis mit »Atol Scrap« von Arovane eine der besten deutschen Electronica-LPs der 1990er auf Vinyl erscheint.
Music Review
Massimiliano Pagliara
Connection Lost Pt.3
Der dritte Teil von Massimiliano Pagliaras »Connection Lost«-Serie ist wieder einmal überragend ausgefallen, bleibt aber ambivalent.
Music Review
McKinley Dixon
For My Mama And Anyone Who Look Like Her
McKinley Dixon kann kein unbeschwertes Leben führen, drüber rappen aber allemal. »For My Mama And Anyone Who Look Like Her« bietet einiges.
Music Review
Alessandro Cortini
Scuro Chiaro
Alessandro Cortini dreht auf »Scuro Chiaro« den Gefühlsregler gewohnt hoch. Es ist aber auch eines seiner abwechslungsreichsten Alben.
Music Review
Various Artists
GOST: A Spiritual Exploration Into Greek Soundtracks (1975-1989)
Die auf Into The Light erschienene Compilation »GOST« versammelt wundersame Filmmusik aus Griechenland.
Music Review
P!OFF?
P!OFF?
Von ihrem Debüt verkauften P!OFF? im Jahr 1982 gerade einmal 600 Exemplare. Zum Glück hat Bureau B die Platte wieder aufgelegt!
Music Review
Umwelt
Fear On The Dark Planet
Umwelt ist immer Underground geblieben. Seine EP »Fear On The Dark Planet« für Midnight Shift ist hoffnungsvoller als ihr Titel verspricht.
Music Review
Trees Speak
PostHuman
Brauchen wir noch Neuauflagen vergangener Epochen? Wenn sie so einnehmend klingen wie auf Trees Speaks »PostHuman«: gerne doch.
Music Review
Jayda G
DJ-Kicks
Erst die Tunes, dann die Vibes, am Ende der Cooldown: Die DJ-Kicks-Ausgabe von Jayda G ist konventionell aufgebaut und steckt voller Perlen.
Music Review
St. Vincent
Daddy's Home
Die Vorab-Singles zu St. Vincents mittlerweile sechstem Album »Daddy’s Home« waren verwirrend, das Album als Ganzes ist es aber keineswegs.
Music Review
Sun Ra
Lanquidity
Die als umfassendes Reissue erhältliche »Lanquidity« könnte Sun Ras beste LP sein, hätte er nicht so viele andere Meisterwerke hingelegt.
Music Review
Roland P. Young
Hearsay I-Land
Mitte der 1980er legte sich der Jazzmusiker Roland P. Young eine neue Identität als Popper zu, die auf »Hearsay I-Land« dokumentiert wird.
Music Review
The Master Musicians Of Joujouka
Live In Paris
»Live In Paris« wurde 2016 aufgenommen und erscheint ein halbes Jahrhundert, nachdem die Welt den Master Musicians of Joujouka anheim fiel.
Music Review
Squid
Bright Green Field
Auf ihrem Debüt »Bright Green Field« entwirft die eklektische Band Squid das Gegenteil von dem, was Cover und Titel versprechen.