Music Review | verfasst 25.03.2014
Glenn Astro
Chemistry 12"
Tartelet, 2013
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
/
Nutzer
9.0
Redaktion
Cover Glenn Astro - Chemistry 12"

Er ist jung, er ist geheimnisvoll und er ist talentiert: Glenn Astro, der bereits bei Odd Socks und Wot Not veröffentlicht hat, erlebt im noch jungen Jahr 2014 sein bislang erfolgreichstes Jahr. Zur neuen DJ-Kicks, die von Brandt Brauer Frick kompiliert wurde, steuerte der Essener einen eigens dafür komponierten Track bei und jetzt kommt seine 12“ »Chemistry« auf Tartelet heraus, wo in der Vergangenheit das genannte Trio sowie u.a. Mikkel Metal oder Max Graef veröffentlicht haben. Dessen letzte Single »Bummse« durfte Glenn Astro zuvor auch noch glorios rebummsen. Doch jetzt ist der eigene Release an der Reihe. Dort lässt der House-Produzent, der eigentlich mit Hip Hop musikalisch sozialisiert wurde, sich erst einmal Zeit: ganze 6 Minuten und 48 Sekunden sogar, bis überhaupt die erste Kick einsetzt. Vorher kommt der Opener »Love Jones«, getragen von einem klassischen Piano-House-Riff und Vogelgezwitscher, komplett ohne Bumms aus, bevor es dann im Remix von CTEPEO ’57 (hinter dem Max Graef und Muff Deep stecken) nach anfänglichem, disharmonisch klingendem und sehr amüsantem Klaviergeklimper doch tanzbar nach vorn geht. Dabei bleibt das Original jedoch nicht »untanzbar«, die Dynamik bleibt ähnlich, aber ganz ohne Kick ist der Song durchweg entspannt und geht stattdessen eher ins Ambienthafte. Ähnlich laid back sind auch die übrigen Tracks auf »Chemistry«: »Acid Tears« hat eine garagelastige Perkussion mit jazziger Instrumentierung, »Dub Tears« ist clublastiger, doch auch nie anstregend. Stringent zieht sich die lockere Linie durch eine EP, bei der eigentlich alles stimmt: Experimentierfreude, Humor, Leichtigkeit und Deepness.

Die 12" »Chemistry« von Glenn Astro findest du bei hhv.de auf 12inch.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 25.05.2015
Glenn Astro
Throwback
Boom-Bap macht’s mit House, Beatmaking mit Disco-Soul: Nichts Außerordentliches also, aber außerordentlich galant umgesetzt.
Music Review | verfasst 26.10.2020
Glenn Astro
Homespun
Eine der abenteuerlustigsten Clubmusik-Platten des Jahres: Glenn Astro hat sein neues Album »Homespun« auf Tartelet veröffentlicht.
Music Liste | verfasst 04.03.2014
Glenn Astro
10 Favourites
Zwei herzen schlagen in seiner Brust: Hip Hop und House. Diese beiden Welten auf souveräne Art zu verbinden, ist die Leidenschaft des aus Essen stammenden Producers Glenn Astro. Uns verriet er heuer seine 10 Favourites.
Music Porträt | verfasst 26.05.2016
Max Graef
Smooth Operator
»Ist einfach nicht so meine Welt, arbeiten mit geregelten Zeiten«, erklärt uns Max Graef den Fakt, dass er nicht mehr einmal die Woche im Plattenladen aushilft. Lockerer Typ. Sein Album mit Glenn Astro erscheint morgen – und hat Drive.
Music Review | verfasst 23.03.2015
Glenn Astro
Hologram
Glenn Astro präsentiert mit »Hologram« ein handfestes Versprechen für sein kommendes Debütalbum.
Music Review | verfasst 27.05.2016
Max Graef & Glenn Astro
The Yard Work Simulator
Freiheit in der Verwirrung: Max Graef und Glenn Astro geben mit »The Yard Work Simulator« ihren gemeinsamen Einstand auf Albumlänge.
Music Review | verfasst 19.02.2018
Glenn Astro
The Taurus EP
Mit den ungehörten stilistischen Exeprimenten der »The Taurus EP« wirkt Glenn Astro potenziellen Abnutzungserscheinungen entgegen.
Music Review
Various Artists
Heisei No Oto - Japanese Left-Field Pop From The CD Age (1989-1996)
»Heisei No Oto« versammelt 16 verquere und träumerische Alternative-Pop-Songs aus einer Ära, in der die CD in Japan ihren Siegeszug antrat.
Music Review
Nermin Niazi
Disco Se Aagay
Grandiose Widerentdeckung: Als die Geschwister Nermin Niazi und Feisal Mosleh 1984 »Disco Se Aagay« aufnahmen, waren sie noch Kinder.
Music Review
Stereolab
Switched On Vol.4: Electrically Possessed
Das große Reissue-Projekt von Stereolab findet nun mit »Switched On Vol.4: Electrically Possessed« ein Ende.
Music Review
Mouse On Mars
AAI
Inspiriert von einem Text über künstliche Intelligenz von Louis Chude-Sokeis haben Mouse On Mars ihr neues Album »AAI« produziert.
Music Review
A Winged Victory For The Sullen
Invisible Cities
Adam Wiltzie und Dustin O’Halloran haben als A Winged Victory For The Sullen Musik für das Theaterstück »Invisible Cities« komponiert.
Music Review
Legowelt
Pancakes With Mist
»Pancakes With Mist«, das neueste Werk des niederländischen Virtuoso Legowelt, ist nun auch auf Vinyl erschienen.
Music Review
Various Artists
Rocksteady Got Soul
Soul Jazz wühlte einmal mehr in den Archiven von Studio One mit der Erkenntnis »Rocksteady Got Soul«.
Music Review
Wolfgang Voigt
Rückverzauberung Exhibition
Bei seiner Rückkehr zu Astral Industries fordert Wolfgang Voigt mit »Rückverzauberung Exhibition« bei seinen Zuhöreren Geduld ein.
Music Review
Pauline Anna Strom
Angel Tears In Sunlight
»Angel Tears In Sunlight« sollte das erste Album von Pauline Anna Strom nach 30 Jahren werden. Kurz vor Veröffentlichung ist sie verstorben.
Music Review
Tindersticks
Distractions
Lenkt die Liebe vom Leben oder das Leben von der Liebe ab: Tindersticks haben mit »Distractions« ein spannendes Album veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Somewhere Between: Mutant Pop, Electronic Minimalism & Shadow Sounds Of Japan 1980-1989
Japan in den 1980er Jahren, 14 unerhörte Songs. Zur neuen Compilation »Somewhere Between« auf Light In The Attic.
Music Review
The George Otsuka Quintet
Loving You George
WeWantSounds macht mit »Loving You Geroge« eine Live-Aufnahme des The George Otsuka Quintets aus dem Jahr 1975 wieder verfügbar.
Music Review
Nancy Sinatra
Start Walkin' 1965-1976
»Start Walkin‘ 1965-1976« vereint die wichtigsten Songs von Nancy Sinatra und ist in diesem umfassenden Paket ein Pop-Schmankerl.
Music Review
Moggi (Piero Umiliani)
News! News! News!
»News! News! News!«, das Piero Umiliani vor 40 Jahren unter seinem Pseudonym Moggie veröffentlichte, wurde neu aufgelegt.
Music Review
Egyptian Lover
1986
Kraftwerk kann sich schleichen: Egyptian Lover lässt nicht locker und veröffentlicht mit »1986« neue Musik.
Music Review
Roots (Barney Rachabane)
Roots
»Roots«, das 1975 eingespielte Album des südafrikanischen Saxofonisten Barney Rachabane, wurde bei Frederiksberg wiederveröffentlicht.
Music Review
21 Savage & Metro Boomin
Savage Mode II
»Savage Mode II« von 21 Savage und Metro Boomin löst das Versprechen ein, dass die beiden 2016 auf ihrem Erstling heraufbeschworen haben.
Music Review
Stella Chiweshe
Ambuya!
Stella Chiweshes Musik entstand unter Widrigkeiten. Das Reissue ihres Debütalbums setzt folgerichtig ein Ausrufezeichen hinter dessen Titel.
Music Review
Omar Khorshid
With Love
Das 1978 im libanesischen Exil entstandene Album »With Love« des ägyptischen Gitarristen Omar Khorshid wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Al Wootton
Maenads
Mit »Maenads« kehrt der hochaktive Al Wootton auf sein Label Trule Records zurück. Die vier Tracks strömen eine ahnungsvolle Atmosphäre aus.
Music Review
Conny Frischauf
Die Drift
Lustig und nachdenklich, albern und rätselhaft: die Musik von Conny Frischauf auf »Die Drift« lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Music Review
Condry Ziqubu
Gorilla Man
Sehr sexy geballte Energie gegen Gewalt: Afrosynth veröffentlicht auf »Gorilla Man« Stücke des südafrikanischen Musikers Condry Ziqubu.
Music Review
Black Country, New Road
For the First Time
Black Country, New Road ist die Band der Stunde in Großbritannien. Ihr Debüt »For the First Time« ist soeben bei Ninja Tune erschienen.
Music Review
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Tout puissant! Auf Superfly wurde das selbstbetitelte 1972er Album von Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey wiederveröffentlicht.
Music Review
Laurent Petitgirard
Suite Epique
»Suite Epique« des französischen Komponisten Laurent Petitgirard, erstmals 1972 erschienen, wurde jetzt bei Superfly wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Profondo Nero
Mit der Dekmantel-Compilation »Profondo Nero« beleuchtet der DJ Cinema Royale die dunkle Unterseite des Italo-Disco-Hypes.
Music Review
Witch
Introduction
Rockmusik aus Sambia: »Introduction«, das Debüt von Witch aus dem Jahr 1972, wurde bei Now-Again aufgehübscht und wiederveröffentlicht.
Music Review
Shame
Drunk Tank Pink
Wer hinter den Krach blickt, entdeckt eine Fülle an Details: die britischen Rocker Shame präsentieren mit »Drunk Tank Pink« ein neues Album.
Music Review
Biosphere
Angel's Flight
Gerade ist das Beethoven-Jahr vorüber, da veröffentlicht Biosphere mit »Angel’s Flight« auf dem »String Quartet No.14« basierende Musik.
Music Review
Various Artists
Berlin Atonal – More Light
2020 setzte auch das Berlin Atonal aus und kondensiert das geplante Programm nun in eine Compilation von außergewöhnlicher Geilheit.
Music Review
Hieroglyphics
Hiero Oldies Vol.1
Bis auf Kassette und digital erschienen, gibt es »Hiero Oldies Vol.1« der kalifornischen Rapcrew Hieroglyphics nun auch auf Schallplatte.
Music Review
Yu Su
Yellow River Blue
Auf ihrem Albumdebüt »Yellow River Blue« verfolgt die im kanadischen Vancouver beheimatete Musikerin Yu Su eine klare Idee.
Music Review
Tiziano Popoli
Burn the Night / Bruciare la Notte. Original Recordings, 1983-1989
Mit »Burn the Night / Bruciare la Notte« wird dem disparaten Schaffen des italienischen Eigenbrödlers Tiziano Popoli ein Denkmal gesetzt.
Music Review
Various Artists
Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine
»Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine« versammelt an die Achtziger angelehnten Post-Punk, der zum Tanzen einlädt.
Music Review
Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich
Jours de Grève
Die Folklegende Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich alias Tolouse Low Trax haben mit »Jours de Grève« ein wunderliches Album abgelegt.
Music Review
François De Roubaix
Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.
erstmals wird die Musik zur TV-Serie »Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.« von François De Roubaix auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz 13: NOW!
Nach einem halben Dutzend Ausgaben widmet sich »Spiritual Jazz 13: NOW!« nun den aktuellen Tendenzen des titelgebenden Genres.
Music Review
Various Artists
Cuba: Music and Revolution 1975-85
Gilles Peterson und Stuart Baker haben mit »Cuba: Music and Revolution 1975-85« die innovativen Momente der Zeit zusammengetragen.
Music Review
Conrad Schnitzler
Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)
»Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)« umfasst zehn unbekannte Stücke von Conrad Schnitzler aus seiner besten Phase.
Music Review
Ibrahim Khalil Shihab Quintet
Spring
Beschwingt und sonnendurchflutet: das erste Mal seit 40 Jahren wird »Spring« des südafrikanischen Ibrahim Khalil Shihab Quintets aufgelegt.
Music Review
Aminé
Limbo
Wie tief kann man gehen, ohne einzuknicken: der amerikanischer Rapper Aminé probiert’s auf seinem neuen Album »Limbo« aus.